Rom - Brasilianer zerstören Medaillentraum

Brasilianer zerstören Medaillentraum

Von: Michael Fox, dpa
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Rolle rückwärts: Deutschland verpasste mit Ferdinand Tille die Sensation und damit auch die erhoffte Medaille. Foto: dpa

Rom. Frustriert schlug Bundestrainer Raúl Lozano den Spielball zur Seite, seine jungen Spieler verließen mit hängenden Köpfen die große WM-Bühne Rom. Deutschlands Volleyballer haben die erhoffte Sensation gegen Titelverteidiger Brasilien klar verpasst und müssen weiter auf die erste WM-Medaille seit dem DDR-Gold 1970 warten.

Beim 0:3 (17:25, 20:25, 19:25) im alles entscheidenden Spiel um den Halbfinal-Einzug erwies sich der Titelverteidiger am Mittwoch als eine Nummer zu groß für das deutsche Team.

„Wir waren letzten Endes chancenlos. Wir sind heute in keinem Element so richtig ins Spiel gekommen”, klagte Sportdirektor Günter Hamel vom Deutschen Volleyball-Verband (DVV) nach dem enttäuschenden Auftritt. „Es war wieder so ein gebremstes Spiel, so ein ängstliches Spiel.” Die deutschen Volleyballer, die nun in Modena aber immerhin noch Platz fünf erreichen können, dürfen sich mit dem erfolgreichsten WM-Auftritt seit 36 Jahren trösten.

„Ich glaube, dass wir schwer zu schlagen sind, wenn wir gut spielen. Wenn wir den Respekt ablegen, können wir gegen sie mithalten”, hatte Bundestrainer Lozano seinem Team vor der Partie gegen den Weltmeister Mut gemacht. Doch einen Tag nach dem 3:0 gegen Tschechien agierten die DVV-Männer, bei denen der angeschlagene Zuspieler Patrick Steuerwald zunächst von Simon Tischer ersetzt wurde, von Beginn an verkrampft, jede Leichtigkeit fehlte.

Die historische Chance auf eine WM-Medaille lähmte sichtlich die Aktionen im deutschen Spiel. Dagegen nutzte Brasilien, das im bisherigen Turnierverlauf noch nicht überzeugen konnte, den Auftaktsatz zu einer Demonstration seiner Stärke. Viel zu rasch aus deutscher Sicht ging der wichtige erste Durchgang verloren.

Die südamerikanischen Ballzauberer, die sich noch gegen Tschechien zu einem Fünf-Satz-Sieg gequält hatten, ließen es nach dem Satzgewinn etwas ruhiger angehen. Doch anders als in der Testspiel-Serie gegen die Deutschen, bei der die DVV-Männer vor zwei Wochen überraschend zwei Siege feiern konnten, dominierte der Favorit die Partie weiter nach Belieben und stieß das überforderte deutsche Team vor allem in den entscheidenden Ballwechseln von einer Verlegenheit in die andere. Auf dem Weg zum Titel-Hattrick war auch der zweite Satz für den Weltranglisten-Ersten nicht mehr als eine Formsache.

„Eine WM ist etwas anderes als ein Freundschaftsspiel gegen Brasilien”, hatte der deutsche Kapitän Björn Andrae die Euphorie nach den Testspiel-Siegen relativiert. Und ausgerechnet im Endspiel um den Halbfinal-Einzug entpuppte sich dies als bittere Vorhersage. Auch im dritten Satz hatten die DVV-Männer gegen den Favoriten nichts zu melden, die einseitige Partie ging an den zweimaligen Olympiasieger.
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