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Die „Horsewatcher“ sind auch nachts vor Ort

Von: Kristina Toussaint
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Im Gespräch mit Katharina Menne spricht Wolfgang Mainz vom Aachen-Laurensberger Rennverein den 1200 Ehrenamtlichen auf dem CHIO-Gelände seinen Dank aus. Foto: Michael Jaspers
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Lobt die Kombination aus „Sport, Volksfest und Event“: Dressurreiterin Isabell Werth. Foto: Michael von Fisenne

Aachen. Dass alle gesundheitlichen Probleme bei den vierbeinigen CHIO-Gästen auf dem Turniergelände in der Soers früh bemerkt werden, dafür sorgen neben einem 15-köpfigen Team aus Tierärzten und Helfern auch die fünf „Horsewatcher“, die auf dem CHIO-Gelände unterwegs sind.

Die angehenden Tierärzte Alexander König und Robert Westermann lernen zwar im Studium, „von der Maus bis zum Elefanten“ alle Spezies des Tierreichs zu behandeln, können sich aber eine spätere Spezialisierung auf Pferde gut vorstellen – schließlich sind sie mit Pferden aufgewachsen. In wechselnden Diensten beobachtet immer ein „Horsewatcher“ das Geschehen auf dem Springplatz, nachts patrouilliert einer der Wächter im Zweistundentakt durch die Ställe und hat ein Auge auf das allgemeine Wohlbefinden der Tiere. „Die Pferde scheinen sich hier wie zu Hause zu fühlen und schlafen ganz entspannt auf der Seite“, sagte Westermann im Medienzentrum des Zeitungsverlages. „Bisher sind alle Dienste ruhig verlaufen.“ Sollte aber doch einmal etwas passieren, stehen an verschiedenen Punkten Boxen mit Verbandsmaterial und Medikamenten bereit.

Beste Betreuung also auch für die Teilnehmer am Nationenpreis im Mannschaftsspringen, der am Donnerstagbend bei Flutlicht ausgetragen wurde. Voller gespannter Vorfreude erwarte er den Wettkampf, erzählte Maurice Tebbel AZ-Redakteur Robert Esser bereits am Donnerstagnachmittag. Zum dritten Mal startete Tebbel in der deutschen Equipe, dieses Mal gemeinsam mit Marcus Ehning, Marco Kutscher und Philipp Weishaupt. Dabei konnte der 22-Jährige, wie während seiner gesamten sportlichen Karriere, auf die Unterstützung von Vater Rene Tebbel zählen.

Die besonderen Umstände – Reiten bei Flutlicht und vor 40.000 Zuschauern – könne man zwar nicht üben, Pferd „Chacco’s Son“ sei das aber gewohnt. „Er hat einen sehr kämpferischen, starken Charakter und will immer alles richtig machen“, sagte Tebbel. Zwar gebe es beim beliebten Nationenspringen klare Favoriten, „davon darf man sich aber nicht nervös machen lassen. Man muss einfach auf sich selbst konzentriert bleiben“.

Ähnlich wollte es das schweizerische Springteam angehen: Zum Nationenpreis nehme jedes Team die „crème de la crème“ ihrer Reiter mit, erzählte Springreiter Martin Fuchs im Gespräch mit Katharina Menne, Volontärin unserer Zeitung. Das große Stadion stelle mit den vollen Zuschauerrängen schon eine große Herausforderung für die Aufmerksamkeit der Pferde dar: „Da geht einem das Pferd auch schnell mal verloren“, so Fuchs. Die Equipe aus der Schweiz sei noch recht unroutiniert, werde aber am Abend bei guten Bedingungen das Beste geben können. Die Stimmung im Team sei nach einer erfolgreichen Saison im Vorjahr sehr gut. Das Regenwasser vom Unwetter am Mittwoch sei über den Tag wunderbar abgetrocknet, so dass er sich keine Sorgen um die Bodenbeschaffenheit mache.

Ein Unwetter, das der guten Stimmung im übrigen keinen Abbruch getan habe, ist Wolfgang Mainz, überzeugt. „Der Maßstab für einen guten Turnierverlauf ist für mich, wenn die Besucher sagen, dass es noch schöner ist als im Vorjahr“, sagte das Aufsichtsratsmitglied beim ALRV weiter. Besonders dankbar sei er den 1200 Ehrenamtlichen auf dem CHIO, sagte Mainz auf der Bühne des Medienhauses.

Einer, auf den das Weltfest des Pferdesports ebenfalls nicht verzichten kann, ist Hufschmied Gerd Lamberty. Um verloren gegangene oder lockere Eisen pünktlich zur Prüfung wieder anzubringen, sind während des gesamten Turnierbetriebs zwei Schmiede und zwei bis drei weitere Mitarbeiter unterwegs. Am Samstag wird pünktlich zum Geländemarathon ein zusätzlicher Schmied bereitstehen, so Lamberty. Trockenes Wetter bedeutet übrigens auch für die Schmiede weniger Arbeit: In tiefem Matsch lösten sich die Eisen viel leichter, als auf festem, trockenem Boden. In jeder Disziplin brauchen die Pferde einen anderen Beschlag: Während die Springpferde Stollen für einen besseren „Grip“ benötigen, brauchen Dressurteilnehmer einen besonders leichten Beschlag, um die Hufe ohne Mühe vom Boden zu bekommen. Für Lamberty beginnt die Vorbereitung etwa zwei Wochen vor dem Turnier: „Wie im Schuhladen müssen wir Eisen für alle denkbaren Hufe dabei haben.“

Die Kombination aus „Sport, Volksfest und Event“ mache den CHIO zum „besten, schönsten und großartigsten Turnier der Welt“, sagte Dressur-Star Isabell Werth im Gespräch mit den Moderatoren Thomas Vogel und Laura Beemelmanns. Lob in den höchsten Tönen von der aus Rheinberg stammenden sechsfachen Olympiasiegerin, die Aachen nahezu als Heimspiel ansieht. Nach einigen Patzern in der Grand Prix-Prüfung am Mittwoch lief es bei ihr dank guter Konzentration in der Wertungsprüfung sehr gut. Werths Verhältnis zu Konkurrentin Laura Graves, die im gleichen Wettbewerb einige Fehler machte, sei sehr gut, „ohne irgendeinen Negativtouch“, betonte Werth. Mit Hinblick auf den Nationencup sagte sie: „Am Samstag wird Laura wieder top fokussiert sein, ein Grund mehr für mich, auch alles zu geben.“

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