Aachen - Bösing schafft es erstmals in die Startelf

Bösing schafft es erstmals in die Startelf

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Aachener im Alemannia-Trikot: Kai-David Bösing steht am Samstag erstmals in der Startformation am Tivoli. Foto: Jerome Gras

Aachen. Am Freitag hat sich Kai-David Bösing noch ein paar zusätzliche Eintrittskarten besorgt, damit Freunde von ihm am Samstag bei einem ungewohnten Schauspiel dabei sein können. Alemannias Neuzugang darf spielen – in der Startformation. Das ist für ihn eine gute Nachricht, denn auch bei seinen letzten Vereinen Roda Kerkrade oder Fortuna Köln war der 23-Jährige immer nur Teilzeitkraft.

Und nun das: Im Nachholspiel gegen den 1. FC Köln (14 Uhr) darf er endlich mal wirbeln.

Sein Trainer Fuat Kilic hat sich schon vor der Mannschaft entschuldigt, weil er den 173 Zentimeter großen Profi bei manchen Einwechslungen zu oft übersehen hat. Mal verlangte die Situation nach robusten, kopfballstarken Spielern, und manchmal lag der Trainer bei seinen Einwechslungen auch daneben. Dazu später mehr.

Am Mittwoch hat Bösing Schützenhilfe bekommen, die er gar nicht wollte. Die Mannschaft musste bei schlechtem Wetter ihre Trainingseinheiten auf dem Kunstrasenplatz austragen, der in Wahrheit inzwischen eher ein ungedämpfter Betonplatz ist. Am Ende des Tages lagen zwei weitere Krankmeldungen vor. Neben dem Langzeitverletzten Marcel Damaschek meldeten sich noch Tobias Lippold (Wadenprobleme) und David Pütz (ausgerutscht und Knöchel verstaucht) ab. Dazu fällt am Samstag auch Daniel Hammel (Rückenprobleme) gegen die Zweitbesetzung des Bundesligisten aus. „Was ich von diesem Platz halte, wurde wieder grausam bestätigt“, sagt Fuat Kilic. Und die Aussichten, demnächst eine komplette Vorbereitung auf hartem Untergrund zu machen, bessern seine Laune nicht.

Den aktuellen Gegner hat Kilic vor der Saison zum engeren Favoritenkreis gezählt. Es ist dann anders gekommen, das Team von Patrick Helmes fiel so aussichtslos in der Tabelle zurück wie die erste Kölner Mannschaft in der Bundesliga. Inzwischen hat André Pawlak den Stab übernommen, sein Team räumt gerade das Feld von hinten auf. Zuletzt siegte es drei Mal in Serie, am Samstag auch gegen den Klassenprimus aus Uerdingen.

Für Aachen steht wieder ein Weichenspiel an. Immer wenn sich die Mannschaft zuletzt anschickte, das erste Tabellendrittel zu erreichen, gab es Rückschläge. Kilic hat in der Kabine um mehr Gelassenheit geworben. „Das ist kein Alles-oder-Nichts-Spiel, wir sollten nicht anfangen zu rechnen, was noch alles möglich ist. “

Auch für Bösing ist das kein Spieltag, an dem es um seine Zukunft geht. „Ich habe endlich die Chance, auf die ich solange gewartet habe, aber ich muss das Spiel nicht alleine gewinnen“, sagt er. „Ich weiß aber immer noch was ich kann und setze mich nicht unter Druck.“

Sein Trainer ändert gerade die Tonlage und kündigt im Winter Veränderungen im Kader an. Zum einen sollen junge Spieler, die bislang keine Rolle gespielt haben, mehr Einsatzzeiten bei anderen Klubs erhalten. Aber auch ein paar gestandene Spieler, deren Namen er noch nicht nennt, sollen ihre Spinde räumen. „Ich kann nicht monatelang jeden anschieben und im Training und Spiel auf eine gute Leistung hoffen. Da fehlt es häufig an realistischer Selbsteinschätzung.“

Die Kritik ist nicht auf Kai-David Bösing gemünzt, sagt er ausdrücklich. „Er hat sich in der Anfangsphase am Tivoli zu sehr unter Druck gesetzt, wohl auch, weil er aus einer höheren Liga gekommen ist.“ Zwischenzeitlich hat sich der Aachener wieder herangekämpft - wie so oft in den letzten Jahren. „Ich habe mich schon oft durchbeißen müssen.“

Für ihn geht da ein Kindheitstraum in Erfüllung. Bösing war Stammgast am alten Tivoli, beobachtete die krachende Eröffnungsniederlage am neuen Tivoli, in der Anfangsformation hat er dort noch nie gestanden.

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