Köln - 1. FC Köln in letztem Auswärtsspiel 2015: Gutes Gefühl, präziser Plan

1. FC Köln in letztem Auswärtsspiel 2015: Gutes Gefühl, präziser Plan

Von: Philip Sagioglou
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Eigene Akzente setzen: Kölns Marcel Risse (links) – hier im Pokalspiel gegen Bremens Fin Bartels – könnte im Ligaspiel gegen die Werderaner auf der offensiven Außenbahn spielen. Foto: sport/foto2press

Köln. Thomas Eichin hat sich am Donnerstag einer Redewendung bedient, die einst auch Holger Stanislawski als Trainer des 1. FC Köln zu etablieren gedachte: „Wir wollen den Bock umstoßen“, sagte Eichin, Geschäftsführer von Werder Bremen.

Es ging dabei freilich nicht um den Kölner Geißbock Hennes, auch wenn der FC heute (15.30 Uhr) in Bremen gastiert, das ist klar. Eichin hätte konkreter werden können, sagen sollen, dass er hofft, dass seine Bremer endlich mal wieder ein Spiel im heimischen Weserstadion gewinnen können.

Von einem Heimkomplex möchte Eichin aber nichts wissen, er sagt: „Das ist Unsinn.“ Das ist ein gutes Beispiel für die Diskrepanz im Sport, die Zahlen sprechen klar Eichins Aussage. Bremen hat in dieser Saison erst eine Liga-Partie und das Zweitrundenspiel im Pokal gegen Köln in der eigenen Arena gewinnen können. Die vergangenen fünf Liga-Heimspiele gingen alle verloren.

Ob man die schwache Bremer Punktausbeute im Weserstadion nun Heimkomplex nennen möchte oder nicht, Köln will die Probleme der Werderaner heute (15.30) nutzen. Aber auch die jüngsten Zahlen beim FC spiegeln ein durchaus tristes Bild wider: Die Kölner haben nur eins ihrer vergangenen acht Pflichtspiele gewonnen, sie haben seit 288 Minuten nicht getroffen. Und in Bremen hat der FC nicht oft gut ausgesehen, Werder holte in seiner Ligageschichte zuhause 90 Punkte gegen die Gäste, nur gegen zwei andere Klubs schafften sie noch mehr. Und dennoch: Alles in allem sprechen die Zahlen nicht für eine besonders spektakuläre Begegnung zwischen den beiden zuletzt wenig erfolgsverwöhnten Klubs.

Da sind allerdings ja noch die Aussagen der Verantwortlichen. Und die klingen keineswegs zurückhaltend, vor allem auf Kölner Seite. Trainer Peter Stöger sagt, er fahre mit einem „guten Gefühl“ nach Bremen, und er hat einen präzisen Plan, wie das Spiel seiner Mannschaft dort aussehen soll: „Wir wollen versuchen, das Spiel zu gestalten und zu kontrollieren. Wir wollen nicht nur auf Konter spielen, sondern unsere Spielanlage so ausrichten, dass wir gewinnen können.“

Das verspricht eine offensive Formation – auch wenn Stöger den erkrankten Flügelspieler Leonardo Bittencourt ersetzen muss. Stöger macht das allerdings keine allzugroßen Sorgen, er sagt, er habe „viele Varianten“. Naheliegend ist, dass der zuletzt verbesserte Pawel Olkowski auf die Rechtsverteidigerposition zurückkehrt und Marcel Risse auf die offensive Außenbahn rückt, dort hat er seine Stärken. Aber der Trainer hat auch noch andere Ideen, er sagt: „Wir haben mit Milos Jojic, Simon Zoller und Yannick Gerhardt wirklich viele Möglichkeiten.“

Außer Bittencourt sind alle Spieler einsatzbereit – auch der seit mehr als zwei Monaten torlose Anthony Modeste. Anfang der Woche hatte Stöger erklärt, er wolle mit dem Stürmer besprechen, ob er beginnt oder als Joker zum Einsatz kommt. Wenn es nach Modeste geht, ist die Entscheidung gefallen. Er will spielen. Unbedingt. Der Angreifer will seine „Scheißphase“ – so hat er seine trefferlose Zeit unter der Woche selbst genannt – endlich beenden. Und alles deutet darauf hin, dass er auch die Chance dazu bekommt. Stöger hält weiter zu Modeste, und er sagt: „Es tut Tony richtig gut, dass andere sich zu Wort melden und sagen, dass nicht nur er gefordert ist.“

Generell zeigt sich der Trainer trotz mäßigen Bilanz der vergangenen Wochen zufrieden. „Die Trainingswoche war gut, wenn man bedenkt, dass das Wochenende nicht so erfolgreich war“, sagt er.

Jetzt geht es vor der Winterpause noch gegen Bremen und danach gegen Dortmund. „Die Stimmung und das Engagement sind so gut, dass wir zuversichtlich sein können, aus diesen Spielen noch etwas mitzunehmen“, sagt Stöger. Und das klingt dann fast ein bisschen so, als wolle der FC in Bremen den Bock umstoßen.

Voraussichtliche Aufstellung: Horn – Olkowski, Maroh, Heintz, Hector – Lehmann, Vogt - Risse, Zoller – Osako, Modeste

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