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ZAB im Eurogress: Es darf auch mal ein Umweg sein

Von: Christiane Chmel
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Von der Feuerwehr bis zur Volkshochschule: Auf der ZAB im Aachener Eurogress ist das Angebot weit gefächert. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Lautstark dröhnen die Stimmen vom Foyer bis in das erste Obergeschoss des Eurogress Aachen: Die Theaterschule Aachen hat mehrere Jungschauspieler „auf die Bühne“ geschickt und wirbt damit für eine Ausbildung im eigenen Haus.

Auf der Berufs- und Studienmesse ZAB der Berufskollegs der Städteregion Aachen bewerben sich nämlich nicht Schüler und/oder Studenten um Ausbildungs- und Studienplätze, sondern rund achtzig Unternehmen, Institutionen, Akademien und Hochschulen buhlten um qualifizierte Bewerber.

Rund 14.000 meist junge Messebesucher kommen jedes Jahr an die Monheimsallee, um sich über Studiengänge und Ausbildungswege zu informieren. Give-Aways werden verteilt und verschiedene Aktionen angeboten. „Die Schüler und Studenten sollten sich vor der Berufswahl gut informieren, aber vor allem auch eigene Talente und Stärken herausfinden“, rät Lucy Merzenich-Lang, die gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin Carolin Gossen das Unternehmen Talentagenten in Aachen führt, das ebenfalls auf der ZAB vertreten ist.

Die Karriereberaterin hat schon viele junge Menschen von der anfänglichen beruflichen Orientierungslosigkeit bis hin zum Traumjob begleitet. „Man muss sich erst mit sich selbst beschäftigen, bevor man eine Berufswahl treffen kann“, sagt Merzenich-Lang. „Manches Mal führt der zuerst eingeschlagene Weg in die falsche Richtung.“ So erging es auch Yanik Hüttges, der zunächst voller Überzeugung Jura studierte und nach einem Semester feststellen musste, dass die Rechtswissenschaften nicht zu ihm passten. Nun belegt der 21-Jährige den Studiengang International Business in Maastricht.

Im Fokus: die neuen Medien

Ob Ausbildung, Studium oder dualer Bildungsweg – auf der ZAB 2016 können sich Schüler, die vor dem Schulabschluss stehen oder ihn schon geschafft haben, aber auch Studien- und Ausbildungsabbrecher umfassend informieren. Beliebt sind dabei besonders Berufe in den neuen Medien. So stellt beispielswiese die Akademie Pixlvisn aus Köln eine Karriere als Digital Media Artist in der Unterhaltungsindustrie in Aussicht. Auch der Zeitungsverlag Aachen wirbt für sein Angebt an Ausbildungsberufen.

Praxisorientiert lernen und studieren in der Medienbranche können angehende Studenten auch beim SAE Institut, die verschiedene Studiengänge wie Web-Design und Development oder Music Business im Programm hat. Eher klassische Ausbildungen präsentieren das Kfz-Gewerbe oder die Bauindustrie an ihren Ständen. Die fährt eigens mit dem Baubus vor und informiert abwechslungs interaktiv über Karrieremöglichkeiten in der Branche Bau.

Natürlich sind aber auch die großen, lokalen Ausbildungsanbieter bei der ZAB am Start. Die RWTH Aachen bietet zum Beispiel neben den zahlreichen Studiengängen auch Ausbildungsmöglichkeiten in kaufmännischen, technischen und medizinischen Berufe sowie die Möglichkeit zur Kombination mit dualen Studiengängen. Rund 100 Ausbildungsberufe gibt es auch bei der Bundeswehr, die mit Karriereberatern vor Ort vertreten ist.

Zu ihnen gehört auch Sarina Zillgens, die sich nach einer abgebrochenen Ausbildung für einen zwölfmonatigen, freiwilligen Wehrdienst entschieden hat. „Im Oktober beginne ich ein Romanistik-Studium“, erzählt die 22-Jährige. „Die Erfahrungen bei der Bundeswehr waren wichtig und haben mir die Zeit gegeben, die ich für mich und meine Entscheidung brauchte.“

Ähnlich wie Yanik Hüttges und Sarina Zillgens wird es vielen angehenden Studenten und Auszubildenden gehen. Die Entscheidung für einen Beruf ist schwierig und sollte gut überlegt sein. „Eine persönliche Erfolgsstrategie muss man sich erarbeiten“, betont Beraterin Merzenich-Lang. „Den ersten Schritt hierzu haben die ZAB-Besucher heute gemacht.“

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