Aachen - Die Mountainbiker aus dem Dreiländereck

Die Mountainbiker aus dem Dreiländereck

Von: Wilhelm Peters
Letzte Aktualisierung:
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„Hochweitsprung“: ein Mountainbiker unterwegs auf der anspruchsvollen Strecke am Dreiländereck. Foto: Jan Kloke
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Früher deutscher Jugendmeister im Bogenschießen, heute Maschinenbau-Student an der RWTH Aachen und sehr engagierter Vorsitzender des Vereins Geländefahrrad Aachen: der 22-jährige Dominik Brachmanski. Foto: Harald Krömer

Aachen. Eine bemerkenswerte Zahl, die Klaus Wißmann auf der Jahreshauptversammlung des Radsportbezirks Aachen nannte: Ein Drittel aller Mitglieder im Bezirk stellt die Sparte Mountainbike. Warum das so ist, findet sich im Protokoll der Versammlung.

„Dies ist besonders auf den Verein Geländefahrrad Aachen zurückzuführen, der es in beeindruckender Weise geschafft hat, in einem Waldgelände in Aachen einen Bikepark mit Genehmigung der Stadt Aachen und des Forstamtes zu errichten.“

Das bringt Zulauf. Denn ein offizieller Bikepark, entstanden am Dreiländereck in Vaalserquartier, bündelt das Interesse an dieser Sportart, dämmt wilde Fahrten auf verbotenen Wegen ein. Und genau das war und ist eines der Ziele des noch jungen Vereins der „Geländeradler“.

Beeindruckend ist auch, in welcher Geschwindigkeit sich der Verein Geländefahrrad Aachen entwickelt hat. Rund 20 junge Leute um den 22-jährigen Vorsitzenden Dominik Brachmanski trafen sich im Oktober 2010 zur Gründungsversammlung in Aachen, ehe der Klub dann im Februar 2011 ins Vereinsregister eingetragen wurde. Heute, nur vier Jahre später, dürfen die drei geschäftsführenden Vorstände Brachmanski, René Hamacher (28) und Mirijam Wittenbecher (28), die gleichzeitig stellvertretende Bezirksvorsitzende ist, stolz darauf sein, mit 570 Mitgliedern den größten Verein im Landesverband Nordrhein-Westfalen zu führen.

Zudem gehören dem 15-köpfigen erweiterten Vorstand unter anderem Christian Häberle (28) und Marcel Binsfeld (24, beide Bereich Werkstatt) sowie Max Hanbücken (23) und Christoph Schmitt (26, beide Bereich Jugend) an. Ein ganz junges Team also, das dank engagierter, seriöser Arbeit durchaus Grund hat, stolz zu sein auf das Erreichte. Brachmanski: „Der Grund, uns offiziell in einem Verein zu organisieren, war einfach: Wir wollten als Mountainbiker keinen Kleinkrieg mit Anwohnern, anderen Menschen und Behörden. Also haben wir versucht, alles auf solide, gesetzeskonforme Füße zu stellen.“

Das ist offenkundig gelungen. Neben dem großzügigen Bikepark am Dreiländereck, der in enger Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Forstamt entstanden ist, gibt es eine Fahrradwerkstatt in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendzentrum St. Hubertus an der Händelstraße, wo als nächste Aktion am 21. März ein Flohmarkt rund ums Rad stattfindet. „Vor Kurzem wurde dort die Fahrradwerkstatt eröffnet, in der wir ehrenamtlich defekte Räder von Kindern und Jugendlichen reparieren“, erzählt Brachmanski.

Der Maschinenbau-Student, in der Jugend erfolgreicher Bogenschütze, der zum Bundeskader gehörte, deutscher Jugendmeister im Einzel war und Team-Bronze gewann, „wollte das wettkampfmäßige Messen irgendwann nicht mehr. Ich habe 2008 letztmals an einer DM im Bogenschießen teilgenommen. Danach hatte ich keine Ambitionen mehr, habe mit dem Mountainbiken angefangen.“ Heute steht der MTB-Sport im Mittelpunkt. „Eine Abteilung Leistungssport könnte ich mir auch vorstellen, die gibt es aber noch nicht in unserem Verein“, sagt er. „Bisher sind Breiten- und Freizeitsport unsere Schwerpunkte.“

Und damit alles rechtens zugeht, alle in geregelten Bahnen unterwegs sein können und sind, ist der 22-Jährige sozusagen das Bindeglied zwischen Verein und Behörden. Brachmanski sagt: „Wir müssen den Verein in seinen Abläufen und Prozessen so organisieren, dass alles stabil funktioniert und die rechtlichen Rahmenbedingungen unproblematisch sind.“ Das klingt gut und ist es auch. Und er sagt: „Mein Job besteht darin, den Verein zusammen mit dem Vorstandsteam zu gestalten, zu organisieren, Strukturen zu entwickeln und interne Abläufe zu optimieren.“

Jugendarbeit seit 2014

Das fängt an bei den offen zu tragenden Zulassungs- und Mitgliedskarten, wenn Mountainbiker die grandiose Strecke am Dreiländereck nutzen, und geht über Werkstattkurse bis zur 2014 begonnenen Jugendarbeit, um die sich zwei Koordinatoren kümmern, die etwa 30 Jugendliche betreuen und nicht nur ihrem Sport nachgehen, sondern auch Exkursionen zum Beispiel in die Kletterhalle planen und durchführen.

„Unsere stärkste Mitgliedergruppe sind die 20- bis 30-Jährigen“, erzählt Brachmanski. „Ein typischer Mountainbiker ist jemand, der am Anfang seines Berufslebens steht. Groß ist aber auch die Gruppe der 30- bis 35-Jährigen.“ So kommt Geländefahrrad Aachen als ein junger Verein daher, der aus aktiven Mitgliedern besteht, die ihrem Sport statt auf „Abwegen“ lieber auf genehmigten Strecken nachgehen.

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