Domspringen: Der Weltmeister will die Sechs-Meter-Marke knacken

Von: luk
Letzte Aktualisierung:
10803514.jpg
Mark Hollis (links) ist der Vorjahressieger beim Domspringen, Weltmeister Shawn Barber will dieses Jahr hoch hinaus. Foto: Birkenstock

Aachen. Shawn Barber ist ein ziemlich bescheidener Kerl, und Favoritenrollen, die sind eigentlich gar nichts für bescheidene Kerle. Und so sagt der Kanadier vor der 11. Auflage des Net­Aachen-Domspringens von Alemannia Aachen dann auch nur Dinge wie: „Aachen ist für Stabhochspringer ‚the place to be‘“, „Ich freue mich sehr, hier springen zu können“ oder „Ich will mich mit den Weltklasse-Athleten messen“.

Das ist nett, nicht mehr, nicht weniger, und vor allem keine Kampfansage. Barber, 22, wäre durchaus in der Position, größere Töne zu spucken. Er ist Stabhochsprung-Weltmeister, den Titel hat er Ende August in Peking mit 5,90 Metern gewonnen. Und das ist auch der Grund, warum viele Leute, die etwas vom Stabhochspringen verstehen, sagen, dass Barber auch Mittwochabend in Aachen ab 18.30 Uhr die besten Chancen auf den Sieg hat.

Natürlich weiß auch der Kanadier, dass die Erwartungen an ihn hoch sind, er ist dieses Jahr schließlich schon über 5,93 Meter gesprungen. Und als er dann gestern das erste Mal auf dem Aachener Katschhof steht und ein bisschen auf dem schon aufgebauten Anlaufsteg wippt, macht er doch eine Kampfansage, zumindest eine kleine: „Ich hoffe, die sechs Meter in Aachen knacken zu können.“ Der Meetingrekord liegt bei 6,01 Metern, die Björn Otto 2012 gesprungen ist.

Wenn das Wetter mitspielt, und es soll ja trocken bleiben, scheint sicher zu sein, dass derjenige, der das Domspringen gewinnen will, eine ziemlich große Höhe braucht. Denn Barbers Konkurrenz ist groß.Neben ihm sind mit dem Deutschen Raphael Holzdeppe und Pawel Wojciechowski der Silber- und einer der Bronzemedaillengewinner am Start. Keiner der drei hat bisher die magische Sechs-Meter-marke geknackt, aber sie waren alle schon ziemlich nah dran.

Neben dem Trio malen sich auch die beiden US-Amerikaner Sam Kendricks, der in China WM-Neunter wurde, und Mark Hollis, der 2014 in Aachen gewonnen hat, Chancen aus. „Mein Ziel ist es, mit den Jungs da oben mitzuspringen“, sagt Hollis, er hat in diesem Jahr aber noch nicht wirklich seine Form gefunden. Auch er ist gestern schon einmal auf dem Katschhof gewesen, und da wurden prompt Erinnerungen wach. „Es fühlt sich gut an, wieder hier zu sein“, sagt er. „Das Domspringen ist für mich eines der schönsten Stabhochsprung-Events in Europa, ja, sogar auf der Welt.“

Das wollen auch die deutschen Springer auskosten und Mittwochabend im elf Springer starken Feld eine Rolle spielen. Marvin Caspari, Michel Frauen und Jonas Efferoth werden ein paar Höhen meistern wollen, Carlo Paech und Tobias Scherbarth haben schon bewiesen, dass sie mit der Weltspitze mithalten können. Und Top-Springer Holzdeppe, der bislang in Aachen noch nie so richtig zum Zug gekommen ist, wird um den Sieg kämpfen wollen, denkt auch Michael Leers, Organisator von Mit-Ausrichter Alemannia Aachen. „Raphael habe ich ganz oben auf der Rechnung“, sagt er. So oder so, „die Zuschauer werden wieder Top-Sport geboten bekommen – und die Athleten im Hexenkessel eine Top-Atmosphäre“. Früh auf den Katschhof zu kommen, lohne sich, sagt Leers, nicht nur, weil dann eine Chance auf einen Sitzplatz bestehe. Sondern auch, weil um 15 Uhr der Wettbewerb der Frauen mit ein paar hoffnungsvollen Talenten beginnt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert