Deutsche Skispringer jubeln über Silber

Von: Eric Dobias, dpa
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Vancouver 2010 - Skispringen
Martin Schmitt, Michael Uhrmann, Andreas Wank and Michael Neumayer (v.l.) feiern die Silbermedaille. Foto: dp<

Whistler. Den deutschen „Adlern” sind bei den Olympischen Winterspielen doch noch riesige Flügel gewachsen. Michael Neumayer, Andreas Wank, Martin Schmitt und Michael Uhrmann gewannen bei einem nervenaufreibenden Mannschaftsspringen am Montag auf der Großschanze von Whistler mit Silber die erhoffte Medaille.

Gold ging mit Riesenvorsprung an die Topfavoriten aus Österreich, die seit 2005 alle wichtigen Team-Wettbewerbe gewonnen haben. „Das ist sicherlich der größte Erfolg, an dem das ganze Team beteiligt war. Ich bin stolz auf diese Mannschaft und freue mich, der Chef dieses Teams zu sein”, sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Vor allem für Schlussspringer Uhrmann wurde es ein Nervenspiel: Er musste ebenso wie der Norweger Anders Jacobsen und der Österreicher Gregor Schlierenzauer wegen zu starken Windes minutenlang warten, ehe er von der Schanze durfte. „Das war ein Supersprung. Ich wollte und habe mich nicht aus der Ruhe bringen lassen”, sagte der Routinier aus Rastbüchl, nachdem seine Teamkollegen im Freudentaumel über ihn hergefallen waren. „Für mich war klar, die bekommen uns da vorne nicht mehr weg.” Auch Neumayer war aus dem Häuschen: „Wir wollten unbedingt diese Medaille - und jetzt haben wir sie.”

Supertalent Gregor Schlierenzauer, Vierschanzen-Tourneesieger Andreas Kofler, der sechsfache Weltmeister Wolfgang Loitzl und Thomas Morgenstern, der Doppel-Olympiasieger von 2006, tollten am Ende siegestrunken durch den Schnee. Das Austria-Team stellte nach den Triumphen bei der WM 2005, 2007 und 2009 sowie bei den Winterspielen 2006 in Turin und nun in Vancouver die Serie der Finnen ein: Die Skandinavier waren von 1984 bis 1989 ungeschlagen. Zudem feierten die österreichischen Skispringer mit 1107,9 Punkten das erste Gold bei den Spielen nach zweimal Bronze für Schlierenzauer vom kleinen und großen Bakken.

Das Abschneiden des deutschen Teams mit 1035,8 Punkten vor Norwegen (1030,3) ist vor allem für Schmitt und Uhrmann eine Genugtuung: 2002 in Salt Lake City standen die heute 32- und 31- Jährigen noch ganz oben auf dem Treppchen. Vor vier Jahren in Turin gingen sie als Vierte leer aus, aber jetzt hat sich ihr Durchhaltevermögen ausgezahlt.

Der Medaillenkampf hatte verheißungsvoll begonnen: Neumayer flog im ersten Durchgang auf 137 Meter und ballte die Faust. „Das war ein Traumstart. Ich bin voll happy über den Sprung”, meinte der Berchtesgadener und legte dann 136,5 Meter nach. Schmitt, der nach überstandenem Erschöpfungssyndrom nicht mehr zu seiner Topform gefunden hat, kam nur auf 128 und 122 Meter und ließ die Deutschen nochmal mächtig zittern. „Ich wollte den Vorsprung nicht nur verwalten, sondern ausbauen”, meinte der Schwarzwälder. „Ich bin nur leider verdreht rausgekommen, deshalb ist das schiefgegangen. Aber jetzt bin ich superglücklich.”

Nach einer schwierigen Saison hatte Bundestrainer Schuster das Teamspringen als wichtigsten Wettbewerb ausgerufen. Doch nur Uhrmanns fünfter Platz auf der Einzelschanze und Neumayers Rang sechs auf der Großschanze gaben Anlass zu Optimismus. Zudem waren Schmitt und Co. bei der WM 2009 nur auf Platz zehn gelandet - doch bei Olympia hüpften sie aufs Treppchen zurück.

Die Österreicher gewannen im Feld der zwölf Quartette mit dem größten Abstand, den es je bei Winterspielen gegeben hat. Doppel- Olympiasieger Simon Ammann mussten sie dieses Mal nicht fürchten: Die Schweizer haben zu wenige Weltklasse-Springer, um eine Mannschaft stellen zu können. Die Finnen mussten sich nach dem Ausfall ihres Routiniers Janne Ahonen (Knieverletzung) mit Platz vier begnügen.
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