Köln - Andreasen baggert Hannover zum Sieg

Andreasen baggert Hannover zum Sieg

Von: Lukas Weinberger
Letzte Aktualisierung:
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Ein Schlag ins (Kon)Tor: Leon Andreasen erzielt einen ungeahndeten Treffer mit der rechten Hand. Foto: sport/Horstmüller

Köln. Als Leon Andreasen nach Abpfiff in die Katakomben des Kölner Stadions kam und sah, wie viele Journalisten da auf ihn warteten, blieb er für einen Moment einfach stehen. Er sah da so auf der Treppe gar nicht wie ein Sieger aus, eher ziemlich verloren, und so hat sich Andreasen, 32 und Mittelfeldspieler von Hannover 96, wohl auch gefühlt.

Es wirkte ein bisschen wie Mitleid, als einer der Journalisten dann zuerst einmal fragte, wie wichtig dieser Sieg denn für 96 sei. Andre­asen überlegte nicht lange, er sagte: „Für mich ist das ein sehr komisches Gefühl, weil sich alle über dieses Tor aufregen.“

Dieses Tor hat Andreasen in der 38. Minute nach einer Ecke mit dem rechten Oberarm erzielt; es sei alles so schnell gegangen, „aber das kann man sicher pfeifen“, sagte Andreasen, es hatte jedoch niemand gepfiffen. Das Tor zählte, und Hannover gewann 1:0 beim 1. FC Köln. Sich über diese drei Punkte zu freuen, das hat Andreasen an diesem Sonntagnachmittag nicht geschafft.

Dankert räumt Fehler ein

Die Spieler, Verantwortlichen und Fans der Kölner hatten es da ein bisschen leichter, sich zu ärgern, das ist nach einer auf allen Ebenen unglücklichen Niederlage eine einfache Übung. „Fakt ist, dass wir durch ein irreguläres Tor verloren haben“, sagte FC-Manager Jörg Schmadtke. Er sprach noch von Handball, Fahrlässigkeit, solchen Sachen, und war einfach richtig sauer, er sagte: „Die Unparteiischen haben massiven Anteil an unserer Niederlage.“

Die Unparteiischen, das waren Schiedsrichter Bastian Dankert, seine Assistenten René Rohde und Jan Seidel sowie der vierte Offizielle Thomas Gorniak, und keiner von ihnen hatte das Handspiel gesehen; Dankert räumte den Fehler nach dem Spiel vor den Fernsehkameras ein, das macht man ja so, aber geändert hat das natürlich nichts mehr.

Köln hatte das Spiel eigentlich schon nach zehn Minuten gut im Griff, der FC war die deutlich aktivere Mannschaft und kam durch Leonardo Bittencourt (14.) und Marcel Risse (33.) zu guten Chancen. Und auch wenn die noch nicht zum Erfolg führten, so dürfte zu diesem Zeitpunkt so ziemlich jeder im Stadion gedacht haben, dass Köln auch im 15. Heimspiel in diesem Jahr ungeschlagen bleiben würde. Sie blieben es nicht. Erst pfiff Dankert keinen Elfmeter für Köln, als 96-Kapitän Christian Schulz eine Flanke mit dem nicht ganz angelehnten Arm stoppte, und dann übersahen er und sein Gespann Andreasens Vergehen.

Alle Kölner Spieler waren nach dem Treffer zum Schiedsrichter gerannt; „wir haben ihm gesagt, er solle beim Torschützen nachfragen“, sagte Risse. Passiert ist das nicht, „sie waren sich wohl sicher, dass es ein reguläres Tor war.“ War es nicht. Und das hatte natürlich auch FC-Trainer Peter Stöger geärgert. Er bot dem Assistenten demonstrativ seine Brille an, redete kurz nach dem Pausenpfiff auf die Unparteiischen ein, irgendwohin musste er ja mit seinem Ärger.

Der wäre wohl noch größer ausgefallen, wenn Kölns Torwart Timo Horn nicht in der Nachspielzeit der ersten Hälfte Arthur Sobiechs Flachschuss bravourös mit dem Fuß pariert hätte. Da war es schon überraschend, dass sich Stöger nach dem Abpfiff erstaunlich gelassen gab, er sagte: „Das ist Teil des Spiels.“ Und eines, das wollte er auf keinen Fall: Andreasen einen Vorwurf machen. Stöger sagte: „Es ist nicht sein Job, so etwas aufzuklären, das muss der Schiri sehen.“

Hosiner vergibt Chance

Mit dem Spiel seiner Mannschaft war er eigentlich recht zufrieden, sie war ja auch über 90 Minuten besser als der Gegner, „aber wir haben unsere Möglichkeiten nicht genutzt.“ Die größten Chancen vergaben Philipp Hosiner, der freistehend am starken Gäste-Keeper Zieler (76.) scheitere. Vier Minuten vor Schluss lenkte der 96-Torwart auch noch einen Kopfball von Anthony Modeste über die Latte. Wäre er reingegangen, Leon Andreasen hätte wohl besser geschlafen.

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