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Gregory Wathelet siegt beim Großen Preis von Aachen

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
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Zwei perfekte Umläufe, ein perfektes Stechen: Gregory Wathelet auf dem Weg zum Sieg im Großen Preis von Aachen. Foto: Uwe Anspach
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Bester Deutscher: Andreas Kreuzer wurde auf Calvilot Fünfter im Großen Preis. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Die Soers ist jetzt nicht unbedingt das schlechteste Pflaster für den Mann. In seiner Karriere hatte er schon manch schönen Erfolg gefeiert, den größten bei der Europameisterschaft 2015, als er im Aachener Reitsport-Mekka die Silbermedaille in der Einzelwertung gewann.

An diesem Sonntag nun, der windig und grau begann und an dem sich zwischenzeitlich Regenwolken entleerten, strahlte letztlich die Sonne und mit ihr der Triumphator im Großen Preis von Aachen, dem großen Finale des CHIO. Der Belgier Gregory Wathelet holte auf Coree im Stechen den Siegerscheck über 330.000 Euro des mit einer Million Euro dotierten Wettbewerbs. Auf den Plätzen landeten die Portugiesin Luciana Diniz (Fit For Fun) und der Niederländer Marc Houtzager (Calimero), die ebenfalls drei Mal fehlerfrei blieben.

„Es gibt Tage wie diesen, an denen einfach alles läuft“, sagte Wathelet, und irgendwie wurde auch Peter Weinberg als Sieger betrachtet. Jedenfalls musste das Aufsichtsratsmitglied des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV) – ob er wollte oder nicht – Glückwünsche entgegennehmen. „Ich hab doch gar nix gemacht, nur gezittert“, wehrte der Kohlscheider ab; Weinberg ist allerdings auch Nationaltrainer der belgischen Springreiter und insofern kein ganz Unbeteiligter an Wathelets krönendem Ausstieg aus der CHIO-Woche.

„Pferd und Reiter waren fantastisch“, erklärte Weinberg, Coree sei durchaus als schnelle Vertreterin bekannt. „Aber es wurde schon sehr viel riskiert.“ Mit dem Husarenritt von Aachen dürfte sich Gregory Wathelet (37) in der Equipe für die Europameisterschaft in Göteborg platziert haben, auch wenn Peter Weinberg das noch nicht offiziell bestätigen mochte.

Für das beste deutsche Ergebnis sorgte einer, den man nicht unbedingt dort erwartet hatte. Andreas Kreuzer wurde auf Calvilot Fünfter, das Stechen verpasste er nur deshalb, weil er in den ersten beiden Umläufen jeweils einen Zeitstrafpunkt kassiert hatte. Die mächtig aufstrebende Deutsche Meisterin Laura Klaphake wurde auf Catch Me If You Can 13. – und strahlte über das ganze Gesicht. „Ich bin so glücklich. Mein Pferd ist ganz ganz toll gesprungen und ja auch erst neun Jahre alt.“ Ein Fehler im zweiten Umlauf schlug die Tür zum Stechen zu, dennoch zog Klaphake freudestrahlend Bilanz. „Es war eine unglaubliche Woche, ein tolles Gefühl.“

Enttäuschend verlief der Große Preis für manchen, der mit großen Hoffnungen angetreten war. Ludger Beerbaum, dreimaliger Held am CHIO-Schlusstag, quittierte vier Abwürfe mit Chiara ebenso mit dem Ausstieg schon während des ersten Umlaufs wie Maurice Tebbel auf Chacco‘s Son. Vorjahressieger Philipp Weishaupt und Convall verpassten den zweiten Umlauf und landeten auf Platz 29.

Mit einem Schreckmoment auch für die fast 40.000 Zuschauer hatte die ultimative Herausforderung begonnen. Bernard Briand Chevalier und Qadillac du Heup, das erste Starterpaar, stürzten am Wassergraben. Minuten des Bangens vergingen, die Pferde-Ambulanz fuhr schon vor – bis der Franzose unter erleichtertem Aufatmen des Publikums die Stute schließlich selbst aus dem Parcours führte. Aus dem selektiven ersten Teil der Prüfung gingen nur sieben Paare fehlerfrei hinaus, im zweiten Umlauf fehlten schon große Namen wie Beezie Madden (USA), Kevin Staut (Frankreich) und Steve Guerdat (Schweiz). Eine blütenweiße Weste behielten anschließend nur noch vier der 40 Starter, und am Ende jubelte Gregory Wathelet, der von 2005 bis 2007 für Milliardär Oleksandr Onischtschenko und die Ukraine unterwegs war.

Schlafen mit Reithelm

Auch der zweite Platz machte an diesem Sonntag froh. Die ohnehin stets gut gelaunte Luciana Diniz, nur um 0,8 Sekunden geschlagen, dankte hinterher praktisch allen Menschen. „Ich bin so glücklich – ich werde diese Nacht zum Schlafen meinen Reithelm auf dem Kopf lassen.“

Und auch Frank Rothenberger war glücklich. 2016 hatte der Parcoursbauer schon das Zeitlimit extrem anspruchsvoll angesetzt. „Ich bin erleichtert“, sagte Rothenberger nun. Erleichtert darüber, dass die Entscheidung im Großen Preis von Aachen wieder nach einem Stechen gefallen war.

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