Der 1. FC Köln und sein Wiedersehen mit Alex Meier

Von: Lukas Weinberger
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Der dritte Streich: Frankfurts Stürmer Alex Meier schießt beim 6:2-Hinspielsieg gegen Köln das zwischenzeitliche 3:0. Matthias Lehmann (links) und Timo Horn schauen nur hinterher. Foto: sport/Jan Huebner

Köln. Es kam für Peter Stöger nicht besonders überraschend, dass er aufgefordert wurde, doch auch etwas zu Alex Meier sagen, damit hatte der Trainer des 1. FC Köln schon gerechnet. Meier, 33, ist Stürmer bei Eintracht Frankfurt, Kölns nächstem Gegner, und es ist generell schwierig, über Frankfurt zu sprechen, ohne etwas zu Meier zu sagen, und in Köln ist es eigentlich unmöglich.

So war das auch vor dem Heimspiel gegen die Eintracht (Samstag, 18.30 Uhr). „Es weiß doch jeder, dass Alex Meier für die Frankfurter sehr wichtig ist“, sagt Stöger. „Er ist ihr gefährlichster Spieler.“

Diese Einschätzung mit Fakten zu untermauern, ist nicht schwer, die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Vergangene Saison wurde Meier mit 19 Treffern Torschützenkönig der Bundesliga, auch in dieser Spielzeit war er schon wieder elf Mal erfolgreich. Und die Kölner haben die Treffsicherheit des Stürmers zuletzt gleich mehrfach aus nächster Nähe beobachten können: Drei seiner Saisontore hat er beim 6:2-Hinspielsieg der Eintracht gegen Köln geschossen, insgesamt hat er in den vergangenen drei Spielen sieben Mal gegen den FC getroffen.

Eigentlich müsste Stöger also gar nicht vor dem Frankfurter Angriff, oder besser: Alex Meier, warnen, aber er tut es dann trotzdem: „Sie können mit ihrer Qualität in der Offensive immer für Gefahr sorgen.“ So war es auch im Hinspiel, als die Eintracht enorm effizient spielte – und Köln dazu seine schlechteste Saisonleistung zeigte. Stöger sagt: „Da haben wir viele, viele Fehler gemacht.“

Dazu zählten auch viele ausgelassene Chancen, sein Team hätte damals „vier, fünf Mal“ treffen können, sagt der Trainer. Von einer Revanche will Stöger aber trotz der Pleite im Hinspiel nichts wissen, sie sei längst abgehakt und deshalb bräuchte es keine Wiedergutmachung. „Wir haben ja in den folgenden Spielen und im Saisonverlauf eine gute Reaktion auf die Niederlage gezeigt.“

Kölner Favoritenrolle

Gegen Frankfurt ist der FC so etwas wie der Favorit, wenn man denn einen benennen möchte, auch wenn die Eintracht schon ein paar Jahre länger wieder in der Bundesliga spielt. Jetzt aber ist Köln solide Neunter, Frankfurt hat als 15. nur zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Stöger erwartet von seinem Team, dass es die guten Auftritte in Wolfsburg (1:1) und Hamburg (1:1) bestätigt. Die Leistungen dort seien „ordentlich“ gewesen, man hätte beide Spiele gewinnen können, findet Stöger, „deshalb sind wir mit der Ausbeute nicht ganz zufrieden“. Um gegen Frankfurt die drei Punkte zu holen, bräuchte es wieder so eine Leistung. „Die Eintracht ist schwer auszurechnen“, sagt Stöger. Und immer für eine Überraschung gut.

Wie die Kölner auflaufen werden, ist vielleicht das größte Rätsel vor diesem Spiel. Alle Spieler bis auf Dusan Svento sind fit, der Konkurrenzkampf ist groß, Stöger sagt: „Alle sind gut drauf.“ Klar ist, dass der in Hamburg gelbgesperrte Kapitän Matthias Lehmann wieder auf seine Position im defensiven Mittelfeld rücken wird, unklar ist, wer seinen Platz in der Startelf räumen muss.

Dass Nationalspieler Jonas Hector, der zuletzt auf der Sechs gespielt hat, auf der Bank sitzen wird, ist genauso unwahrscheinlich wie eine Demission Yannick Gerhardts, der in den vergangenen beiden Spielen sehr gut gespielt hat. Filip Mladenovic, der Winterneuzugang für die linke Seite, hat vor allem in Hamburg einen starken Eindruck hinterlassen, und mit Dominique Heintz, Mergim Mavraj und Dominic Maroh haben auch die drei Innenverteidiger überzeugt, die Stöger zuletzt gemeinsam aufbot. Am ehesten aus der Startelf rutschen könnte noch Leonardo Bittencourt. Der Trainer sagt: „Es ist immer schwierig, wenn viele Spieler vieles richtig machen.“ Die Qual der Wahl, aber er möge ja Herausforderungen.

Sogar, wenn sie Meier heißt und beim Gegner spielt.

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