Aachen - Ania Fucz fordert Weltmeisterin heraus: „Will sie k.o. schlagen”

Ania Fucz fordert Weltmeisterin heraus: „Will sie k.o. schlagen”

Von: Bernd Schneiders
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Nichts für Weicheier: Ania Fu
Nichts für Weicheier: Ania Fucz, hier im Training mit Coach Uwe Göbkes, fordert heute Abend in München Weltmeisterin Christine Theiss heraus. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Ein Trip nach München hat sich noch nie so gelohnt, wie an diesem Wochenende. Aber nicht jeder glaubt und empfiehlt das, Champions-League-Finale am Samstag hin, Kickbox-Weltmeisterschaft am Vorabend her.

Frau Doktor Theiss etwa stellte für die Rheinländerin Ania Fucz auf Sat1 ein öffentliches Rezept aus: „Den Trip nach München hätte sie sich sparen können. Ich liebe es, gegen Thai-Boxerinnen zu kämpfen. Ich werde ihr zeigen, wie richtiges Vollkontakt-Kickboxen geht.”

Doch die Frau aus Aachen erweist sich als renitent und fragt weder ihren Arzt noch Apotheker. Sie übermittelt der Kickbox-Queen aus München lieber die Nebenwirkungen: „Mal sehen, wie sie mit meiner Härte zurechtkommt. Ich will sie k.o. schlagen.” Die Härte hat Fucz mehr als einmal bewiesen, nicht nur, was die Schläge und Tritte angeht. Ihren letzten Heimkampf in Aachen überstand das Kraftpaket blutüberströmt mit einer gebrochenen Nase - siegreich versteht sich.

Die Sorgen um ihre Optik sind bei der K1-Kämpferin weniger ausgeprägt als bei der TV-Ikone Theiss. Kein Wunder, wenn die Herausforderin entsprechend selbstbewusst ist, auch wenn die von Christine Theiss vorgegebenen Regeln sie zweier ihrer Stärken berauben. Keine Low-Kicks, keine Ellbogen-Schläge - doch die 30-Jährige will die Münchnerin dennoch in die Enge treiben.

Lieber ohne Reiseleitung

Auch für Fucz-Trainer Uwe Göbkes ist die Tour nach München lohnend. Allerdings ohne Reiseleitung durch den Theiss-Sender Sat1. Am letzten Wochenende fuhren sie mit dem Auto Richtung Isar. Die erste Nacht im feilgebotenen Hotel geriet allerdings zur Umzugsorgie. Erst das dritte Zimmer gewährte eine ruhige Nacht. „Das erste war so klein, dass wir nicht einmal die Tür öffnen konnten, wenn der Koffer auf dem Boden stand, der Teppich war vollgekotzt”, berichtete der Trainer.

Das zweite, direkt gegenüber einer Dönerbude gelegen, garantierte schlaflose Nächte durch extremen Verkehrs- und Publikumslärm. Die Aachener Besucher drohten mit Abreise, Nummer 3 war dann aber endlich akzeptabel. „Ich weiß nicht, ob das zur Strategie gehört”, unkt der Würselner Coach.

Ein Volltreffer war dann das selbst organisierte Openair-Training. Olympia-Park statt Steko-Kampfsportcenter des Theiss-Trainers. „Das hätten die gerne, dass sie uns beobachten können”, grinst Uwe Göbke. „Das war richtig klasse, auch weil viele Arbeiter, die uns zugeschaut haben, uns aufgefordert haben: ,Legt die Frau Doktor endlich flach - die ist uns viel zu arrogant. Erstaunlich in ihrer eigenen Stadt.”

Für Motivation ist gesorgt. Auch durch Theiss Läster-Attacke in Sat1. Ein eingespieltes Video, das Ania Fucz beim Training mit einer Gasmaske zeigte, kommentierte die 32-Jährige erst scherzhaft: „Vielleicht macht sie das, weil ihr Trainer so stinkt.” Um dann quasi naserümpfend festzustellen, Göbkes solle sich mehr mit modernen Methoden wie Höhentraining befassen, Gasmasken-Training stamme aus den Zeiten der UDSSR.

Der Gescholtene siehts gelassen. „Es ist ok. Offensichtlich hat sie sich auf ein Feld begeben, auf dem sie sich nicht so auskennt.” Stattdessen interpretiert der Würselner die extreme Zickigkeit der Titelverteidigerin als „aufkommende Nervosität”. Und prophezeit ihr für Freitagabend ein Kampfende, das dem Titel der Abnehm-Sendung der Ärztin auf Sat1 entspricht: „Biggest loser!”
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