AachenCup: „Es geht um eine gute Sache“

Von: sch
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Alle für Alemannia: Fortuna Düsseldorfs Manager Wolf Werner (von links), Bayer Leverkusens Kapitän Simon Rolfes, Aachens Manager Uwe Scherr und Alemannia-Profi Sascha Rösler. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Simon Rolfes hatte noch mitgeschrieben an den ruhmreichsten Kapiteln zwischen DFB-Pokalfinale in Berlin und der Rückkehr in die Bundesliga. Nur eine Saison stand der Mittelfeldspieler bei Alemannia Aachen unter Vertrag, er machte die Reise durch Europa mit, nie gab es einen erfolgreicheren Zweitligisten im Uefa-Cup. Rolfes hat den Tivoli vor knapp acht Jahren verlassen, am kommenden Mittwoch kehrt er als Kapitän von Bayer Leverkusen mal wieder zurück.

Darüber freut sich der 31-Jährige – einerseits. „Ein anderer Hintergrund“ wäre ihm allerdings lieber. „Ich bin sicher nicht der Einzige, der traurig darüber ist, wie sich das hier entwickelt hat.“

Es gilt, Alemannia zu retten, Leverkusen und Fortuna Düsseldorf kommen zum AachenCup (ab 19.30 Uhr), einem Blitzturnier mit drei Spielen über jeweils 45 Minuten. Uwe Scherr, der Geschäftsführer Sport, ist den benachbarten Bundesligisten natürlich sehr dankbar für ihren unentgeltlichen Auftritt, er könne gar nicht sagen „wie sehr“. Die Zusage von Uli Hoeneß und dem FC Bayern im Januar, die kam „schnell und unkompliziert. Aber Rudi Völler und Wolf Werner“ – die Manager von Bayer und Fortuna – „die waren noch schneller. Das hat keine zehn Sekunden gedauert.“

Werner berichtet, dass ja niemand mehr zu fragen war. „Wir hatten im Vorstand weit bevor die Anfrage aus Aachen kam schon entschieden: Wenn sich Alemannia meldet, dann helfen wir.“ Der Fortune kennt die Sorgen und Nöte eines finanziell und damit auch sportlich gestrandeten Klubs, in Düsseldorf war es runter bis in die 4. Liga gegangen. Wolf Werner ist also ein glaubwürdiger Kronzeuge, wenn er „Ruhe und einen Aufbau mit Seriosität“ empfiehlt, „das ist das Einzige, was Wirtschaftsleute bewegt“. Ehrlichkeit und Kontinuität sind die Schlagworte, auch Werner hätte Alemannia gerne zurück auf der großen Fußball-Landkarte. „Der Tivoli war immer auch für den Gegner ein pures Erlebnis, die Alemannia ein guter Vertreter der Stadt in Sachen Marketing und Werbung.“

Der verletzte Sascha Rösler, Rückkehr immer noch nicht absehbar, war im letzten Sommer als Aufstiegsheld aus Düsseldorf wieder nach Aachen gewechselt. Nach seinem ersten Gespräch mit Uwe Scherr „hatten wir noch andere Ziele und Pläne“. Nun hofft der 35-Jährige, „dass wir die Saison zu Ende bringen. Wir sollten uns die Fortuna ein bisschen zum Vorbild nehmen, um aus den negativen Schlagzeilen rauszukommen.“

Den Bogen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft kann auf dieser Pressekonferenz Simon Rolfes am besten schlagen. Er wohnt nach wie vor in der Region, hat aber den distanzierten Blick. „Nach der Ära Schmadtke/Hecking konnte Alemannia nicht mehr an die Erfolge anknüpfen“, der Verein lag mit seinen Personalentscheidungen immer öfter daneben. „Die Euphorie in der Stadt hat dann nachgelassen. Aber das Potenzial der Fans ist ja immer noch da.“ Beim AachenCup gehe es „um eine gute Sache, aber natürlich nehmen wir das sportlich schon ernst“. Rolfes, der die Kollegen öfter mit der Aachener Spezialität versorgt, will nächsten Mittwoch die Sieger-Printen mitnehmen.

Rund 3000 Karten wurden bislang im Vorverkauf abgesetzt, Alemannia könnte noch etwas mehr Unterstützung gebrauchen. Tickets zum Preis von 11 Euro auf allen Plätzen (bis 17 Jahre 6 Euro) gibt es ausschließlich im Media Store von Aachener Zeitung, Aachener Nachrichten und NetAachen (Großkölnstraße 56) sowie in allen weiteren Vorverkaufsstellen des Zeitungsverlages Aachen.

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