Blau-Weiss Aachen darf jubeln: 3:3 und Klassenerhalt

Von: Wilhelm Peters
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Zeigte nach anfänglichen Problemen gegen Ante Pavic „ein Megaspiel“, wie Trainer Alex Jakubec sagte: Aachens Jannis Kahlke. Foto: Uwe Jaeckel

Aachen/Halle. Welch ein Auftritt! Das Ergebnis ist sensationell und sichert Aufsteiger Blau-Weiss Aachen den Klassenerhalt in der Tennisbundesliga: Das 3:3 beim noch amtierenden deutschen Mannschaftsmeister TC BW Halle am Sonntag war hochverdient, auch über eine Niederlage hätte sich der Gastgeber nicht beklagen können.

Da sich am letzten Spieltag der Vorletzte Bruckmühl-Feldkirchen und RW Köln die Punkte gegenseitig abnehmen, muss einer dieser beiden Klubs neben dem bereits als Absteiger feststehenden TC Neuss die bittere Pille zweite Liga schlucken.

Aachens Trainer Alex Jakubec zog einmal mehr symbolisch den Hut vor seinem Team: „Wir haben den Meister fast geschlagen. Ein unbeschreibliches Gefühl, dass wir den Klassenerhalt geschafft haben. Der ist sicher gut für den Klub, für uns Trainer, für den ganzen Verein, für die Stadt Aachen.“ Und Teamchef Marc Zander meinte: „Es lohnt sich, eine ausgeglichene Mannschaft zu stellen. Kontinuität wird eben doch manchmal belohnt.“

3:1 hieß es in Halle nach den Einzeln für die Jakubec-Mannschaft, nachdem Igor Sijsling, Aachens Nummer 1, trotz eines bärenstarken Auftritts dem Russen Aslan Karatsev im Champions Tiebreak noch den Vortritt lassen musste. Und auch im ersten Doppel zeigten Sijsling/Maxime Au-thom ihren Gegnern Karatsev/Ante Pavic fast deren Grenzen auf, ließen aber fünf Matchbälle liegen. Statt 4:2 für Blau-Weiss glich Halle noch aus. „Das war ein bisschen schade, weil Sijsling immer stark gespielt hat, aber am Ende meistens Pech hatte“, stellte sich der Coach vorbehaltlos hinter seine Nummer 1 im Team.

Die drei Siege des Außenseiters lieferten Geschichten: Da war Jannis Kahlke an Nummer 4, der gegen den kroatischen Zwei-Meter-Mann Ante Pavic zunächst Schwierigkeiten hatte. Vor allem die Aufschläge des „Riesen“ bereiteten Probleme. Kahlke gab den ersten Satz mit 3:6 ab, lag im zweiten ein Break hinten, ehe er des Trainers Tipp aufnahm, Pavic in Bewegung zu halten, ihn an der Grundlinie hin und her zu schicken. Das funktionierte. 7:3 gewann der Aachener den Tiebreak in Durchgang zwei und entschied den Champions Tiebreak 10:8 für sich. „Ein Megaspiel“, fand Jakubec. „Jannis war dann sehr konzentriert, stand unter Spannung und hat das ganz hervorragend gemacht“, lobte der Coach.

Yannik Reuter, Aachens Sieggarant, war mit gesundheitlichen Problemen angereist, spielte dennoch. „Zunächst wie ein Schatten seiner selbst“, sagte Zander. Schnell war der erste Satz weg – 2:6. Und das 0:3 im zweiten ließ auch wenig Platz für große Hoffnung. Dann aber explodierte Reuter förmlich. „Man hatte das Gefühl, als ob er schnell duschen war und mit dem Gedanken zurückkam, bei null noch mal anzufangen“, umschrieb Zander die Wende, die zum 7:6 (7:5) und im Champions Tiebreak zum 10:7 führte.

Schließlich sorgte Maxime Authom für den dritten Aufreger aus Aachener Sicht, der den Punktgewinn sicherte. Druckvoll spielte er den Österreicher Pascal Brunner von der Grundlinie aus mit einer ganz starken Vorhand nieder. Beim 6:2, 6:4 des Belgiers, so fand Zander hinterher, „hat man gesehen, was er kann. Das war richtig gut.“

Blau Weiss kann nun am letzten Spieltag zu Hause gegen Düsseldorf ganz locker und selbstbewusst aufspielen. Blau-Weiss schreibt ein Stück Tennisgeschichte: Aachen hat mit Kurhaus und dem Klub vom Luxemburger Ring zwei Männerbundesligisten, Blau-Weiss hat dazu noch ein Frauenteam, das in der ersten Klasse spielt.

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