Aachen plant Pferdesport-EM: Erste Karten schon bestellt

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
CHIO 2010 - Lamaze gewinnt den Großen Preis von Aachen
Der kanadische Springreiter Eric Lamaze gewinnt mit seinem Pferd Hickstead den Großen Preis von Aachen. Foto: dpa

Aachen. Ein Freund des Reitsports hatte ganz schnell das Pferd gesattelt. Die Kunde, der Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) denke über die Ausrichtung der Europameisterschaften 2015 in gleich fünf Disziplinen nach, führte jedenfalls dazu, dass schon am Dienstag auf der Geschäftsstelle „der erste anrief, der Karten bestellen wollte”.

Da musste auch Michael Mronz, Geschäftsführer der Aachener Reitturnier GmbH (ART), schmunzeln. Nun sind allerdings noch ein paar Hürden zu nehmen. Die entscheidende, bevor im Frühjahr 2012 über die Titelkämpfe entschieden wird: Freundet sich der Weltverband FEI mit dem Soerser Konzept an, erstmals die EM zu bündeln und Medaillen in Springen, Dressur, Vielseitigkeit, Voltigieren und Fahren - für das es bislang gar kein kontinentales Championat gibt - zu vergeben?

Interessen der Partner

„Wir beschäftigen uns natürlich immer mit dem Thema, uns um Championate zu bewerben”, sagt Mronz. Nach dem herausragenden Erfolg der Weltmeisterschaften 2006 kam die WM 2014 (in die Normandie vergeben) nicht in Frage. Wie zuletzt 2010 in Kentucky wollte sich die FEI die Möglichkeit offenhalten, das Ereignis durch einen Titelpartner zu vermarkten. „Für uns ist allerdings wichtig, die Interessen unserer Partner zu berücksichtigen”, die verlässlich den CHIO begleiten.

Nun kam die Europameisterschaft auf den Prüfstand. „In dem Format, wie sie bisher abgehalten wird”, sagt Michael Mronz, „ist das kein Konzept, wie wir es umsetzen wollen. Es soll als besonderes Ereignis wahrgenommen werden, eine EM nicht nur in einer oder zwei Disziplinen, sondern in fünf. Bis heute gibt es keine EM für Vierspänner, das wäre komplett neu.” Den Reitsport „in der Summe in seiner Akzeptanz nach vorne bringen”, so lautet die Überschrift.

In den nächsten Monaten soll ein Programm für die Sponsorenpartner entwickelt werden, „im Sommer wollen wir dem Weltverband unser Gesamtkonzept vorstellen und vorschlagen. Und dann wird sicher intern in der FEI darüber diskutiert, ob die Sache interessant bleibt.” Von einer Bewerbung des ALRV kann noch keine Rede sein. „Es gibt ja keine Ausschreibung für eine EM in dieser Art.”

Bis zum 8. April können sich die nationalen Verbände äußern, ob sie grundsätzlich eine EM (nach bisherigem Muster) ausrichten wollen; der Austragungsort muss dabei noch nicht benannt werden. Michael Mronz stellt eines klar: „Wir werden definitiv keine Europameisterschaft nur in Springen und Dressur machen.” Es gehe darum, „aus der Erfahrung und der Begeisterung der WM 2006 heraus ein besonderes Momentum zu schaffen. Dass die Menschen wie damals, als 30.000, 40.000 die Dressur im großen Stadion angeschaut haben, sagen: Das war ein tolles Ereignis.”

Aachen wieder als Vor-Reiter: Fallen die Ideen auf fruchtbaren Boden, würde der ALRV erneut Maßstäbe setzen, die für andere Bewerber in der Folge kaum erreichbar wären. Ungeteilte Zustimmung in Europa zu den Plänen ist eher unwahrscheinlich. Sollte die FEI am Ende des Tages, nach Vorstellung des Soerser Konzepts und Bewerbung, den Auftrag für die EM 2015 erteilen, dann muss der Karten-Interessent von Dienstag allerdings auch Verzicht üben: Der CHIO fiele in diesem Jahr aus.
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