Aachen - Alemannia: Insolvenzverfahren beendet, Fragen bleiben

Alemannia: Insolvenzverfahren beendet, Fragen bleiben

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Am Tivoli kehrt nach fast anderthalb Jahren zumindest formaljuristische Normalität zurück. Das Amtsgericht Aachen hob das Insolvenzverfahren der Alemannia Aachen GmbH (Aktenzeichen 92 IN 276/12) am Montag rechtskräftig auf.

Die Gläubigerversammlung hatte bereits Mitte Dezember den Insolvenzplan angenommen. Somit endet eines der spektakulärsten Verfahren in der Region. Gläubiger und somit auch Steuerzahler erlitten einen Verlust von knapp 70 Millionen Euro. Die Amtszeit von Interimsgeschäftsführer Michael Mönig ist somit beendet, der Verein wird nun von Alexander Mronz geführt, der allerdings auch nur einen zunächst auf 100 Tage befristeten Vertrag bis Ende Juni unterschrieben hat.

Der Beschluss war erst für Mitte April erwartet worden, weil das Gericht die von Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning geleisteten Zahlungen noch einmal selbst überprüfen wollte, hatte es noch letzte Woche geheißen. Mönig hatte zuletzt am Freitag das Gericht auf ein schnelles Ende des Verfahrens gedrängt, das seinen Anfang am 23. November 2012 nahm, als der hoch verschuldete Verein die Insolvenz beantragte.

Eröffnet wurde das Verfahren dann erst am 1. Juni letzten Jahres, nachdem die Saison, an deren Ende der Abstieg aus der 3. Liga stand, beendet wurde. Mönig legte sein Amt als Geschäftsführer am Montag formal nieder, wie er per Mail unter anderem Präsident Mausbach mitteilte, der sonst Maubach heißt... Der Anwalt beklagte sich, dass er von den neuen personellen Entwicklungen beim Regionalligisten nur aus der Presse erfahren habe.

Offen blieb bis zuletzt, wie das „Erbe“ der Hinterbliebenen ausfällt. Wie hoch ist die Unterdeckung im laufenden Etat? Mönig hatte im Januar noch behauptet, es gebe kein Finanzloch. In einer internen Mail schrieb dagegen der von ihm eingesetzte Controller Markus Oshege, „dass mit Beendigung des Insolvenzverfahrens zusätzliche Gelder, sprich Sponsorenzahlungen von ca. 600.000 Euro und ein Beitrag des TSV in Höhe von 170.000 Euro notwendig sein werden, um nach kompletter Entschuldung der Alemannia die Fortführung in dieser Saison sicherstellen zu können“. All das waren Planzahlen, und bis zuletzt versuchten die neu gewählten Funktionäre belastbare Zahlen noch vor Beendigung des Verfahrens zu erhalten.

Der neue Geschäftsführer Alexander Mronz brachte am Montag kein Licht ins Dunkle, er war nicht zu sprechen.

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