Deutsche Volleyballer unterliegen Weltmeister

Von: Franz Sistemich und Lukas Weinberger
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Der Fingerzeig des Trainers: Raul Lozano gibt seinem Libero Thomas Kröger Tipps mit auf die nächsten Ballwechsel. Foto: Sistemich

Düren. Zwölf Volleyballer umfasst der Kader einer Mannschaft. Mit 17 Aktiven war der neue deutsche Bundestrainer in die Vorbereitung auf seine erste Herausforderung gegangen. Folglich hätte Raul Lozano, der Nachfolger von Stelian Moculescu, fünf Akteure vor dem Kraftakt gegen Weltmeister Brasilien streichen müssen.

Die Wade eines seiner Schützlinge ersparte ihm eine Entscheidung: Georg Grozer, Diagonalangreifer des deutschen Rekordmeisters VfB Friedrichshafen, musste vor der Partie in der Arena Kreis Düren passen. Der 24-Jährige erhielt von Teamarzt Dr. Dieter Hunold weiter wegen seines Muskelfaserrisses Spielverbot.

Ob Lozanos Mannschaft am gestrigen Abend mit Grozer den seit etlichen Jahren auf höchstem Niveau spielenden Südamerikaner zumindest einen Satz hätte abluchsen können, ist ebenso fraglich. Zwar unterlagen die Deutschen vor 2000 Zuschauern in der fast ausverkauften Arena den Mannen von Star-Trainer Bernardinho 0:3 (25:27, 17:25, 25:27), doch im Duell der beiden neu formierten Mannschaften hielten die Gastgeber zwei Sätze gut mit. Im dritten Abschnitt lagen sie zeitweise gar mit drei Punkten und zwei Satzbällen vor. Und so war es kein Wunder, dass Mannschaftskapitän Björn Andrae feststellte: „Es hat riesigen Spaß gemacht, vor dieser tollen Kulisse gegen den Weltmeister und Weltranglistenersten spielen zu können.”

Von den Zuspielkünsten des Trainersohnes Bruno oder den Annahmefähigkeiten eines Sergio oder den kraftvollen, schnellen Angriffen über die Mitte durch Joao Paulo überzeugten sich nicht nur die unermüdlich anfeuernden „Moskitos”, auch Trainer wie Michael Mücke oder Bernd Werscheck oder Weltklassebeacher wie die Dieckmann-Brüder verfolgten mit größtem Interesse den sportlichen Wettstreit.

Musikalisch hatte sich der Vergleich schon auf dem Vorplatz der Arena angekündigt. Die Samba-Gruppe „Pes Quentes” aus Düren heizte den Fans ein. Denen wurde nicht nur wegen der Musik warm, sondern auch, als die Volleyballer aus Südamerika dank der wuchtigen Aufschläge des Trainersohnes 4:0 in Führung gingen. Raul Lozano sah sich genötigt, bei seiner Premiere als deutscher Coach direkt die erste Auszeit zu nehmen. Sie wirkte. „Was die mit ihren Aufschlägen können, kann ich auch”, dachte sich Markus Böhme. Der Charlottenburger führte sein Team zum Ausgleich.

Und die Fans waren fortan hellwach. „Ich bin froh, dass sich so viele Zuschauer an diesem Spiel erfreuen können”, sagte Goswin Caro. Besonders das schnelle Zuspiel der Brasilianer hatte dem Sportlichen Leiter von Evivo Düren angetan - aber auch Aufschläge wie die Böhmes: „Dann wackeln die Brasilianer.” Die wackelten vor allem im dritten Satz. Dass der trotzdem verloren ging, lag für die deutschen Spieler an kleinen Fehlern und Abstimmungsschwierigkeiten.

Jochen Schöps: „Für eine Generalprobe war unsere Leistung schon ziemlich gut. An der Abstellung der kleinen Fehler arbeiten wir noch.” Und auch Hachings Sebastian Schwarz erklärte die vorhandenen Defizite mit der kurzen Zeit, die das Team erst zusammen ist: „Ärgerlich, dass wir diese Chancen zum Satzgewinn nicht genutzt haben. Aber wenn wir länger zusammen sind, passieren uns diese Fehler nicht mehr.”
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