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3:1 gegen Stuttgart: „Ladies in Black“ in allen Belangen überlegen

Von: Roman Sobierajski
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Libera Dominika Valachova (hinten) kann ruhig zuschauen, für die Stuttgarterin Lindsay Stalzer gibt es gegen den Doppelblock von Yvon Belien (links) und Laura Weihenmaier kein Durchkommen. Foto: W. Birkenstock

Aachen. Nach der 1:3-Niederlage (14:25, 14:25, 26:24, 15:25) seiner Mannschaft gegen die „Ladies in Black“ Aachen hatte Guillermo Hernandez, Trainer von MTV Stuttgart, noch eine ganz schwere Aufgabe zu erledigen.

Der Argentinier musste eine Aachenerin zur „Wertvollsten Spielerin“ der Partie erklären, und schon Hallensprecher André Schnitker hatte kurz vor Ende der 98-minütigen Begegnung gefrotzelt, ihm würden spontan vier einfallen, wenn nicht die gesamte Mannschaft.

Als drückend überlegen hatten sich die „Ladies“ in den ersten beiden Sätzen präsentiert, als der bis dato Tabellenachte jeweils nur zu 14 Punkten kam. Also, wen wählen? Zuspielerin Femke Stoltenborg, die mit dem Bauerntrick den ersten Satz beendet hatte, die sich mit ihren 1,90 Metern mehr als einmal in der Abwehr auf dem Boden wiederfand und zusammen mit Nationalmannschaftskollegin Yvon Belien den Aachener Schnellangriff kultiviert? Belien selbst kam in Frage, mit dem schnellen Spiel durch die Mitte und den Kill-Blocks, die Stuttgarts Angreiferinnen das Leben schwer machten.
„Druck liegt bei Dresden“

Aber auch Jordanne Scott mit ihren präzisen diagonalen Angriffsschlägen wäre eine ebenso gute Wahl gewesen wie die Außenangreiferinnen Karolina Bednarova und Laura Weihenmaier oder Mittelblockerin Tatiana Crkonova, die mit einem trockenen Block Satz 2 nach Hause brachte. Und die Aufzählung wäre nicht komplett ohne Libera Dominika Valachova, die wieder unzählige Angriffsschläge vom Boden kratzte.

Die Wahl „traf“ bereits zum vierten Mal Femke Stoltenborg, doch Hernandez musste eingestehen, dass die Mannschaftsleistung der „Ladies“ seinen Matchplan zu Altpapier machte: „Wir wollten Aachen mit guten Aufschlägen unter Druck setzen und zu Fehlern zwingen. Aber der Gegner war in den Aufschlägen und den Annahmen einfach überlegen.“

Lediglich im dritten Durchgang erfüllten die Stuttgarterinnen die selbstgesteckten Erwartungen und führten mit 23:20, wehrten einen Aachener Matchball ab und sicherten sich diesen Durchgang mit 26:24. „Man kann nicht erwarten, dass wir Stuttgart einfach so 3:0 schlagen“, dämpfte Aachens Coach Marek Rojko allzu hochfliegende Erwartungen. „Stuttgart hat nach der zehnminütigen Matchpause zwei neue Spielerinnen in die Start-Sechs genommen, und wir brauchten einige Zeit, um uns darauf einzustellen.“

Die Umstellung war jedoch bereits im vierten Satz beendet, den 1027 Zuschauern in der ausverkauften Halle war schnell klar, dass nichts mehr anbrennen würde. Spätestens, als sich Stuttgart beim Stand von 19:13 für Aachen einen Aufstellungsfehler leistete und sich einen weiteren Gegenpunkt einhandelte, war den Zuschauern klar, wer als Sieger vom Platz gehen würde.

Für die Spielerinnen war die Angelegenheit wohl noch früher entschieden. „Wir haben das ganze Selbstvertrauen aus der Partie von Mittwoch gegen Münster mitgebracht, es läuft bei uns momentan einfach prima“, strahlte Femke Stoltenborg nach Spielschluss Zuversicht und Zufriedenheit aus – und wagte schon mal einen Blick auf die kommende Partie am Samstag beim Dresdner SC. „Wenn wir dort so auftreten wie gegen Stuttgart, können wir sogar etwas Zählbares mitbringen.“

Dass die Mannschaft auf einem guten Weg ist, zeigt die Tatsache, dass zum Jahresbeginn wegen der Nationalmannschafts-Verpflichtungen kaum Zeit zum Trainieren blieb und trotzdem der Sprung auf Tabellenplatz 4 gelang. „Bedenkt man, dass wir solch unruhige Zeiten hinter uns haben, kann man richtig stolz auf die sechs Punkte aus zwei Spielen sein“, befand auch PTSV-Kapitänin Karolina Bednarova.

Auch Trainer Marek Rojko mangelt es nicht an Selbstbewusstsein: „Wir hatten gegen Stuttgart fünf Spielerinnen auf dem Platz mit einer Angriffsquote von über 50 Prozent, das ist hervorragend“, befand der 36-Jährige zufrieden. „Der Druck liegt jetzt bei Dresden.“


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