Borussen-Duell: Im Normalfall „ein richtig gutes Spiel“

Von: Bernd Schneiders
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Mit Mundschutz und gefülltem Energie-Tank: Havard Nordtveit spielt für den gesperrten Christoph Kramer. Foto: sport/Moritz Müller

Mönchengladbach/Aachen. Wenn doch Fußball nur logisch wäre – Patrick Herrmann raus, André Hahn raus, Ibrahima Traoré raus, Raffael raus: Lucien Favre hätte eine große Auswahl an Spielern, die nach dem Pokal-Aus in Bielefeld am Samstag besser nicht zum Liga-Einsatz gegen Borussia Dortmund kämen. Natürlich wird Borussia Mönchengladbachs Trainer nicht so vorgehen.

Auch wenn es nach der verdienten Niederlage im Ostwestfälischen so manchen lockt, den Schweizer Tüftler nach seinen Einwechslungen auf der „Alm“ (Johnson, Traoré, Raffael) die rhetorische (Gegen-)Frage zu stellen: „Haben Sie Hrgota vergessen?“

Aber gut, gegen die andere Borussia wird der Platz besser, die Probleme der Edeltechniker und Sprinter damit geringer und das Spiel wenn nicht besser, dann zumindest ein ganz anderes sein. „Wenn es normal läuft, wird es ein richtig gutes Spiel, weil zwei fußballerisch veranlagte Mannschaften aufeinandertreffen und es für beide um etwas geht“, glaubt denn auch Dortmunds Trainer Jürgen Klopp.

Beiden stecken 120 Pokalminuten in den Knochen, Gladbach zusätzlich der psychologisch-physischen Ballast, nach dem Elfmeterschießen ausgeschieden zu sein und obendrein einen Tag weniger Erholungsmöglichkeit gehabt zu haben. „Wir kennen das von Europapokalspielen, dass unsere Gegner mehr Zeit hatten, sich auszuruhen“, sagt Favre und will sich nicht darüber ärgern. „Es ist so. Wir müssen das akzeptieren, weil wir es sowieso nicht ändern können.“ Gut damit umgehen konnten die Gladbacher vor allem auch deshalb, weil zum ersten Mal in diesem Jahrtausend die Auswechselbank kaum den abwertenden Begriff „Reserve“ verdient.

Aus der Alternativ-Schatztruhe muss sich Favre am Samstag aber auch zwanghaft bedienen. Christoph Kramer fehlt gelbgesperrt. Der Leih-Leverkusener wird durch den ehemaligen Stammspieler Havard Nordtveit ersetzt. Das Fehlen des Dauerläufers, der im Sommer zur Bayer Leverkusen zurückkehrt, lässt Jürgen Klopp an das Hinspiel denken und schmunzeln: „Ein Schelm, der Böses dabei denkt, damit da nicht wieder was passiert . . .“ In Dortmund hatte Kramer mit einem spektakulären Eigentor aus 45 Metern für eine hoch verdiente 0:1-Niederlage der Seinen gesorgt.

So weit kann auch Nordtveit schießen. Ansonsten aber steht der Norweger eher für nüchternen Fußball und passt damit wie auch der Lückenzuläufer Kramer recht gut zum Strategen und Lenker Granit Xhaka.

Die Dortmunder, die zuletzt eher durch Kampfkraft denn wie früher durch Angriffswirbel auffielen, hoffen bei der anvisierten Renaissance der alten Stärke wieder auf Marco Reus und Mats Hummels setzen zu können. „Beide sind auf dem Weg der Besserung“, verkündete Klopp und hofft dies auch grundsätzlich für seine Mannschaft, die bei der Hatz nach einem europäischen Wettbewerb logischerweise nicht nur auf den DFB-Pokal setzen wird. Ein Halbfinale bei den Bayern, da sollten Reus & Co. auch scharf drauf sein, den beschwerlicheren, aber realistischen Alternativweg über die Bundesliga zu gehen. Sechs Punkte hinter Platz 6, den derzeit der FC Augsburg einnimmt, sind aufzuholen, zumal viele Beobachter damit rechnen, dass den Power-Fußballern aus der Fuggerstadt zum Saisonende hin die Puste ausgehen könnte.

Mögliche Aufstellung: Sommer - Korb, Jantschke, Dominguez, Wendt - Nordtveit, Xhaka - Herrmann, Johnson - Raffael, Kruse

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