„Coolstes Meeting der Welt”: Ottos Traum vom Fliegen

Von: Heribert Förster
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Zuversichtlich: Björn Otto ge
Zuversichtlich: Björn Otto vor dem Aachener Rathaus. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Der Nachbau des Seitenliniensystems bei Fischen ist nicht Jedermanns Sache. Björn Otto hat sich Montagabend noch einmal in dieses Thema eingelesen, „der Abgabetermin für die Diplomarbeit wartet schließlich nicht”. Otto studiert Biologie in Köln, doch ob er jemals in diesem Bereich arbeiten wird?

Der Überflieger, der bei diesem sensationellen olympischen Wettkampf in London vor ein paar Wochen Silber gewonnen hat, will auf jeden Fall auch noch eine Pilotenausbildung anfangen.

Der Traum vom Fliegen lässt ihn nicht los. Wie auch der Stabhochsprung, mit dem er eigentlich abschließen wollte nach dieser Saison. So war der Plan...

Doch das erfolgreichste Jahr der Karriere hat einiges durcheinandergebracht im Leben des 34-Jährigen. Silber bei der EM in Helsinki, Silber bei Olympia, „nächstes Jahr werde ich auf jeden Fall noch springen”. Und vielleicht die Piloten-Ausbildung beginnen. Geht beides? „Das muss man sehen. Ich war nach London gerade mal fünf Tage zu Hause und hab mir noch keine konkreten Gedanken gemacht.”

Nun sind der Katschhof und das „NetAachen-Domspringen” nicht gerade mit London und Olympia zu vergleichen. Doch so einmalig das Erlebnis in England war („Gänsehaut von vorne bis hinten”), so einmalig ist das Springen in Aachen. Für Otto ist es „das coolste Meeting der Welt”.

Dass der Leverkusener überhaupt noch springen kann, ist ein kleines Wunder. Anriss der Achillessehne links 2007, Anriss der Achillessehne rechts 2009. Der Gedanke ans Aufgeben war „natürlich da, wenn dir neun, zehn verschiedene Ärzte sagen: Hör auf, das bringt nichts.” Aber er bekam es in den Griff. Er hat das Training umgestellt, trägt andere Schuhe, viele kleine Sachen änderte Otto. Was genau, verrät er nicht.

Fakt: „Ich hab verschiedene Sachen auf den Punkt gebracht.” Getreu dem Motto: „Lieber sechs effiziente Einheiten als zwölf ineffiziente.” Also „lasse ich den Quatsch, den man nicht braucht, jetzt einfach weg”.

Beschwerden hat er nicht mehr, und so treibt Otto noch vieles an. Sechs Meter, diese Schallmauer, will er noch einmal überfliegen. Pilot will er werden. Noch einmal in diesem Jahr in den Alpen mit dem Gleitschirm fliegen.

Und natürlich die Diplomarbeit beenden. Auch wenn er gerade die freudige Nachricht bekommen hat, dass er sie nicht schon am 13. September abgeben muss: Der Nachbau des Seitenliniensystems bei Fischen muss langsam fertig werden.
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