Aachen - Am Donnerstag sagt Corradina „Servus“

Am Donnerstag sagt Corradina „Servus“

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Sie fliegen nicht mehr über die Hindernisse: Carsten-Otto Nagels Corradina wird am Donnerstag vor dem Nationenpreis verabschiedet.

Aachen. Am Donnerstag sagt sie „Servus“ – und das auf der großen Bühne, auf der sie stets begeisterte: Mit 16 Jahren wird Corradina, Top-Pferd von Carsten-Otto Nagel, vor dem Nationenpreis im Springstadion in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Die Schimmelstute geht als Team-Weltmeisterin in den Ruhestand.

2010 gewann Nagel mit ihr und der Equipe in Lexington/USA, ein Jahr zuvor hatte es EM-Silber für das Paar gegeben, 2011 EM-Gold mit dem Team und Einzel-Silber. Mit dem 51-jährigen Springreiter sprach Helga Raue.

Guten Morgen, die wichtigste Frage zuerst: Wie geht es Corradina?

Nagel: Danke, ihr geht es sehr gut. Sie freut sich auf Aachen. Sie ist in dieser Arena immer gerne gegangen und wird sich sicher wundern, dass sie nicht springen wird.

Wie geht es der Stute denn gesundheitlich?

Nagel: Wir haben probiert, sie wieder mehr zu belasten. Aber wir haben sie nicht mehr stabil bekommen. Sie hat eine Art Entzündung im Ellbogen, die wir nicht ganz rausbekommen. Aber es geht ihr gut, sie geht gerne auf die Weide und fühlt sich wohl.

Und wie sieht ihre Zukunft aus? Werden Sie mit ihr züchten?

Nagel: Das möchte ich auf jeden Fall. Sie bekommt die Zeit, sich umzustellen. Vielleicht stelle ich sie auch in einen anderen Stall zu Stuten und Fohlen, damit sie Muttergefühle bekommt. Im nächsten Jahr soll sie auf jeden Fall gedeckt werden.

Erinnern Sie sich noch an Ihre erste Begegnung mit der Schimmelstute?

Nagel: Sogar ganz genau. Ein Freund von mir hat gesagt, ich solle mal vorbeikommen, er kenne da ein interessantes junges Pferd. Corradina war damals gerade erst vier Jahre alt und nur ein paar Mal geritten worden. Ich habe sie beim Freispringen gesehen und gleich gesagt, dass ich wiederkommen würde. Vier Wochen später habe ich sie geritten und gekauft.

Sie waren also gleich begeistert. Was ist Corradina für ein Pferd?

Nagel: Sie hat viel Blut, gute Gene, eine ungeheure Leistungsbereitschaft gepaart mit viel Vermögen. Sie stammt von Corrado ab, und da sie eine Stute ist, ist sie spritziger als die meisten Corrado-Hengste oder -Wallache. Sie ist einfach ein besonderes Pferd, ein Naturspringer, gibt immer 100 Prozent im Parcours. Sie hat Willen, Biss und Härte, auch mit ihren 16 Jahren.

Was bedeutet sie für Ihre Karriere?

Nagel: Meine Karriere hat mit ihr erst richtig begonnen. Ohne sie beginnt für mich ein ganz neuer Abschnitt. Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht. Die Verabschiedung von Corradina ist für mich zugleich ein Riesenschnitt. Sie war ein Weltpferd, eine Ausnahmeerscheinung. Ob ich noch mal so ein Pferd bekomme, weiß ich nicht. Ich bin dankbar, dass ich sie hatte.

Wie sieht es denn pferdemäßig momentan bei Ihnen aus?

Nagel: Holiday ist verletzt und wird erst nächstes Jahr zurückkommen. Für internationale Springen habe ich nur noch Ultima und Lex Luger, der Dritter im Hamburger Derby wurde. Und dahinter dann junge Pferde.

Aber Ihnen als Top-Reiter werden doch sicher oft gute Pferde angeboten?

Nagel: Leider viel zu wenig. Sagen Sie Ihren Lesern ruhig mal, dass sie mich anrufen können, wenn sie ein interessantes Pferd für mich haben (lacht).

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