2:1 gegen Aue: Clemens lässt Köln weiter hoffen

Von: Günter Kirschbaum
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Beherzter Schuss in der Nachspielzeit: Christian Clemens (rechts) entscheidet mit seinem Treffer die Begegnung gegen Aue für den 1. FC Köln. Foto: imago/Picture Point

Köln. Vielleicht war es gerade diese Szene, die den Fans des 1. FC Köln als Initialzündung im Gedächtnis bleiben wird. Dieser Moment, als Christian Clemens in der Nachspielzeit aus halbrechter Position abzog, die Kugel aus gut 20 Metern ins lange Eck donnerte und seinem Team das glückliche 2:1 (1:0) sicherte.

„Da sieht man, was ein bisschen ausmachen kann und was es bewirken kann, wenn einer Verantwortung übernimmt“, freute sich Kölns Sportlicher Leiter Frank Schaefer. „Das war ein Alles-oder-Nichts-Spiel. Deswegen war dieser Sieg enorm wichtig.“

Der Startsieg ins Restprogramm der Saison beinhaltete einige Aspekte, die Trainer Holger Stanislawski mit seinem Kader zu analysieren hat. 30 tollen Minuten mit „extrem starkem Fußball“ (Stanislawski) mit der frühen 1:0-Führung durch Dominik Maroh nach einer Ecke von Clemens (4.) folgte eine zweite Halbzeit, die über weite Strecken schlimmste Befürchtungen für den weiteren Saisonverlauf aufkommen ließ.

Und spätestens als Kevin Pezzoni, den FC-Hooligans nach der 0:2-Niederlage im Hinspiel vom Hof gejagt hatten und der Samstag viele Pfiffe ertragen musste, zum Ausgleich einköpfte (79.), schien es sich wieder einmal zu bestätigen, dass fehlende Konsequenz beim Ausnutzen der eigenen Chancen bestraft wird. Doch dann kam die zweite und letzte Minute der Nachspielzeit. Bei einem weiten Abschlag von Timo Horn rasselten Stefan Maierhofer und Anthony Ujah zusammen, die Kugel fiel Clemens vor die Füße. Dem ließ Pezzoni viel Raum. Das Ergebnis ist bekannt.

„Das Tor muss ich mir auf jeden Fall noch mal anschauen“, meinte Clemens. „Das waren enorm wichtige Punkte vor den beiden Auswärtsspielen in Cottbus und St. Pauli.“ Dort wolle man auch gewinnen, aber: „Wenn wir auswärts so spielen wie in der zweiten Halbzeit, kriegen wir die Hucke voll. Die ersten 30 Minuten waren richtig gut. Die müssen unser Maßstab sein.“

In dieser ersten halben Stunde demonstrierte der FC, wozu er imstande ist. „Da müssen wir das zweite und das dritte Tor machen“, legte Trainer Stanislawski den Finger in die Wunde. Doch Ujah und Mato Jajalo (7.) verpassten eine Doppel-Chance, der starke Daniel Royer scheiterte mit einem Kopfball an die Latte (16.), Thomas Bröker traf aus bester Position nur Aues Keeper Martin Männel, und Clemens jagte einen Freistoß aus 25 Metern um Zentimeter am Kasten vorbei. „Danach wurden wir immer mutloser“, hatte der Trainer erkannt. Das formulierte Maroh griffiger. „Die erste Halbzeit war top, die zweite ein Flopp. Wir haben den Mut und den Mumm in der Kabine vergessen“, sagte der Innenverteidiger.

Die Geschichte des Aue-Spiels zeigte, wie fragil diese junge Kölner Mannschaft noch ist. Doch im Vergleich zur ersten Saisonhälfte zeigte das Team nach dem Ausgleich eine Reaktion. Gegen Sandhausen, Dresden, Kaiserslautern und Braunschweig kassierte der FC jeweils kurz vor dem Abpfiff Nackenschläge. Das war am Samstag anders. Da setzte Köln in Person vom Clemens den finalen Punch. Und verkürzte den Rückstand auf den

dritten Platz zumindest bis heute Abend auf drei Punkte.

Natürlich räumte Holger Stanislawski ein, dass der Sieg „glücklich, aber nicht unverdient“ sei. „Wir waren 25 bis 30 Minuten komplett aus dem Spiel“, kritisierte der Trainer. „Das darf nicht passieren, dass wir so passiv und mutlos spielen.“ Und zur spielentscheidenden Szene befand Stanislawski mit einem Lächeln: „Ich bin froh, dass wir diesen Ball nicht auch noch nach hinten gespielt haben.“

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