Domspringen: Der Weltmeister gewinnt auch in Aachen

Von: Lukas Weinberger
Letzte Aktualisierung:
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Shawn Barber siegt beim 11. NetAachen-Domspringen mit 5,75 Metern vor dem höhengleichen Carlo Paech. Foto: Birkenstock

Aachen. Raphael Holzdeppe ist ein ziemlich erfolgreicher Stabhochspringer, er hat eine Gold- und eine Silbermedaille bei Weltmeisterschaften gewonnen, dazu einmal Bronze bei Olympia. Nur beim NetAachen-Domspringen, da hat es lange nicht so richtig geklappt, und das Meeting auf dem Katschhof gehört ja durchaus zu den renommierteren auf der Welt.

Holzdeppe, 25, ist mal 5,41 Meter auf dem Katschhof gesprungen, Platz 9, das war bei seiner ersten Teilnahme 2010 und vor seinen internationalen Erfolgen. Danach ist er einmal ohne Höhe geblieben, drei Mal musste er verletzt passen, obwohl er gerne gesprungen wäre.

Mittwochabend, bei der 11. Auflage des Domspringens, hat Holzdeppe diese Bilanz zumindest ein bisschen aufpolieren können; er ist 5,70 Meter gesprungen und Vierter geworden, aber mit dem Sieg hatte der hochgehandelte Zweibrücker nichts zu tun.

Gewonnen hat das hochklassige Meeting der Alemannia der andere Top-Favorit: Weltmeister Shawn Barber triumphierte bei seiner Premiere auf dem Katschhof mit 5,75 Metern, er hatte sie gleich im ersten Versuch gemeistert. „Ich könnte nicht glücklicher sein, das war ein extrem schöner Erfolg“, sagte er – und gönnte sich einen Schluck Bier.

Den Sieg Barbers konnte auch Carlo Paech nicht verhindern, obwohl er das natürlich gerne getan hätte. Der Leverkusener hatte bis zum Schluss die deutschen Fahnen hochgehalten, war am Ende aber dreimal an den 5,80 Metern gescheitert – und hatte die 5,75 erst im dritten Anlauf gemeistert. „Ich bin rundum zufrieden mit dem zweiten Platz“, sagte Paech. „Mein ganzer Wettkampf hat sich einfach gut angefühlt.“

Das Meeting war hochklassig, gleich vier Springer flogen über 5,70 Meter, das hat es so in Aachen noch nicht gegeben. Und Barber war eben der beste von ihnen. Der Gewinner war wie auch der Zweite Paech schon bei 5,30 Metern in den Wettbewerb eingestiegen, und der Kanadier hatte sich für seinen ersten Versuch „My heart will go on“ von Celine Dion als Musik ausgesucht. Er knackte die Höhe locker, das Titanic-Titellied lief danach trotzdem nicht mehr; Barber wechselte auf ein fetzigeres Lied, seine Sprünge blieben aber konstant gut.

Der Kanadier schaffte es als einziger Springer im ersten Versuch über 5,75 Meter. Nur Paech konnte nachziehen, er sprang die Höhe im dritten Versuch – und war damit schon sicher Zweiter, weil Tobias Scherbarth, Pawel Wojciechowski und eben auch Holzdeppe die Segel streichen mussten.

Paech ließ 5,80 Meter auflegen, er musste sie knacken, weil Barber ja das bessere Ergebnis bei 5,75 abgeliefert hatte. Der Leverkusener scheitere drei Mal durchaus knapp, danach durfte er sich die Solo-Flugshow des Kanadiers ansehen. Der Weltmeister versuchte sich an 5,85 Meter, drei Mal, aber die Höhe war für ihn am gestrigen Abend dann doch zu hoch.

Saisonbestleistung für Hollis

Vorjahressieger Mark Hollis hatte da schon länger die dicke Trainingsjacke angezogen, der US-Amerikaner war fast schon an seiner Einstiegshöhe von 5,30 Metern gescheitert, danach aber kam er in Schwung; mit 5,55 Metern sprang er auf dem Katschhof Saisonbestleistung, Platz 6 – das versöhnliche Ende einer eigentlich verkorksten Saison. „Das war schon okay“, sagte er, „aber bei dieser tollen Atmosphäre wäre ich gerne noch ein bisschen höher gesprungen.“

Den Einlage-Wettbewerb der Frauen hatte am Nachmittag die Belgierin Fanny Smets mit 4,30 Metern gewonnen.

Das Aachener Publikum hatte sich wie Barber und Smets wieder einen Platz auf dem obersten Treppchen verdient, knapp 5000 Zuschauer – darunter auch Björn Otto – feuerten die Springer gewohnt lautstark an.

„Es war wundervoll, hier zu springen“, sagte Barber. Nächstes Jahr, da will der Kanadier wiederkommen. Holzdeppe übrigens auch . . .

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