München - Die Borussia läuft nur hinterher

Die Borussia läuft nur hinterher

Von: Maik Rosner
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Macht sich kleiner, als er ist: Julian Korb ist verblüfft, dass Arturo Vidal köpfen kann, Nico Elvedi sieht verschüchtert aus. Foto: imago/Sven Simon

München. Dass dieser Vergleich ganz grundsätzlich anders gelaufen sein musste, als die jüngsten vier, hätte sich auch ohne direkte Ansicht mühelos feststellen lassen. Allein die Mängelliste von Borussia Mönchengladbachs Trainer André Schubert reichte ja von „nicht in die Zweikämpfe gekommen“ bis „wir waren einfach nicht frisch genug“.

Und lauschte man dann neben den VfL-Profis André Hahn („Wir sind nur hinterhergelaufen“) und Yann Sommer („Wir kamen nicht klar“) auch noch Karl-Heinz Rummenigge, dann war endgültig klar, wie die Punkte und Launen am Samstagabend verteilt waren.

Es kommt beim Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern ja nicht ganz so häufig vor wie beispielsweise bei Thomas Müller, dass er nach einem Spiel vor allem mit launigen Sprüchen auffällt. Seine Nachsicht und gute Laune standen in einem scharfen Kontrast zu jenen Worten, die er zuletzt nach dem 2:2 bei Eintracht Frankfurt gewählt hatte, als er die Mannschaft für eine Leistung gemaßregelt hatte, die des FC Bayern nicht würdig gewesen sei. Am Samstagabend aber war seine Nachbetrachtung der Partie gegen Mönchengladbach vor allem von Heiterkeit geprägt. „Man muss nicht nur mit der ersten Halbzeit zufrieden sein, sondern mit dem ganzen Spiel“, sagte Rummenigge gelöst, „wir hatten das auch in der zweiten Halbzeit unter Kontrolle.“

Souveräner Auftritt

Beendet worden war zuvor durch das 2:0 (2:0) nicht nur die Serie von zuletzt vier sieglosen Spielen gegen die Borussia, sondern auch die jüngste Form- und Ergebnisdelle, die in der Bundesliga auch ein 1:1 gegen den 1. FC Köln hervorgebracht hatte. Diesmal aber stand ein dreifacher Punktgewinn zu keiner Zeit in Frage. Nicht nur, weil der FC Bayern durch die Tore von Arturo Vidal (16.) und Costa (31.) rasch für klare Verhältnisse gesorgt hatte. Sondern vor allem, weil den Münchnern ein weitgehend souveräner Auftritt gelungen war.

Das mussten auch die Gladbacher anerkennen, die diesmal mit nur zwei nennenswerten Chancen weit entfernt davon waren, für eine weitere Überraschung zu sorgen. „Bayern hat das Spiel klar dominiert. Wir waren physisch und gedanklich nicht in der Lage, Paroli zu bieten“, sagte Schubert. „Wir waren zwar die ganze Zeit dabei, kamen aber nie so richtig rein“, befand Mittelfeldspieler Christoph Kramer.

Es ließ sich eine Rückkehr zu jener Dominanz feststellen, mit der die Münchner in den vergangenen drei Spielzeiten unter Pep Guardiola ebenso meist aufgetreten waren wie unter seinem Nachfolger Carlo Ancelotti in der Frühphase dieser Saison. Am Ende stand nun trotz kleiner Makel in der zweiten Halbzeit wie Hahns Pfostenschuss (71.) ein ungefährdeter Sieg, der die jüngste Debatte um die Verwundbarkeit des Meisters drei Tage nach dem noch nicht so überzeugenden 4:1 in der Champions League gegen die PSV Eindhoven weiter beruhigte.

Zu viel Champions League

Aus Sicht der Borussia war die erste Niederlage für Schubert gegen den FC Bayern auch ein Beleg der sehr unterschiedlichen Voraussetzungen. Die Münchner konnten es sich leisten, ihre Rotation fortzusetzen und neben den ganz geschonten Philipp Lahm und Jérôme Boateng nur in Teilzeit auf Thomas Müller und Joshua Kimmich zurückzugreifen. Gleich sechs verletzungsbedingte Absenzen musste Ancelottis Kollege André Schubert dagegen versuchen aufzufangen. Es sollte nicht gelingen, anders als noch beim 2:0-Sieg bei Celtic Glasgow in der Champions League am Mittwoch.

Da passte es ins Bild, dass Müller später von einem „unserer souveräneren Spiele in den letzten Wochen“ sprach. Und ebenso, dass Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl über die Reisen nach Glasgow und München sagte: „Wir haben noch nicht das Niveau, zwei Mal hintereinander Champions League zu spielen.“

Das Ligaspiel beim FC Bayern entsprach für ihn einem Auftritt in Europas Eliteliga. Auch das Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart am Dienstag sei eigentlich kein Vergleich zwischen einem Erst- und einem Zweitligisten, da die Schwaben höher einzustufen seien, befand Eberl.

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