Aachener Ultraläufer André Collet: Hoffnung auf Medaille

Von: Helga Raue
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Hofft nach 100 Kilometern auf eine Medaille: Der Aachener Ultraläufer André Collet startet bei der WM.

Aachen. Heute hebt der Flieger ab Richtung Südspanien. Viel Zeit zum Akklimatisieren bleibt André Collet aber nicht, denn am Sonntagmorgen fällt bereits um 6 Uhr der Startschuss zum 100-Kilometer-Lauf. Der Aachener Ultra-Läufer nimmt in Los Alcánteras die WM-Strecke unter die Schuhe und rechnet sich in seiner Altersklasse durchaus eine Medaille, in der Gesamtwertung einen Platz in den Top Ten sowie vielleicht Edelmetall mit dem Team aus.

„Wenn alles gut läuft, ist das drin“, sagt der 44-Jährige, der bereits zwei Mal bei einer WM unter die ersten Zehn lief und ein Mal Zwölfter wurde. Just for fun reist Collet sicher nicht nach Spanien, er peilt eine Zeit von 6:45 Stunden an – über 100 Kilometer wohlgemerkt! „Das ist realistisch, die Zeit will ich angehen“, sagt Collet, dessen bisherige Bestzeit 6:45,48 Stunden ist und der mit 6:40 liebäugelt. „Mit so einer Zeit steht man ganz oben.“

Der Aachener hatte sich als Deutscher Meister Ende August qualifiziert, in 6:55,27 Stunden. „Das war meine einzige Chance, noch ein WM-Ticket zu lösen“, so Collet, der 2014 seine Laufkarriere eigentlich beenden wollte. Da es bei der WM in Doha damals aber nicht so gut lief, beschloss er weiterzumachen und ließ 2015 – nach der rechten Ferse 2013 – auch seine linke Ferse operieren. „Alles ist gut verheilt, ich bin schmerzfrei“, sagt Collet, der nach der DM-Regeneration das Training noch einmal verschärft hatte.

Als Vorbereitung gab es ein Trainingslager in Rothenburg op der Tauber, wo unter anderem ein kleiner Testlauf auf dem Programm stand: über 50 Kilometer. „Ich bin verhalten angegangen, wollte 3:15 Stunden laufen und bin 3:15 gelaufen – und das ohne Uhr“, berichtet Collet, der sich für die WM selbst unter einen „hohen Erwartungsdruck“ setzt.

In Spanien erwartet ihn ein zehn Kilometer langer Rundkurs, der drei Kilometer lang am Meer und dann durch den Ort führt. „Der Kurs könnte windanfällig sein. Zudem ist es schwierig, taktisch zu laufen, wenn einen die Gegner immer sehen wie auf so einem Rundkurs“, erläutert der Aachener, der anders als bei der DM diesmal „sicher nicht von Beginn an vorne laufen wird. Dafür sind die Top-Läufer zu stark. Ich möchte mich aber nach dem Start unter den ersten 20 einreihen.“

Größter Konkurrent in seiner Altersklasse ist der Italiener Giorgio Calcaterra (44), der drei Mal Weltmeister war und dessen Bestzeit 6:23:20 (von 2012) ist. „In Katar kam er hinter mir ins Ziel“, weiß Collet, dass auch der Favorit einen guten Tag erwischen muss. „Ich kann mich nur selbst schlagen. Ich bin fit und fühle mich gut. Ich muss nur aufpassen, dass ich am Anfang nicht überpace.“

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