Aachen - Die „Ladies“ verpassen gegen Dresden die große Sensation

Die „Ladies“ verpassen gegen Dresden die große Sensation

Von: Roman Sobierajski
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Und zurück ins gegnerische Feld: Aachens Mittelblockerin Tessa Polder (links) überrascht Dresdens Zuspielerin Mareen Apitz mit ihrer schnellen Reaktion. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Das Lob nach Spielende kam aus berufenem Munde und es ging sowohl an die Kapitänin wie an das ganze Team. „McKenzie Adams kann an einem guten Tag jeden allein schlagen“, schätzte Alex Waibl, Trainer des Dresdner SC, die Leistung der Aachener Frontfrau ein. „Und die Mannschaft spielt mit Sicherheit um Platz vier mit.“

Damit rückte er die „Ladies in Black“ in die Spitzengruppe der Volleyball-Bundesliga mit Schwerin, Dresden und Stuttgart, obwohl sich sein Team gerade mit 3:1 (25:21, 20:25, 25:18, 25:23) durchgesetzt hatte.

104 Minuten lang hatten die „Ladies“ dem FC Bayern des Frauen-Volleyballs alles abgefordert – und unterlagen schließlich so, dass Aachens Trainerin Saskia van Hintum meinte, sie sei „erstmals enttäuscht“ über das Ergebnis. Mit 4:0 zogen die „Ladies“ zu Beginn davon, leisteten sich dann eine kleinere Schwächeperiode, die die Dresdnerinnen zur 16:13-Führung zur zweiten technischen Auszeit nutzten. Der Drei-Punkte-Vorsprung hielt in einem Match auf Augenhöhe bis zum Satzball, den Dresden mit einem Angriff durch die Mitte zur 1:0-Führung veredelte.

Im zweiten Satz sahen die 1010 Zuschauer die entgegengesetzte Choreographie: Dresden lag 5:1 vorn, die „Ladies“ starteten die Aufholjagd. Waibl hatte sein Team gut auf die langen, schnellen Zuspiele von Britt Bongaerts auf die Position vier eingestellt – und damit eine starke Aachener Waffe stumpf gemacht. Dafür fand der Block der „Ladies“ immer stärker in die Partie und entnervte die Dresdner Angreiferinnen, so dass selbst Topscorerin Piia Korhonen entnervt ausgewechselt wurde.

Variables Angriffsspiel

Die Aachenerinnen bestimmten mit ihrem variablen Spiel das Geschehen, gaben sich fast keine Blöße mehr und ein kaum retournierbarer Aufschlag von Bongaerts sorgten für den Satzausgleich – und für eine längere Traineransprache in der Dresdner Kabine in der Zehn-Minuten-Pause.

Dennoch schienen eher die Gastgeberinnen davon beseelt zu sein, Dresden im 22. Aufeinandertreffen der beiden Teams die erste Niederlage beizubringen. Die „Ladies“ führten, doch dann „haben wir abgewartet, was Dresden macht“, fasste van Hintum den kardinalfehler zusammen. Die Dresdnerinnen befreiten sich und zogen auf 18:13 davon, Sasa Planinsec vollendete zur 2:1-Satzführung.

Und damit war die Messe eigentlich gelesen, zumal sich der Netzrichter mit vier Entscheidungen gegen Aachen bis zum Stand von 4:8 nachhaltig vorstellte. So führte Dresden bereits 16:9, als die große Aufholjagd begann. Angeführt von einer immer stärker aufspielenden Adams fighteten, ackerten und zauberten sich die Aachenerinnen wieder heran, verkürzten auf 17:20, gingen mit 23:22 in Führung, schafften es nicht, im Rückschlag den Satzball zu erzwingen – und gaben das Match nach drei gegnerischen Punkten in Folge doch noch ab, die Sensation wurde auf der Ziellinie abgeblasen.

„Wir sind ein sehr starkes Team“, freute sich Aachens Kapitänin dennoch über den Auftritt ihrer Mannschaft. „Und wenn wir es schaffen, unsere Fehler noch weiter zu minimieren, werden wir noch stärker werden.“

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