Alemannia-Kapitän Hackenberg will seinen Rhythmus finden

Von: Klaus Schmidt
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Nicht nur in der Luft zu gebrauchen: Peter Hackenberg, hier gegen Tim Gorschlüter (Sportfreunde Lotte). Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Es gibt sicher geschmeidigere Einstiege. Peter Hackenberg war gerade eine Woche im Training, da bekam er im Test gegen Baunatal einen Schlag aufs rechte Knie – mit einem schmerzhaften Knochenödem als Folge. Beim Saisonstart, dem überzeugenden 3:1 bei Fortuna Köln, fiel der Innenverteidiger aus.

Gegen den SC Verl stand er erstmals im Kader, in Lippstadt dann endlich auf dem Platz – und sah nach einer „Notbremse“ 20 Minuten vor Schluss die Rote Karte. Wieder zwei Spiele zuschauen, Rückkehr gegen die Sportfreunde Lotte – und zweite Niederlage im zweiten Einsatz. Alemannia Aachens Kapitän sucht noch seinen Rhythmus, „mir fehlt etwas Zeit aus der Vorbereitung“. Das spielfreie letzte Wochenende kam da nicht ungelegen, auch wenn Peter Schubert sagt: „Den Rhythmus kann er nur durch Spiele finden.“

Für den Chefcoach und seinen Assistenten Reiner Plaßhenrich war die Entscheidung, Hackenberg zum Kapitän zu bestimmen, aus verschiedenen Gründen klar. „Er hat eine hohe körperliche Präsenz, er stellt was dar und hat vom ersten Tag an versucht zu führen. Und das immer positiv“, sagt Schubert. Keiner, der dabei vorprescht, sondern sich die Dinge „erst mal anschaut, anhört, beurteilt. Und dann eingreift, wenn er es für nötig hält.“ Das passt zur ostholsteinischen Herkunft: geboren vor 24 Jahren in Eutin, Jugendvereine TSV Plön und Preetzer TSV, bevor Energie Cottbus den 1,96 Meter großen Blonden in die Nachwuchsabteilung holte. „Aber ich weiß nicht, woher meine zwölf Einsätze für die U 17-Nationalmannschaft auf transfermarkt.de kommen...“

Kommunikativ, kopfballstark, „und ich denke, dass ich eine ganz passable Spieleröffnung habe“, antwortet Peter Hackenberg auf die Frage nach seinen Qualitäten. Auch wenn kleinere Spieler geschmeidiger daherkommen. „Bei einem Mertesacker sieht das halt anders aus, als wenn man einen Messi laufen sieht...“

In Cottbus erhielt „Hacki“ seinen ersten Profivertrag, zu Bundesliga-Zeiten unter dem Trainer Bojan Prasnikar, machte aber kein Spiel für eine Mannschaft, „in der praktisch kein Deutsch gesprochen wurde“. Vor drei Jahren wechselte er in die 3. Liga zu Wacker Burghausen und erlebte dort Mario Basler. „Mit minimalem Trainingsaufwand die maximale Spielleistung, das hat er von jedem erwartet. Und so hat er es auch vorgelebt“, da sei der Trainer Basler nicht anders als der Spieler Basler gewesen.

Dunkles Kapitel in Magdeburg

Nur eine Saison blieb Hackenberg in Bayern, Regionalligist 1. FC Magdeburg verpflichtete ihn. In Sachsen-Anhalt erlebte Alemannias Nummer 24 das dunkelste Kapitel während seiner Karriere. „Das hat im Fußball nichts zu suchen. Da waren Grenzen überschritten.“ Sogenannte eigene Fans hatten sich – sportlich lief es mehr schlecht als recht – auf Daniel Bauer eingeschossen, Vermummte attackierten den Mittelfeldspieler sogar an seiner Haustür. Am Tag, nachdem Trainer Ronny Thielemann den Kapitän zu seinem Schutz durch Peter Hackenberg abgelöst hatte.

„Zufrieden kann ich nicht sein mit meiner bisherigen Laufbahn“, sagt Alemannias neuer Leader. Pech, die falschen Trainer spielen eine Rolle, Verletzungen (u.a. Riss des Syndesmosebands), aber auch die Frage, „wieviel man selber investiert hat. Da muss man sich an die eigene Nase fassen. Ich kenne keinen, der als Fußballer mit der Regionalliga zufrieden ist.“ Hackenberg hat noch was vor. „Unser Start war absolut zufriedenstellend.“ Zu einem eingespielten Team werden, nichts mit dem Abstieg zu tun haben, „mittelfristig sind wir vielleicht zu Höherem berufen. Ich will nicht über, sondern mit Aachen einen Schritt weiter gehen.“

Den Duft der größeren Fußballwelt gibt es am Sonntag (FuPa-Liveticker ab 14 Uhr) schon mal in der Mönchengladbacher 54.000-Mann-Arena.

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