Der TK Kurhaus Aachen krönt sich erneut

Von: Roman Sobierajski
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Jubel im Kurpark: Der TK Kurhaus Lambertz Aachen ist Deutscher Meister. Foto: Andreas Steindl
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„Väter und Söhne“ des Erfolgs: Frantisek Cermak (von links), Andreas Beck, Hauptsponsor Dr. Hermann Bühlbecker, Teammanager Alex Legsding, Trainer Carsten Arriens, Philipp Petzschner, Matthias Bachinger, Daniel Brands, Präsident Markus Winkler, Betreuer Stefan Kirsch, Physio Günter Vieß, Cedrik-Marcel Stebe und Michal Mertinak. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Am Ende, da trennten sich Blau-Weiß Halle und Grün-Weiß Mannheim am letzten Spieltag der Tennis-Bundesliga schiedlich, friedlich unentschieden 3:3. Die Begegnung lief allerdings noch, als der TK Kurhaus Aachen schon Nägel mit Köpfen gemacht hatte.

 Das Lambertz-Team besiegte in einem packenden Finish auch den Rochusclub Düsseldorf und holte aus eigener Kraft die Deutsche Meisterschaft – der dritte Titel in Folge, der fünfte Eintrag auf dem Meisterpokal, den Klaus Eberhard als Vertreter des Deutschen Tennis-Bundes überreichte, in den letzten sechs Jahren.

Den Grundstein für diesen Erfolg hatte der TK Kurhaus bereits am vergangenen Wochenende gelegt, als dem ärgsten – und letztendlich einzigen – Verfolger Blau-Weiß Halle ein Unentschieden abgerungen worden war, und Aachen somit die Tabellenführung bei Punktgleichheit mit nur vier Matchpunkten Vorsprung verteidigte. Doch Düsseldorf als finaler Gegner hatte ganz andere Pläne, als nur den klatschenden Gratulanten bei der Aachener Meisterparty zu spielen. Nicht das vom Düsseldorfer Teamchef angekündigte „Kuchenteam“ lief für den Rochusclub auf, für den es weder nach oben noch nach unten um irgendwas ging, es war eine „Schwarzwälder-Kirsch-Torte mit vielen Sahnehäubchen“, wie Aachens Teammanager Alex Legsding vor dem ersten Aufschlag mit düsterer Miene feststellte.

Doch das Gesicht des Teamverantwortlichen hatte sich bereits nach den vier Einzeln deutlich aufgehellt: Bis auf Philipp Petzschner, der an Position eins sein Match gegen den Niederländer Igor Sijsling im Champions Tiebreak knapp mit 8:10 abgeben musste, gingen alle drei Punkte an die Hausherren: Matthias Bachinger gewann an Position zwei ebenso glatt wie Cedrik-Marcel Stebe an Position vier.

Mit Gegenwind und Druck

Lediglich Simon Greul brauchte wie immer Gegenwind und gegnerischen Druck, um richtig ins Spiel zu finden, brachte seinen eigenen Champions Tiebreak dann aber souverän mit 10:2 nach Hause.

Zu diesem Zeitpunkt zeigte der Liveticker für die Partie in Halle den Zwischenstand von 2:2 nach den Einzeln an, was unter den 2036 Zuschauern auf der Anlage im Aachener Kurpark für Raunen sorgte, denn bei nur einem gewonnenen Doppel der Mannheimer wäre der TK Kurhaus schon zu diesem Zeitpunkt faktisch Deutscher Meister gewesen.

Doch das Publikum nahm den Nervenkitzel sicherlich dankbarer an als die Spieler, die auf dem Platz standen, und die Mannschafts-Angehörigen, die von außen mitzitterten: Daniel Brands war eigens von Cincinnati über München nach Aachen gekommen, um mitzufeiern, Florian Mayer war wie immer unermüdlich via SMS aus Montreal dabei.

Die erste Chance, den Sack endgültig zuzumachen, hatte die Paarung Philipp Petzschner/Matthias Bachinger: Der unglücklichen 6:7-Niederlage im ersten Satz ließ das Top-Doppel im zweiten Durchgang ein knallhartes 6:0 folgen, hatte also Matchball im erneuten Champions Tiebreak. Doch die niederländischen Kontrahenten Igor Sijsling/Jesse Huta Galung wollten partout nicht die Geburtshelfer für den insgesamt fünften Aachener Triumph spielen und brachten die Alles-oder-Nichts-Lotterie mit 10:6 nach Hause.

So strömte das gesamte Publikum vom Center Court zu Platz fünf, wo sich die Aachener Andreas Beck/Frantisek Cermak und auf Düsseldorfer Seite Martin Emmrich/Pere Riba-Madrid gegenüber standen. Eine zähe Partie, der erste Satz ging 6:4 an Aachen, im zweiten Satz schenkten sich die Gegner keinen Millimeter Boden, bis Aachen das vorentscheidende Break zum 5:4 gelang. Das anschließende Aufschlagspiel war nur noch Formsache, der TK Kurhaus krönte sich selbst – ohne Schützenhilfe aus Halle. „Das war ein Wahnsinnstag“, frohlockte Legsding nach dem Triumph, „heute Morgen hatte ich weiche Knie. Jetzt muss ich muss ganz tief den Hut vor den Jungs ziehen.“

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