Der Meisterpokal ist schon frisch poliert

Von: Roman Sobierajski
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Aachen. Die letzten Vorkehrungen sind getroffen beim amtierenden deutschen Mannschaftsmeister im Tennis, dem TK Kurhaus Aachen. Der silberne Meisterpokal ist frisch poliert, der Vereinsname als bislang letzter der 34 Titelträger am Fuß eingraviert.

Ein Zustand, der bald schon wieder überholt sein könnte, auch wenn in der Liga noch zwei Spieltage in der Tennisbundesliga anstehen.

Denn der TK Kurhaus kann bei einem Erfolg am Sonntag (11 Uhr) beim Aufsteiger TV Espelkamp-Mittwald vorzeitig alles klarmachen und den Erfolg aus der vergangenen Saison wiederholen. Wenn auch nicht so souverän wie in der vergangenen Saison, als das Team, das von Lambertz-Chef Dr. Hermann Bühlbecker gesponsert wird, ohne Punktverlust den Titel nach Aachen holte.

Ungeschlagen ist der TK Kurhaus auch in der laufenden Saison, das Team musste bislang bei fünf Siegen jedoch zwei Unentschieden in Kauf nehmen. „Wir müssen nicht auf die anderen schielen, wir haben alles selbst in der Hand”, meint Aachens Trainer Gideon Hilb selbstbewusst, auch wenn Blau-Weiß halle nur einen Punkt hinter Aachen auf seine Chance lauert. „Wer Meister werden will, der muss eben die letzten beiden Begegnungen gewinnen.”

Beim Deutschen Tennis Bund neigt man dazu, immer noch ein wenig verächtlich auf die Bundesliga zu schauen, die eine grandiose Vergangenheit vorweisen kann (Doppel-Weltmeister Karl Meiler hatte „der Amberger” als festen Namensbestandteil, selbst Boris Becker trat für den TV Sundern auf nationalem Parkett an).

Doch auch einige harte Jahre stehen in der Bilanz, in denen fast ausschließlich spanische und südamerikanische Sandplatz-Wühler das Geschehen bestimmten, ergänzt durch ein paar in die Jahre gekommenen Ex-Größen, die sich dort ein Zubrot verdienten.

Doch die Wertschätzung für die Liga hat sich geändert, und die Spieler, die sonst in der Knochenmühle der ATP-Tour das ganze Jahr zwischen Flughafen, Center Court und Hotelzimmer pendeln, nutzen die Spiel-Wochenenden auch, um im Team so etwas wie Familienersatz zu finden.

„Die Spieler sind befreundet und freuen sich alle, sich am Spieltag zu sehen. Philipp Petzschner ist so ein bißchen der Spaßvogel in der Mannschaft, und auch Florian Mayer ist ganz schnell aufgetaut”, bestätigt auch Kurhaus-Teamchef Alexander Legsding, der viele große Namen des deutschen wie auch des internationalen Tennisgeschehens auf seinem Meldebogen stehen hat.

Neben Petzschner und Mayer treten auch Rainer Schüttler und Philipp Kohlschreiber für Aachen an, Simon Greul und Dominik Meffert sind die weiteren Deutschen im Team.

„Zieht man die Top-Ten-Spieler ab, treffen in der Bundesliga die selben Spieler aufeinander wie beispielsweise in Hamburg-Rothenbaum auch, dem größten deutschen Tennisturnier”, beschreibt Trainer Hilb das extrem gestiegene Niveau. Janko Tipsarevic (Mannheim) etwa hat an der Seite von Viktor Troicki (Halle) den Team World Cup „gegen Aachen” (Schüttler/Kohlschreiber) gewonnen, Fabrice Santoro und Mischa Zverev gehören zu den Topkräften beim Rochusclub Düsseldorf.

Auch wenn beim Auftritt beim TV Espelkamp von der Papierform her alles für den meisterlichen Gast spricht, kampflos will sich der Aufsteiger nicht beugen, verspricht der Trainer und Teammanager der Ostwestfalen, Tobias Löhbrink: „Wir brauchen noch unbedingt zwei Punkte für den Klassenerhalt. Und vor heimischem Publikum werden wir kämpfen wie die Löwen.”
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