Austragungsorte der EM 2024: Für NRW werden drei Zusagen erwartet

Von: dpa/kup/pa
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...als auch Köln bewerben sich. Den Zuschlag wird allenfalls eins der beiden Stadien erhalten. Foto: imago/Moritz
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Rivalen auch als möglicher Spielort bei der EM 2024. Sowohl Mönchengladbach... Foto: Müller/Teamfoto

Aachen. In Leverkusen hat man früh die Waffen niedergelegt. „Wir haben das geprüft, aber letztlich hatten wir keine realistische Aussicht auf Erfolg“, sagt Mediendirektor Dirk Mesch. Das liegt an der Sitzplatzkapazität – mindestens 30.000 verlangt der DFB. „Ein kostenintensiver Ausbau des Stadions wäre vonnöten, allein um nur in den Wettbewerb treten zu können“, sagt Mesch.

„Die Wahrscheinlichkeit des Zuschlags ist zu gering, als dass sich die Investitionen lohnten.“ Interessenten für die EM 2024 gibt es trotzdem ausreichend, wer das Turnier austrägt, wird erst im September 2018 entschieden. Insgesamt 18 Städte wollen gern einer der zehn Spielorte bei einem möglichen Championat in Deutschland sein.

Neben den großen Favoriten wie Berlin, München, Dortmund oder Frankfurt am Main hinterlegten bis zum Fristende am Freitagmittag auch einige Überraschungskandidaten wie Freiburg, Karlsruhe und Dresden ihr Interesse beim DFB.

„Die Resonanz zeigt die große Begeisterung für eine Euro in Deutschland, und sie unterstreicht, dass wir über eine erstklassige Stadioninfrastruktur für ein solches Turnier verfügen“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel. „Auf dieser Basis könnten wir eine kostengünstige und nachhaltige EM ausrichten, weil kaum ein Hektar für Baumaßnahmen neu versiegelt werden müsste.“

Zwölf der Interessenten hatten ihre Stadien bereits für die WM 2006 umgebaut oder neu errichtet: Berlin, Dortmund, Frankfurt, Köln, Gelsenkirchen, Hamburg, Hannover, Kaiserslautern, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart. Dazu wären 2024 auch gern Dresden, Düsseldorf, Mönchengladbach, Bremen, Freiburg und Karlsruhe dabei.

Favorit auf die Ausrichtung

Deutschland gilt als großer Favorit auf die Ausrichtung der Europameisterschaft 2024. Einziger Mitbewerber ist bislang die Türkei, nachdem eine Gemeinschaftskandidatur von Schweden, Dänemark, Finnland und Norwegen in dieser Woche geplatzt ist.

Für die deutschen Bewerberstädte wird es aber schon in den nächsten sieben Monaten ernst. Am 17. März wird die Uefa zunächst die genauen Anforderungen an einen Spielort verkünden. Die Städte haben danach bis zum 12. Juni Zeit, um ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen beim DFB einzureichen. Bis zu diesem Freitag, 12 Uhr, verlangte der Verband nur eine verbindliche Interessensbekundung. Die Entscheidung, mit welchen zehn Spielorten der DFB die EM ausrichten will, wird am 15. September nach einer Präsidiumssitzung verkündet.

Mindestvoraussetzung für einen Zuschlag ist ein Stadion mit einer Sitzplatzkapazität von 30.000 Plätzen. Dresden wird deshalb trotz seines eingereichten Interesses kein EM-Spielort werden. Freiburg und Karlsruhe wollen dagegen zumindest in Zukunft die Auflagen der Uefa erfüllen. In beiden badischen Städten soll bis spätestens 2020 ein neues beziehungsweise umgebautes Stadion entstehen.

„Unsere jetzige Erklärung dient vor allem dazu, Chancen im Bewerbungsverfahren zu sichern und unser grundsätzliches Interesse zu bekunden“, ließen SC-Freiburg-Präsident Fritz Keller und Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne) in einer gemeinsamen Erklärung wissen. „Wenn Deutschland den Zuschlag erhält, könnte Freiburg mit dem neuen Stadion ein attraktiver Standort für EM-Begegnungen sein.“

Trotzdem sind Freiburg und Karlsruhe, aber auch Mönchengladbach, Bremen oder Kaiserslautern Außenseiter in diesem Bewerbungsverfahren. Mit Berlin, München, Dortmund, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart und Leipzig gelten bereits mehr als die Hälfte der zehn möglichen Zusagen als so gut wie vergeben. In NRW gilt auch Gelsenkirchen als sehr aussichtsreich. In dem bevölkerungsreichsten Bundesland werden drei Spielorte erwartet.

Die Auswahl soll transparent erfolgen. Der Auswahlprozess soll nach den Ungereimtheiten um die Heim-WM von Transparency International begleitet werden. „Wir werden darauf achten, dass wir in einem nachvollziehbaren Prozess die möglichen zehn Spielorte auswählen“, sagt DFB-Chef Reinhard Grindel.

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