Siegen - Alemannias Abschied aus dem Sieger-Land

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Alemannias Abschied aus dem Sieger-Land

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
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Vorzeitiges Ende: Schiedsrichter Cetin Sevinc zeigte Jochen Schumacher die Rote Karte. Foto: cst

Siegen. Zu den Auffälligkeiten gehört, dass nur die SSVg Velbert weniger Tore geschossen hat. Alemannia Aachens Ergebniskrise ist beim ersten Hinsehen in offensiver Harmlosigkeit begründet: Seit dem 3:1-Auftaktsieg bei Fortuna Köln hatten die Schwarz-Gelben auswärts nicht mehr getroffen, und bei den vier Niederlagen zuletzt auch nur ein Mal. Da wiegt jeder Patzer in der Defensive doppelt schwer.

Inzwischen muss man feststellen: Sie können es nicht besser. Die Talfahrt geht rasant weiter, das 0:3 bei den Sportfreunden Siegen war die fünfte Pleite in Serie. Alemannia hat sich aus dem Sieger-Land verabschiedet, auch in der Regionalliga droht jetzt der Kampf gegen den Abstieg.

Vor allem das treibt die Fans um. Die Rufe der rund 300 mitgereisten Anhänger waren die gleichen wie fünf Tage zuvor gegen Bochum II, es bestand Redebedarf nach dem Schlusspfiff. Eine halbe Stunde standen Mannschaft und Trainergespann am Zaun in der Kurve.

„Klar kann ich die Fans verstehen, dass sie Angst haben, dass es so weitergeht“, sagte Peter Schubert. „Momentan ist die Mannschaft nicht in der Lage, Rückschläge wegzustecken. Aber sie hat schon bewiesen, dass sie mehr leisten kann.“

Beim letzten Spiel im Leimbachstadion stand Reiner Plaßhenrich noch auf dem Feld. Im Dezember 2005 trennte man sich 2:2, am Saisonende war Alemannia in die Bundesliga auf- und Siegen aus der 2. Liga abgestiegen.

Beim Wiedersehen in der Viertklassigkeit stellten Plaßhenrich und sein Chefcoach gegenüber der Bochum-Startformation drei Mal um: Für Dennis Dowidat (erstmals auf der Bank), Marco Neppe (wie Sascha Marquet wegen Grippe nicht im Kader) und Rafael Garcia (Prellung) rückten Sasa Strujic, Armand Drevina und Jochen Schumacher ins Team.

Das Spiel war keine fünf Minuten alt, da fiel Frederic Löhe beim ersten Stresstest durch. Grebe schlug einen Freistoß in den Strafraum, Alemannias Keeper lief heraus und verpasste den Ball, Weber köpfte zum 1:0 ein. Der Siegener Entschlossenheit, den ersten Heimerfolg der Saison einzufahren, hatte Aachen kaum etwas entgegenzusetzen.

Den Angriffsbemühungen (es gab immerhin drei Ecken) fehlte der Punch, in der Defensive ließen sich die Gäste immer wieder aushebeln. Alleine Möllering hätte den Abend frühzeitig in klare Bahnen lenken können, als er frei vor dem Tor auftauchte und dann mit einem abgefälschten Schuss scheiterte.

Schweigende Spieler

Das wacklige Konstrukt Alemannia zögerte das 0:2 bis zur 33. Minute hinaus. In der Zentrale schlief Drevina, auf seiner linken Seite Strujic, dann kam auch noch Jannik Stevens zu spät, Bouadoud schlenzte den Ball in den Winkel.

Und verpasste seinen zweiten Treffer, weil Löhe mit einem Reflex seine beste Tat vollbrachte (43.). Was Kevin Rauhut dagegen auf dem Kasten hat, konnte der Ex-Aachener bei seinem Debüt für die Sportfreunde nicht nachweisen.

Peter Schubert hätte allen Grund gehabt, wie schon beim 0:5 in Mönchengladbach zur Pause das komplette Wechselkontingent auszuschöpfen; er beließ es bei Nazim Sangare für Ajani. Den fast schon verwegenen Hoffnungen, das Spiel noch aus dem Feuer zu reißen, entzog Alemannia in der 51. Minute endgültig den Nährboden, als sich Jochen Schumacher zu einer Tätlichkeit an Eichmeier hinreißen ließ.

Siegen nutzte die Überzahl – mit einem simplen Querpass war Maouel freigespielt, der nur noch den Fuß zum 3:0 hinhalten musste (62.). Löhe verhinderte gegen Eichmeier und Möllering noch Schlimmeres, Aachener Chancen in der zweiten Halbzeit: null. Öffentlich äußern mochte sich nach dem Spiel keiner der Akteure.

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