„B-Team“ des TK Kurhaus gewinnt Auftaktmatch

Von: Roman Sobierajski
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Verlor als einziger Kurhaus-Akteur sein Einzel: Aachens argentinischer Neuzugang Carlos Berlocq unterlag im Champions Tiebreak. Foto: Marcel Decoux

Aachen. Das „B-Team“ schickten die Verantwortlichen des Tennis-Bundesligisten TK Kurhaus Aachen zum Saisonstart mit der Mission Titelverteidigung zu Blau-Weiß Neuss. Aber Carlos Berlocq, Aljaz Bedene, Daniel Brands und Matthias Bachinger, die die Einzel bestritten, sind keineswegs die zweite Garnitur, wie das 5:1 über Neuss eindrucksvoll zeigt.

Den „zweiten Anzug“ hatten eher die Gastgeber mit ihren Nummern 5, 9, 10 und 12 der Meldeliste aufgeboten. Dennoch taten sich die Spieler des Lambertz-Teams zu Beginn etwas schwer, was aber auch der eineinhalbstündigen Regenpause vor dem ersten Ballwechsel und den tiefen, rutschigen Plätzen geschuldet war. „Die Platzverhältnisse waren recht gefährlich“, meinte auch Matthias Bachinger, der mit seinem 7:6 (7:4), 6:1 über Kevin Deden den ersten Punkt für das Lambertz-Team einfuhr. „Ich hatte auch noch Probleme mit der Leiste, da kommt mir mit dem weichen und langsamen Platz nicht unbedingt entgegen.“

Entschieden war die gesamte Partie, als Bachinger nach verteiltem Auftakt im Tiebreak des ersten Satzes vier Punkte in Folge holte, den Durchgang für sich entschied und dann im zweiten Satz auf schnell abtrocknendem Untergrund auftrumpfte. „Ich habe im ersten Satz die wichtigen Punkte gemacht und dann im zweiten locker und aggressiv aufgespielt“, war der 27-Jährige mit seinem Auftritt zufrieden.

Parallel dazu zeigte auch Neuzugang Aljaz Bedene seine Qualitäten. Der Slowene traf mit Jeremy Jahn zwar auf einen starken Gegner, konnte mit seinem starken ersten Aufschlag und der Punkte bringenden Vorhand bei seinem klaren 6:3, 6:1-Zweisatz-Sieg immer eine bessere Antwort geben. Der Sandplatzspezialist musste im zweiten Satz zwar ein Aufschlagspiel abgeben, schaffte aber sofort das Rebreak – und holte dann auch die restlichen drei Spiele.

Ein „bisschen schwer“

Das beruhigende 3:0 für Aachen fuhr dann der kurzfristig eingesprungene Daniel Brands ein, der sich bei seinem 6:4, 6:4-Sieg über den Österreicher Philipp Oswald allerdings auch erst gegen die Widrigkeiten des Platzes und des stark aufspielenden Gegners in die Partie kämpfen musste.

Brands lag bereits mit 2:4 zurück, schaffte dann aber in einem Spiel, das mehrfach über Einstand ging, mit zwei überzeugenden Vorhänden den Ausgleich, anschließend die Führung und nach einem Doppelfehler seines Gegners zu viel den Satzgewinn. „Oswald darf man nicht unterschätzen“, zeigte Brands Respekt vor seinem Gegner. „Zudem habe ich mich etwas schwergetan, ich komme gerade vom Rasen und habe auf Asche nur einmal trainiert.“

Ein „bisschen schwer“ tat sich dann im Spitzenmatch auch der Aachener Carlos Berlocq gegen den Rumänen Adrian Ungur. Nach dem Gewinn des ersten Satzes lief beim Argentinier nichts mehr – und bei seinem Gegner alles, was auch eine kleine Szene am Netz zeigte. Berlocq schlug einen unerreichbaren Volley, Ungur warf seinen Schläger hinterher, und in der Luft tropfte der perfekt getroffene Ball ins Feld von Berlocq. Zählte zwar nicht, aber der Kurhaus-Spieler fing sich dann erst eine Verwarnung ein wegen Unsportlichkeit, nachdem er wütend den Ball weggeschlagen hatte, und später wegen Zeitüberschreitung.

Sein Gegner machte Punkt um Punkt zum 6:1, lag auch schon im Champions Tiebreak mit 7:1 vorn – und begann dann, nachzudenken. Berlocq kam wieder heran, schaffte den Anschluss zum 7:8, zog dann aber in einem furiosen Matchfinale mit grandiosen Stopbällen den Kürzeren. „Das war Spitzentennis auf Grand-Prix-Niveau“, freute sich Kurhaus-Teamchef Alex Legsding über das sportliche Niveau, auch wenn die Nummer 160 der Weltrangliste gerade seine Nummer 43 geschlagen hatte.

So war die Begegnung zwar nach den Einzeln noch nicht entschieden, doch die zweite Aachener Doppel-Paarung Dominik Meffert und Frantisek Cermak holte gegen Jeremy Jahn und Sascha Klör beim 6:1, 6:1 schnell den Siegpunkt.

Ein härteres Stück Arbeit wartete da schon auf Philipp Petzschner und Matthias Bachinger, die gegen Ungur/Oswald den ersten Durchgang mit 7:5 im Tiebreak für sich entschieden, den Tiebreak im zweiten Satz mit 3:7 verloren – und sich im Champions Tiebreak mit 10:7 durchsetzten.

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