Das Ende der ATP-Turniere in Aachen ist besiegelt

Von: Roman Sobierajski
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Völlig abgehoben: Dustin Brown trug sich als letzter Spieler in die Siegerliste des Aachener Tennisturniers ein. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Der letzte Ball im Einzelfinale war gerade geschlagen, als das ganz große Aufgebot den Center Court betrat. Doch Veranstalter Michael Mronz, Turnierdirektor Tilo Busch, die Sponsoren, Ballkinder und Linienrichter fanden sich nicht nur ein, um Dustin Brown - wie schon im vergangenen Jahr zum Publikumsliebling gewählt - zu seinem 6:3, 7:6 (7:3)-Sieg über den Niederländer Igor Sijsling zu gratulieren.

„Wir sagen Tschüss, nicht Auf Wiedersehen”, verkündete Mronz, dass es im kommenden Jahr keine 21. Auflage des Tennis-Challengers am Brüsseler Ring mehr geben wird. „Das fällt uns sicher nicht leicht, denn wir hatten eine schöne Zeit.”

Noch während des laufenden Matches habe man sich bei Kaffee und Kuchen zusammengesetzt und hin und her überlegt, meinte anschließend Tilo Busch. „Die Entscheidung fiel dann aus dem Bauch heraus. Jetzt ist sicher ein guter Zeitpunkt, um aufzuhören.”

Für Dustin Brown, der seit 14 Tagen bei der ATP als Deutscher geführt wird und deshalb wohl nicht zufällig in schwarz-roter Kleidung und gelben Schweißbändern antrat, brachte der Sieg gleich zweifachen Grund zur Freude: Mit dem Finalerfolg hat der 25-Jährige, der im Halbfinale Vorjahressieger Rajeev Ram bezwungen hatte, die Qualifikation für das Hauptfeld der Australian Open in der Tasche. „Zudem bin ich happy, dass ich mich bei Igor revanchieren konnte. Der hat mir vergangene Woche in Eckental ordentlich den Hintern versohlt.”

Die Begegnung war einseitiger, als es das Ergebnis hergibt: Brown widmete sich mit Hingabe seiner Marotte, exakt mit dem Ball weiterzuspielen, mit dem er gerade bei seinem Service Erfolg hatte - und die „Versager” mit Verachtung zu strafen. Mit Erfolg: Der Rastaman mit dem jamaikanischen Vater schlug seinem Gegner ein Ass nach dem anderen um die Ohren und entschied den ersten Satz mit einem unreturnierbaren Aufschlag zum 6:3 für sich.

Auch im zweiten Satz hatten sich die Zuschauer nach dem Break zum 2:0 wohl schon auf Kaffee und Kuchen vor dem Doppelfinale eingerichtet, als ein Moment der Unachtsamkeit genügte, um den 23-Jährigen Niederländer, der im Halbfinale seinen Doppelpartner Ruben Bemelmans ausgeschaltet hatte, wieder ins Spiel zu bringen.

Sijsling hatte beim Stand von 5:4 für Brown einen Lob auf die Linie gesetzt, der beeindruckte Gegner produzierte dann einen Doppelfehler und musste den Ausgleich hinnehmen, statt den Satz zur Entscheidung zu bringen. Diese musste im Tiebreak fallen, den Dustin Brown mit 7:3 gewann. Der letzte Punkt fiel, wie konnte es anders sein, mit einem Ass.

Das Doppel entschieden in einer engen Partie Sijsling/Bemelmans gegen die Briten Delgado/Marray im Champions Tiebreak mit 11:9 für sich.
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