Köln - Am Ende gibt‘s die perfekte Geburtstagssause für den FC

Am Ende gibt‘s die perfekte Geburtstagssause für den FC

Von: Lukas Weinberger
Letzte Aktualisierung:
11755417.jpg
(Jubel-)Paar: Yannick Gerhardt (links) traf auf Vorlage von Anthony Modeste, Modeste traf auf Vorlage von Gerhardt. Foto: sport/Eibner

Köln. Wie unterschiedlich Peter Stöger und Armin Veh das Spiel zwischen Köln und Frankfurt erlebten, das zeigte sich ganz wunderbar daran, wie sie ihre Kappen an diesem Samstagabend behandelt haben. Beide Trainer hatten die Kopfbedeckung vor dem Anpfiff aufgezogen, zum Schutz vor dem nasskalten Wetter in Köln-Müngersdorf.

Veh, der Trainer von Eintracht Frankfurt, riss sie sich während des Spiels dann allerdings ständig vom Kopf, sieben, acht oder vielleicht auch neun Mal; jedenfalls immer dann, wenn er mit dem, was auf dem Platz passierte, nicht einverstanden war. Einmal war er so sauer über einen Freistoßpfiff gegen sein Team, dass er sie fluchend auf den Boden warf.

Anerkennung vom Trainer

Stöger hat seine Kappe im Rhein-Energie-Stadion nur zwei Mal abgenommen, zwei Mal nach dem Schlusspfiff, zwei Mal nur ganz kurz. Der Trainer des 1. FC Köln zog seine Kappe erst anerkennend vor Yannick Gerhardt, seinem Mittelfeldspieler, der großen Anteil am 3:1-Sieg des FC über Frankfurt hatte; dann zog Stöger sie noch einmal beim Feiern im Mittelkreis vor seiner ganzen Mannschaft.

Gerhardt, 21, hat ein Tor geschossen und eines vorbereitet, und nicht nur deshalb war er an diesem Abend bester Kölner in einer guten Mannschaft. Hören wollte Gerhardt das eigentlich nicht, er sagte nur: „Ich bin sehr glücklich, dass ich der Mannschaft helfen konnte.“ Seine Mitspieler wurden da deutlicher, Gerhardt sei der „Spieler des Spiels“ gewesen, sagte Leonardo Bittencourt, „man kann Yannick heute schon herausheben“, fand Dominic Maroh. Und so hat ja auch Stöger seine Gesten gemeint: Ein großes Kompliment an die Mannschaft, ein kleines Extralob für Gerhardt. „Ich war beeindruckt“, sagte der Trainer. „Das war ein ganz wichtiger Sieg.“ 14 Punkte steht der FC jetzt vor einem direkten Abstiegsplatz, die Europa-League-Ränge sind nur vier Zähler entfernt. Auch Veh, mit seinem Team als Tabellen-15. nur einen Punkt vom Relegationsplatz entfernt, gratulierte dem Gegner zum „verdienten Erfolg“.

Dass das Spiel am 68. Geburtstag des Klubs, den die Fans in der Südkurve mit einer pompösen Choreographie feierten, eine große Party werden würde, war zunächst aber nicht abzusehen. Frankfurt war in der Anfangsphase besser, Köln bekam keinen Zugriff, Simon Zoller, der mit einer Muskelverletzung länger ausfällt, musste ausgewechselt werden, und dann schoss (natürlich) Alex Meier auch noch die Eintracht mit seinem achten Tor in den vergangenen vier Spielen gegen Köln in Führung (24.).

Dass es doch noch eine Geburtstagssause gab, lag daran, dass der FC einen Reifeprozess durchlaufen hat: Die Mannschaft ist in der Lage, mehrere Spielideen umzusetzen, worauf Stöger nach dem Spiel „sehr stolz“ war. Nach dem Rückstand hatte der Trainer von einer Dreier- auf eine Viererkette umgestellt, seine Spieler störten Frankfurt früher. Matthias Lehmann, der nach seiner abgelaufenen Sperre zunächst überraschend auf der Bank gesessen hatte und nun für Zoller gekommen war, stabilisierte mit Jonas Hector die Zentrale; Gerhardt, ins offensive Mittelfeld beordert, kam in Fahrt. Es waren die Umstellungen, die den Kölner Erfolg brachten; vom Rückstand an waren sie bis zum Ende die bessere Mannschaft. Erst traf Gerhardt zum Ausgleich (29.), nach der Pause machten Dominique Heintz (57.) nach einem umstrittenen Mladenovic-Freistoß und Anthony Modeste (72.) nach einem tollen Spielzug über Hector, Bittencourt und Gerhardt den Sieg perfekt. Weil Modeste kurz zuvor mit einer peinlichen Schauspieleinlage nach einem angeblichen Kopfstoß von Marc Stendera aufgefallen war, bekam der Stürmer aber nicht nur Lob; Manager Jörg Schmadtke kündigte an, Modeste werde „eine Ansage“ bekommen.

Der erste Erfolg der Rückrunde kommt dem FC vor dem Derby in Gladbach gerade recht. Zwar wird Marcel Risse fehlen, der in der ruppigen zweiten Hälfte die fünfte Gelbe Karte sah, aber Selbstvertrauen ist beim FC wieder reichlich da. Gerhardt sagte: „Wir werden hart arbeiten, um uns und den Fans den nächsten Derbysieg zu bescheren.“ Vielleicht wird Stöger ja auch dann eine Kappe tragen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert