Leverkusen - Die Verzweiflung beim FC wird größer und größer

Die Verzweiflung beim FC wird größer und größer

Von: Lukas Weinberger
Letzte Aktualisierung:
15613507.jpg
Und wieder feiern die anderen: Sehrou Guirassy (l.) und seine Kölner Kollegen sind frustriert. Foto: imago/mika

Leverkusen. Die 90 Minuten im Derby gegen Bayer Leverkusen waren für den 1. FC Köln anstrengend genug, doch verschnaufen durften Spieler und Trainer auch nach dem Abpfiff nicht, die Analyse stand an. Wie soll das nur weitergehen beim Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga? Nach der achten Niederlage am zehnten Spieltag. Nach nur zwei von möglichen 30 Punkten. Nach nur vier Toren in 900 Minuten.

Und es wirkte ein bisschen so, als würde diese Analyse den Kölnern noch schwerer fallen, als es das Spiel getan hatte: Matthias Lehmann strich sich immer wieder mit den Händen durchs Gesicht, Leonardo Bittencourt blies die Backen auf, Dominique Heintz zuckte mit den Schultern. Und selbst der stets souveräne Peter Stöger wirkte ratlos, kein flotter Spruch, kein Witzchen, nichts. Stattdessen: Ernüchterung und Verzweiflung. Stöger sagte: „Das geht an die Psyche.“ Und das konnte nach dem 1:2 jeder sehen.

Dabei hatte es diesmal doch so gut angefangen für den FC: mit einer mehr als ordentlichen ersten Halbzeit. Die Defensive stand stabil, Pässe kamen an, Zweikämpfe wurden gewonnen – und dann hatte Sehrou Guirassy ja auch noch die erste Kölner Führung der Saison besorgt. Der Bruch kam in Hälfte zwei – einerseits weil mit der verletzungsbedingten Auswechslung Dominic Marohs die Stabilität verloren ging; andererseits weil Leverkusen nun seine große Klasse in der Offensive auf den Platz brachte. Was sich nicht nur in den Treffern von Leon Bailey (53.) und Sven Bender (73.), sondern auch in vielen weiteren hochkarätigen Torchancen niederschlug.

Da nutzte es den Kölnern auch nichts, dass ihnen der Videobeweis zum gefühlt ersten Mal einen Vorteil brachte und das vermeintliche 3:1 Bayers durch Kevin Volland aberkannt wurde (85.). Stöger sagte: „Die Mannschaft mit mehr Qualität, mehr Esprit hat verdient gewonnen.“ Und so war es ja auch gewesen. Nicht die schwächere Mannschaft hatte verloren; die bessere Mannschaft hatte gewonnen.

Gegen ein starkes Team wie Leverkusen kann der FC verlieren, das Problem ist, dass er es nicht darf. Jeder Punkt ist wichtig, wenn Köln den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze herstellen will. In Köln hatten sie ja darauf spekuliert, dass nach der Trennung von Sportchef Jörg Schmadtke und dem 3:1-Sieg im Pokal bei Hertha BSC so etwas wie ein Aufschwung entstehen könnte, aber diese Hoffnung ist vorerst wieder passé. „Wir spielen nicht scheiße, aber uns fehlen die Siege“, sagte Kapitän Matthias Lehmann.

Und diesen Missstand zu beheben, ist die größte Schwierigkeit. Es gibt keine krassen Fehler, es mangelt nicht an der Einstellung. „Das Schwierige ist, dass immer nur ein bisschen fehlt“, sagte Stöger. „Aber damit fehlt am Ende vielleicht ganz viel.“ Es wird nun wieder seine Aufgabe sein, seine Spieler aufzubauen, mal wieder. Das Europa-League-Heimspiel gegen Borissow am Donnerstagabend (21.05 Uhr) kommt da zur Unzeit, wichtiger ist das Duell mit Hoffenheim am Sonntag (15.30 Uhr) in Köln.

Das weiß auch die Mannschaft, Heintz sagte: „Wir müssen punkten, damit wir nicht ganz abgeschlagen in die Winterpause gehen – denn sonst brauchst du eine Serie, die fast unmöglich ist.“ Etwa so eine, wie sie Hamburg in der vergangenen Saison hingelegt hat. Der HSV war damals mit ebenfalls nur zwei Punkten aus zehn Spielen Letzter – und musste am Ende nicht mal in die Relegation. „Ich könnte jetzt behaupten: Wenn der HSV das schafft, gelingt uns das auch“, sagte Stöger: „Aber Hamburg war darin erprobt. Für uns ist es dagegen das erste Mal.“ Hoffnung klingt anders.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert