Die Zauberkiste muss geschlossen bleiben

Von: Guido Jansen
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Gekonntes kurzes Zuspiel: Hachings Patrick Steuerwald bedient Max Gunthör. Foto: imago/Krieger

München/Düren. Der Block der Bayern ist beeindruckend: 2,12 und 2,08 Meter messen die beiden Hünen, die Titelverteidiger Generali Haching in der Netzmitte aufzubieten hat. Armin Dewes und der ehemalige Dürener Max Günthör sind hoch und schnell.

Und deswegen liegen sie in der Block-Statistik der Bundesliga ganz weit vorne. Das ist die eine Seite des Problems, welches die meisten Gegner in der Volleyball-Bundesliga nicht lösen können. Das nächste Problem ist erneut die Mitte, diesmal im Angriff. Die Blocker der Bayern können schlagen. Hoch und hart.

„Wenn wir das nicht verhindern, dann haben wir ein großes Problem”, analysierte Dürens Trainer Sven Anton. Neu ist diese Erkenntnis nicht. Jeder Gegner kennt die Stärken des amtierenden Pokalsiegers. Aber nur die Wenigsten können etwas dagegen unternehmen. Düren hat das in dieser Saison schon zwei Mal geschafft - wenn auch mit hauchdünnem Vorsprung. Was für jedes Kreisliga-Spiel gilt, hat auch im Pokalfinale vor fast 11.000 Zuschauern seine Gültigkeit: Die Mannschaft, deren erster Ballkontakt besser ist, wird gewinnen.

Die Nerven spielen eine Rolle, ob Aufschlag und Annahme des gegnerischen Aufschlags gut klappen. Und die Tagesform. Normalerweise serviert Düren besser, während Haching stabiler in der Annahme steht. In den zwei Liga-Duellen, die Düren 3:2 gewann, haben sich diese Punkte neutralisiert.

Die Mannschaft von Trainer Mihai Paduretu hat einen eindeutigen Vorteil: Sie weiß, wie es sich anfühlt, vor vollen Rängen im Gerry-Weber-Stadion zu spielen und den Titel zu gewinnen. Die Stammformation der Hachinger, die im vergangenen Jahr mit dem Pokalsieg den ersten Titel der Vereinsgeschichte einsammelte, wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch am Sonntag wieder auf dem Feld stehen. „Das macht keinen großen Unterschied”, beteuerte Patrick Steuerwald, der Spielmacher des Titelverteidigers. „Halle ist eine völlig neue Situation. Da gewöhnt man sich nicht dran”, so der Mann, der nicht nur bei den Bayern, sondern auch in der Nationalmannschaft die Kreativ-Zentrale ist. Steuerwald ist mit seinen 1,80 Metern der kleinste Spieler in der Liga, der angreifen und blocken darf - Liberos bekanntlich ausgenommen. Trotzdem ist der 24-Jährige ein ganz Großer. Kein Zuspieler in der Liga pritscht so schnell und präzise auf seine Angreifer wie „Nano.”

Das wird auch Evivo nicht ändern können. „Aber wir können dafür sorgen, dass Patrick viel laufen muss”, deutete Dürens Trainer Sven Anton ein Gegenmittel an. Wenn Dürens Aufschlag stark und die Annahme der Hachinger entsprechend schwach ist, dann kann Steuerwald nicht zaubern. Denn auch der beste Zuspieler der Welt kann nur Standard-Pässe spielen, wenn er viel laufen muss. „Die Teams sind auf Augenhöhe. Da werden Kleinigkeiten den Unterschied ausmachen”, sagte HachingsTrainer Mihai Paduretu. „Wetten ist gefährlich”, deutete der frühere Zuspieler an, warum er keinen Tipp für den Ausgang des Endspiels abgeben will. „Ein so ausgeglichen besetztes Finale hat es in den vergangenen zehn Jahren nicht gegeben.”
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