Der FC ist zurück in der Zukunft

Von: Roman Sobierajski
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Kölner Konfetti: Bereits zum fünften Mal bejubelt der 1. FC Köln den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga, erstmals mit einer Meisterschale. Foto: dpa

Köln. Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren zogen schwarze Schwaden durch das Kölner Stadion, wütende Fans stürmten nach der bitteren Niederlage des 1. FC Köln gegen Bayern München, die den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga bedeutete, den Platz. Und Lukas Podolski nahm erneut Abschied von dem Scherbenhaufen mit der großen Vergangenheit und der traurigen Gegenwart.

Nicht erst mit dem 4:0-Sieg über den FC St. Pauli beim letzten Heimspiel der Saison am Sonntag ist die Rückkehr in die Beletage des deutschen Fußballs wieder perfekt, doch mit der Zweitliga-Meisterschaft ist nun die Gegenwart rosarot – und die Zukunft soll erst noch eine große Vergangenheit werden.

„Diesen Moment sollten wir einfach genießen“, konstatierte Stürmer Patrick Helmes, der über reichlich FC-Erfahrung verfügt. „Wir haben in der Vergangenheit wenig gewonnen und sehr, sehr viel mitgemacht“ hielt der 30-Jährige fest und konnte sogar der ästhetisch fragwürdigen Meisterplatte einiges abgewinnen. „Titel ist Titel, wer weiß, wann der nächste kommt. Ich habe genug von diesem Fahrstuhl-Hickhack.“

Fast keine Wünsche offen

Die Fans im ausverkauften Stadion bekamen zum Heimfinale jedenfalls nicht nur vor und nach dem Anpfiff eine Riesenpartie geboten, auch die 90 Minuten auf dem Rasen ließen keine Wünsche offen: Eine Kopfballparade von Ersatztorwart Thomas Kessler leitete schon in der 13. Minute den Kölner Führungstreffer ein. Kazuki Nagasawa bediente mustergültig Anthony Ujah, der zum 1:0 vollstreckte. Für den zweiten Treffer sorgte Jan-Philipp Kalla (39.) mit einem Eigentor, nach einem Querpass von Risse. Nur vier Minuten später legte Daniel Halfar den Ball perfekt in den Lauf von Helmes, der zum 3:0 vollendete (43.).

Die Volleyabnahme einer Lehmann-Ecke durch Sascha Bigalke (61.) bedeutete den Endstand, da der frisch eingewechselte Kevin McKenna bei seinem letzten Auftritt im Kölner Trikot vor eigenem Publikum nach sechs Minuten auf dem Platz einen Strafstoß verschoss (70.). „Nun ja, Elfmeter sind in dieser Saison nicht unbedingt unsere Stärke“, frotzelte Helmes den Kanadier, der nach sieben Jahren im FC-Trikot gefeiert seinen Abschied gab.

„Das war für uns alle eine sehr emotionale Partie, und ich hätte McKenna zum Abschied das Tor gegönnt, das war das Einzige, was fehlte“, blickte Matthias Lehmann, der dem 34-Jährigen bei dessen Einwechslung demonstrativ die Kapitänsbinde übergab, auf die Partie zurück. „Jetzt gilt es, auf dem geschaffenen Fundament aufzubauen und etwas Dauerhaftes zu errichten“, lenkte Patrick Helmes den Blick dagegen in Richtung Zukunft. „Denn was hier von den Fans auf den Rängen geboten wird, ist schon seit langem phänomenal.“

Emotionale Volltrunkenheit klingt sicher anders, auch wenn FC-Trainer Peter Stöger sein rotes Sakko vor der Bierdusche vorsichtshalber abgegeben hatte. Als Talisman wollte der Österreicher das Kleidungsstück aber nicht verstanden wissen. „Glück haben wir in dieser Saison selten gebraucht. Und meine Glücksbringer haben meistens auf dem Platz gestanden.“ Die Fans kleideten in ihrer Choreo das gesamte Geschehen in einen einzigen Satz: „Der FC ist wieder da.“ Zurück in der Zukunft.

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