Aachen - Beim ATG-Winterlauf wird Mussa Hudrog der Gejagte sein

Beim ATG-Winterlauf wird Mussa Hudrog der Gejagte sein

Von: rom
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Die Startnummer eins bestimmt das Tempo im Feld, doch bei der kommenden Auflage muss sich Mussa Hudrog, Sieger der letzten drei Jahre, der Konkurrenz erwehren. Foto: Martin Ratajczak
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Gute Chancen, den Vorjahreserfolg zu wiederholen: ATG-Läuferin Franziska Fourné. Foto: Jörn Schnöring

Aachen. Vormittags war Mussa Hudrog telefonisch nicht zu erreichen, mittags auch nicht – und am Nachmittag immer noch nicht: „Mussa läuft, er läuft um sein Leben“, lautete die Auskunft seiner Schwester, die dann irgendwann ans Telefon ging. Spaßig gemeint, aber trotzdem mit einem wahren Kern versehen.

Denn der Gewinner der letzten drei Jahre in Folge und Inhaber des Streckenrekords – Hudrog verbesserte im letzten Jahr die Bestmarke des Belgiers Abdelhadi El Hachimi von 56:36 Minuten gleich um 31 Sekunden – wird bei der 54. Auflage des ATG-Winterlaufs am Sonntag (Start 11 Uhr) sicher der große Gejagte sein.

Der Mann mit der Startnummer eins wird derjenige sein, dem zumindest die Topläufer unter den 2500 Startern die Hacken zeigen wollen. Ein Ziel, das schon bei guten Witterungsbedingungen ein ganz hartes Stück Arbeit bedeutet. Die Chancen, vor Mussa Hudrog die Ziellinie zu überqueren, waren wohl noch nie so groß, wie in diesem Jahr.

„Bei meinem ersten Marathon habe ich einen Blinddarmriss erlitten. Irgendwann habe ich eingesehen, dass es keinen Sinn mehr macht weiterzulaufen“, schildert Mussa Hudrog die Härte gegen sich selbst, die einen erfolgreichen Langstreckler ausmacht. „Erst im August konnte ich wieder die ersten Wettkämpfe bestreiten, auch wenn die innere Narbe bei Belastung immer noch schmerzt.“

So konnte der 32-Jährige, anders als im Vorjahr, sich nicht in einem sechswöchigen Trainingslager in Kenia intensiv auf den Winterlauf vorbereiten, so dass die Fabelzeit aus dem Vorjahr kaum ins Wanken geraten dürfte. Für den Aachener mit libanesischen Wurzeln sprang auch bei den Nordrhein-Crossmeisterschaften keine überragende Zeit heraus. „Anders als in den letzten Jahren, ist Hudrog nicht mehr der unangefochtene Favorit“, schätzt Philipp Nawrocki von der ATG ein und kann drei Starter aufzählen, die sich Chancen ausrechnen können, sich in die Siegerlisten einzutragen.

Da wäre etwa Christoph Lohse, der Sieger von 2011, der nun nicht mehr für den TV Wattenscheid an den Start geht, sondern für seinen Krefelder Heimatverein. „Lohse hat seine internationale Karriere ausklingen lassen und kann sich verstärkt auf Wettbewerbe wie den Winterlauf konzentrieren“, schätzt Nawrocki ein.

Mit Martin Heuschen gibt es auch einen namhaften Konkurrenten aus ATG-Reihen. Bei den Nordrhein-Meisterschaften kam Heuschen nur zehn Sekunden hinter Hudrog ins Ziel und lauert nun durchaus auf seine Chance. „Sein Vorteil ist, dass er sich wie Hudrog gut auf den letzten Kilometern durch den Aachener Wald auskennt“, sieht Nawrocki durchaus Heimvorteile bei diesen beiden Startern.

Ohnehin könnte die Spitze des Feldes durchaus dadurch begünstigt sein, dass der Boden noch leicht angefroren ist und erst später rutschig wird. Auf den Heimvorteil wird Noureddine Mansouri, der für den TuS Köln rrh. startet, wohl kaum bauen können, dennoch werden dem Marokkaner auch +bei kälteren Temperaturen gute Chancen auf einen der vorderen Plätze eingeräumt.

Bleibt die Frage, wie man das Rennen angeht. Bei der letzten Auflage war der spätere Sieger schnell dem Feld enteilt und lief einsam an der Spitze. „Ich als Sportler würde versuchen, das Tempo so lange wie möglich mitzugehen und dann zu schauen, was noch möglich ist“, meint ATG-Abteilungsleiter Günter Drießen. „Besser, als noch Reserven zu haben.“ Und auch Hudrog ermuntert die Konkurrenz: „Ich möchte den anderen sagen: ‚Traut euch mal was.‘ Hauptsache, wir von der ATG sind vorne mit dabei.“

Bei den Frauen könnte das ebenfalls klappen, denn die Vorjahressiegerin hat Chancen, auch die kommende Titelträgerin zu sein. ATG-Läuferin Franziska Fourné zählt wie DLC-Starterin Christina Siemons, die in den Jahren 2013 und 2014 triumphierte, zum engeren Kreis der Favoritinnen. Zumal Astrid Stienen ihre Teilnahme verletzt absagen musste. Ohnehin steigt die Zahl der Frauen, die sich auf die läuferisch herausfordernde Strecke begeben, kontinuierlich an. Im vergangenen Jahr waren unter den 2200 Finishern 641 Frauen, bei der 54. Auflage sind es 757 weibliche von 2500 gemeldeten Startern.

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