Aufräumaktion im Regelwerk

Von: Wolfgang Birkenstock
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Demnächst im Programm: Stabwe
Demnächst im Programm: Stabweitsprung in die Grube, hier demonstriert von Alemannia Aachens C-Schülerin Bea. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Mit der neuen Deutschen Leichtathletik-Ordnung (DLO), die in aufgeräumter Form die Veranstaltungsordnung (VAO) und die Leichtathletikordnung (LAO) zusammenführt und ersetzt, hat der Verbandsrat des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) nicht nur Neuerungen im Nachwuchsbereich eingeführt.

Den geharnischten Protest der Altersklassensportler zogen die Funktionäre mit der Entscheidung auf sich, die Senioren ab 2012 erst mit der W/M40 beginnen zu lassen. Bisher lag die Grenze zwischen der Haupt- und Seniorenklasse in Deutschland bei 30, international bei 35 Jahren, und eine Angleichung war auch das Ziel des DLV-Präsidiums und der Bundesausschüsse Wettkampfsport und Senioren. Doch die Mehrzahl der Landesverbände argumentierte mit den kleinen Starterfeldern in der W/M30 und 35 und votierte im Verbandsrat für die 40er Marke. Dazu zählten die Pfalz, Hessen, Niedersachsen und vor allem die großen Verbände Bayern und Westfalen. Der Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) war für die 35er Regelung.

„Ich habe verfügt, dass wir bei der nächsten Verbandsratssitzung diese Altersklassenregelung wieder auf die Tagesordnung setzten. Ich denke, es bestehen reele Chancen, dass die Regelung wieder zurückgenommen wird”, sagt DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop. Der Verbandsrat trifft sich anlässlich der Deutschen Meisterschaften am 22. Juli in Kassel.

Vereinfachungen

Die Kinderklassen haben nicht nur neue Disziplinen, sondern auch ein deutlich reduziertes formales Regelwerk, wenn es zum Beispiel um Vereinswechsel geht. Vereinfacht wurde in der neuen DLO auch die Möglichkeiten für Ausländer, an Deutschen Meisterschaften teilzunehmen. So haben EU-Bürger bei einer DM Startrecht, wenn sie seit mindestens einem Jahr ein solches für einen deutschen Verein besitzen. Nicht-EU-Ausländern müssen zudem mindestens ein Jahr ihren ständigen Aufenthalt in Deutschland haben.

Weniger stark als bisher reglementiert sind die Möglichkeiten des sogenannten „Hochstartens”. „Jugendliche dürfen grundsätzlich in allen höheren Altersklassen an einem Wettbewerb teilnehmen, wenn die eigene Altersklasse die betreffende Disziplin mit gleichen Rahmenbedingungen (z.B. Gewicht, Streckenlänge) als zulässig aufweist”, heißt es in der neuen DLO. „Das war bisher de facto auch schon so, nur mit getrennter Wertung”, verweist Frank Hamm, der Vorsitzende des Bundesausschusses Wettkampfsport, auf die häufig angewendete Praxis vor allem im Laufbereich, mit Hinweis auf die Internationalen Wettkampfregeln Wettbewerbe unterschiedlicher Klassen zusammenzulegen. Die DLO gibt den Veranstaltern nun mehr Freiheiten, die diese mit ihren Ausschreibungen auch wieder einschränken können. Es steht nicht zu erwarten, dass bei Meisterschaften die Altersklassen in Zukunft wild durcheinander gewürfelt werden.

DMM gestutzt

In der Jugend wurden einige Disziplinen modifiziert. So wird ab 2012 aus dem Achtkampf der männlichen U16 (M14/15) ein Neunkampf. Die 100 Meter kommen hinzu. Anders herum betrachtet: Am Zehnkampf fehlen nur die 400 Meter. In der U14 gibt es in Zukunft nur noch einen Basis-Blockwettkampf, der einem Block Lauf mit verkürzten Sprintstrecken entspricht. In der U16 werden weiterhin die drei Blockwettkämpfe Sprint/Sprung, Lauf und Wurf ausgetragen. In der männlichen Jugend werden nun durchgehend die 800 Meter als Mittelstrecke gelaufen, bei den bisherigen Schülern A und B waren es die 1000 Meter. Entsprechend werden die 3 x 1000 Meter durch die 3 x 800 Meter ersetzt.

Die weibliche U14, vormals Schülerinnen B, darf ab 2012 auch den Hammer schleudern. Das Programm der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften (DMM) wurde gestutzt. Es gibt nur noch drei Ebenen: Gruppe 1 - Bundesfinale, Gruppe 2 - Regionalfinale, Gruppe 3 - Landesfinale. Bei den Männern, Frauen, der U20 und der U16 werde alle drei Gruppen ausgetragen, bei der U18 und U14 die Gruppen 2 und 3, bei den Senioren die Gruppen 1 und 2.
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