Arian Berkigt: Mit der richtigen Einstellung ein Vorbild auf dem Platz

Von: Helga Raue
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Emotionen zum Abschied: Friedel Henßen umarmt seinen langjährigen Kapitän Arian Berkigt nach dem letzten Spiel. Foto: Günter Passage

Beeck. Es war ein sehr emotionaler Moment. Eben noch glückselig über Sieg, Meisterschaft und Aufstieg – folgte im nächsten Moment schon der endgültige Abschied. Und während die Kollegen bereits von der nächsten Saison in der Regionalliga träumten, hing Arian Berkigt seine Fußball-Schuhe an den viel zitierten Nagel.

„Aufstieg und gleichzeitig Abschied, das war sehr emotional und schwer für mich“, gibt der 33-Jährige zu, der nach 14 Jahren beim FC Wegberg-Beeck seine Karriere beendete.

„Es hat von Anfang an gepasst. In Beeck haben sie mir gleich das Gefühl gegeben, dass man mich will“, blickt der nun ehemalige FC-Kapitän zurück. Und spielt damit auch auf Borussia Freialdenhoven an, von deren Verantwortlichen er nach dem Probetraining nichts mehr gehört hatte. Anders bei Wegberg-Beeck, wo der damalige Coach Michael Zumbroich „gleich zum Vorstand gegangen ist und gesagt hat, dass er mich haben will“. Das Gefühl, beim FC Wegberg-Beeck fußballerisch zu Hause zu sein, hat über die Jahre gehalten. Zwar gab es Anfragen anderer Klubs, aber „ernsthaft darüber nachgedacht habe ich nicht.“

Berkigt stammt aus Orsbeck, wo er bei Blau-Weiß zuerst kickte. Nach einem Jahr in Schafhausen wechselte er für fünf Jahre in die Jugend von Borussia Mönchengladbach. „Das war eine erfolgreiche Zeit, bis auf das letzte Jahr, daher habe ich auch dort keinen Anschlussvertrag bekommen“, blickt Berkigt zurück. Immerhin bestritt er zwölf Länderspiele mit der deutschen U 16- und U 18-Nationalmannschaft. „Ich hatte Glück, bin nachgerückt, da ein anderer Spieler verletzt war. Aber ich habe meine Leistung gezeigt und die Chance genutzt“, so Berkigt, der damals mit späteren Profis wie René Adler, David Odonkor oder Patrick Ochs zusammenspielte.

Natürlich war der Gedanke, einmal selbst Fußballprofi zu werden im Hinterkopf. „Natürlich, wenn man schon als Kind fußballverrückt war und hinter jedem Ball hergerannt ist. Doch dafür muss man Talent und Glück haben – vielleicht hatte ich von beidem nicht genug“, scherzt Berkigt, der schon als junger Spieler „immer im Auge gehabt hat, dass man einen Plan B haben muss und nicht alles auf die Karte Fußball setzen darf“, Berkigt hatte einen Plan B, studierte auf Lehramt und ist seit drei Jahren Lehrer für Sport und Niederländisch an der Gesamtschule in Wassenberg.

Schon lange hatte er über sein Karriereende nachgedacht. „Es passt einfach nicht mehr, auf diesem Niveau weiterzuspielen. Der Beruf, der Aufwand für das Training – und zudem bin ich im Frühjahr Vater geworden. Und meine Frau hat meine Karriere 14 Jahre lang unterstützt“, sagt Berkigt. Natürlich, gibt er zu, hat er auch darüber nachgedacht, vielleicht anderswo ein, zwei Ligen tiefer zu spielen, „aber der Aufwand wäre auch nicht viel geringer gewesen. Und in der Kreisliga A zu kicken – diese Variante wäre nichts für mich. Irgendwann ist es einfach Zeit, andere Dinge in den Fokus zu stellen“, so der 33-Jährige.

Er hat viel mit Wegberg-Beeck erlebt, den Sieg im FVM-Pokal, das DFB-Pokalspiel gegen Alemannia Aachen, zwei Aufstiege in die Regionalliga. „Die eine Saison in dieser Spielklasse war sehr besonders, gegen Klubs wie Aachen auch mal in der Meisterschaft zu spielen. Und dann die großen Stadien – das waren schon besondere Erlebnisse. Es gibt keinen schöneren Abschluss, als dass wir noch einmal den Aufstieg geschafft haben.“ Was das besondere an seiner nun ehemaligen Mannschaft ist: „Sie bildet ein Kollektiv. Und Friedel Henßen und Dirk Ruhrig, die sich als Trainerteam gesucht und gefunden haben, achten sehr auf die Charaktere.“ Charaktere wie Arian Berkigt eben, der mit der richtigen Einstellung als Vorbild auf den Platz ging und immer alles gegeben hat für seinen Klub.

Dem wird er verbunden bleiben, und das nicht nur als Zuschauer auf der Tribüne. „Ich freue mich jetzt auf die Zeit ohne Verpflichtungen. Aber Beeck ist mir ans Herz gewachsen, und ich weiß, dass mir da alle Türen offen stehen“, könnte sich Berkigt gut vorstellen, irgendwann als Trainer mit der Beecker Jugend zu arbeiten.

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