Alemannias Rafael Garcia: Werbung in eigener Sache

Von: Christoph Pauli
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Hechelt noch seinem ersten Saisontreffer hinterher: Rafael Garcia. Foto: sport/Team 2

Aachen. Die maue Montagspartie gegen die Sportfreunde Lotte holte die Spieler noch einmal ein. Alemannias Trainer hatten ein paar Szenen fürs Video-Studium zusammengefasst. Das Team war vorbereitet auf einen finster entschlossenen Gegner.

„Aber es ist uns schwer gefallen, den Hebel umzulegen“, sagt Aachens Trainer Peter Schubert. Was soll schon passieren gegen eine Mannschaft, die gerade einmal zwei mickrige Pünktchen eingesammelt hat? Diese Partie gegen die Sportfreunde war durchaus geeignet, noch einmal die Sinne beim Tivoli-Team zu schärfen.

Der nächste Gegner am Montag ist mindestens genauso grellig, aber vermutlich will der SC Wiedenbrück als Gastgeber ein bisschen mehr am Spiel teilnehmen. Die Mannschaft entging in der letzten Saison nur knapp der Rückstufung, das erneuerte Team spielt eine bessere Rolle. „Wir glauben an unsere Stärke, wir müssen sie aber aufs Feld kriegen“, sagt Schubert. Das Projekt stotterte in den letzten beiden Spielen.

Viele Änderungen in der Aufstellung sind auch diesmal nicht zu erwarten, auch wenn der Trainer in den letzten Tagen beobachtet, dass der Einsatz zu Wochenbeginn viel Kraft gekostet hat. „Bei einigen fehlt die Frische.“ Aimen Demai wird wohl wieder zurückkehren, und auch Rafael Garcia ist eine ernsthafte Überlegung.

Gegen Lotte „beflügelte“ der Auswechselspieler in den letzten zehn Minuten seine Mannschaft. „Er hat ein bisschen Werbung für sich gemacht“, sagt Schubert. Der Spanier gab nicht nur die Torvorlage, er hechelte den Gegenspielern hinterher und wurde sogar grätschend gesichtet.

Für den flinken Angreifer läuft die Saison noch nicht so rund, bislang durfte er nur in Essen 90 Minuten lang durchspielen. Vermutlich ist auch die Wahrnehmung eine andere. Garcia ist nach der letzten Saison nicht mehr nur die Nachwuchskraft, die den Kader auffüllt. „Der Respekt bei Kollegen und Gegnern ist größer geworden“, hat er selbst beobachtet.

Ende Januar hat er erfolgreich die Lehre zum Mechatroniker beendet. Garcia hätte in dem schönen Beruf bleiben können, doch „in den nächsten zwei, drei Jahren“ setzt er alles auf die Liebe zum Ball. „Ich will mir später nicht sagen müssen: Hättest Du es mal versucht.“ Er spürt, dass er noch viel Potenzial besitzt.

Vorbei sind die Monate, in denen sich der Leistungssportler morgens um 5 Uhr auf den Weg zur Arbeit machte, der Fokus liegt jetzt nur noch auf der Profi-Karriere. Zwei Vorlagen hat er in dieser Spielzeit gegeben, der erste Treffer ist noch in der Warteschleife. „Sauer“ war er am Montag, weil er erstmals nicht in der Startformation gestanden hat.

Die Emotion in Leistung umzuwandeln, gehört auch zum Profi-Geschäft. Der gertenschlanke Angreifer („Muskeltraining schlägt nicht so an bei mir . . .“) brachte sich schnell wieder in Erinnerung. „Dann muss man eben Gas geben.“ Er sei trotz der vielen Auswechslungen nicht unzufrieden mit der bisherigen Saison, sagt er. Der Sprung ins Team ist schwieriger geworden, der Konkurrenzkampf hat sich verschärft. Die Leistungsschwankungen zu minimieren, ist der nächste Entwicklungsschritt für den schnellen Mann.

Schubert ist seit Jahren ein Förderer des Talents. Der Trainer weiß, dass man Angreifer eher an ihren Höhen und nicht ihren Tiefen messen muss. Stürmer gehen durch solche Phasen, wenn das Selbstvertrauen, dieser unzuverlässige Begleiter, sie im Stich lässt. Meistens enden solche Zeiten, ohne dass es dafür erkennbare Gründe gibt. Warum nicht in Wiedenbrück?

Mögliche Aufstellung: Löhe - Ernst, Hackenberg, Hoffmann, Lejan - Demai, Jerat - Graudenz, Dowidat, Garcia - Behrens

Schiedsrichter: Sevinc (Waltrop)

Bilanz: 2 Spiele/2 Siege/5:2 Tore

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