Aachen - CHIO 2018: ALRV-Vorstandschef Kemperman wagt keine Prognose

CHIO 2018: ALRV-Vorstandschef Kemperman wagt keine Prognose

Von: Christoph Pauli
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Sönke Rothenberger (links) kann beim CHIO Isabell Werth beerben, Laura Klaphake (rechts) geht zum vierten Mal in der Soers an den Start. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Pressekonferenzen vor dem CHIO verlaufen immer dem gleichen Muster ab. Meistens sitzen die Offiziellen im Haus Löwenstein vor der Silhouette der Stadt – auf der übrigens der optische Hinweis auf das „Weltfest des Pferdesports“ bislang fehlt – und wecken den Appetit auf die nächsten Turniertage. Die Experten vermitteln einen Überblick, verweisen auf Neuerungen, geben die letzten Zahlen heraus.

Zu den Traditionen gehörte dann auch immer, dass Frank Kemperman, der Vorstandsvorsitzende des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV), ein paar sportliche Einschätzungen für die anstehenden Prüfungen gab. Kemperman ist seit 25 Jahren Geschäftsführer beim größten Reitturnier der Welt, man kann ihn sicher einen internationalen Experten nennen.

In diesem Jahr aber hat sich Kemperman entschieden, keine sicheren Prognosen mehr abzugeben. Zu oft hat er jahrelang daneben gelegen. „Aachen ist eben Aachen, da sind die besten Paare am Start“, sagt er stattdessen und verzichtet fortan auf Insider-Tipps. Nun denn, es ist angerichtet, zwischen dem 13. und 22. Juli findet der nächste CHIO statt. Bereits ab Freitag turnen die Voltigierer in der Albert-Vahle-Halle auf dem Pferderücken. Es folgen Vielseitigkeits-, Dressur- und Springreiter und natürlich Vierspännerfahrer, die es auch wieder ins Gelände zieht.

Etwa 1000 Pferde – inklusive der Schaubilder – mehr sind in dieser Zeit in der Soers. Das Turnier ist für viele Starter die wichtigste Sichtung für die Weltreiterspiele, die im September in Tyron im Bundesstaat North Carolina stattfinden. Für viele Nationen ist es auch die Generalprobe, die sportlich fast den gleichen Stellenwert besitzt wie das Championat in den USA.

Die komplette Weltelite geht zum Beispiel in der Dressur in Aachen ins Viereck. Sönke Rothenberger könnte der Thronfolger von Isabell Werth werden. „Mein Cosmo ist jedenfalls das beste Pferd der Welt, er ist auf seinem Zenit“, sagt der 23-Jährige am Montag in Aachen. Bei den Deutschen Meisterschaften zog er im Grand Prix und Grand Prix Spécial an der Weltranglistenbesten vorbei und gewann nach dem Spécial auch den Titel in der Kür. In Aachen fehlen solche Siege noch. Auf dem familieneigenen Gestüt Erlenhof in Bad Homburg hat er Umzäunung, Viereck und Richterhaus des Aachener Turniers nachgebaut. Sein Wallach möge es lieber weitläufiger, sagt Rothenberger. „Er soll sich schon an die Umgebung gewöhnen.“

Rothenberger wird absehbar der einzige Mann in der deutschen Equipe werden, in der neben Werth noch Jessica von Bredow-Werndl und Dorothee Schneider erwartet werden. Selbst Helen Langehanenberg ist ein paar Wochen nach der Geburt ihrer Tochter schon wieder eine Kandidatin.

Deutschland ist zumindest noch beim Nationenpreis der Springreiter der Titelverteidiger. Im Vorfeld hat Bundestrainer Otto Becker bereits Maurice Tebbel, Marcus Ehning, Simone Blum, Hans Dieter Dreher und Laura Klaphake nominiert. Aus dem Quin- wird vor dem Flutlichtspringen am 19. Juli ein Quartett. Klaphake war im letzten Jahr nur mitfiebernde Zuschauerin beim Nationenpreis, das soll sich nun ändern. Die 24-Jährige kommt zum vierten Mal zu dem Turnier, das sie als kleines Mädchen vor dem Fernseher verfolgt hat. „Aachen bedeutet Gänsehaut pur“, sagt sie heute.

2,7 Millionen Euro Preisgelder

15 Millionen Euro beträgt das Budget des CHIO, fast 2,7 davon werden an Preisgeldern an die Sieger überwiesen. Eine Million Euro wird zusätzlich ausgeschüttet, wer den Rolex Grand Slam, also von den Turnieren in Calgary, Genf, s‘Hertogenbosch und Aachen, drei hintereinander gewinnt. Im letzten Jahr trug sich Grégory Wathelet (Belgien) in die Siegerliste ein, in Calgary Philipp Weishaupt, in Genf Kent Farrington (USA) und in s’Hertogenbosch der Belgier Niels Bruynseels. Wer sogar vier Turniersiege in Folge schafft, bekommt eine weitere Million. Einen Tipp wagt Turnierdirektor Kemperman – siehe vorn – nicht. Nur einen Hinweis: „Der einzige Starter, der in den letzten Jahren am Schlusstag in Aachen immer in der Top 10 ist, ist Scott Brash.“ Das ist vielleicht dann mehr als ein Geheimtipp, weil der Brite bislang der einzige Millionen-Gewinner ist.

 

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