19. Juli 2018, 11:43 Uhr   Wolkig, 28°C zum Wetter
Ein Angebot von

Bei Ausbildungsfrust nicht sofort abbrechen

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:

Langeweile in der Berufsschule, schlechtes Klima bei der Arbeit, krasse Überforderung: Nicht jede Ausbildung läuft glatt. Mancher Azubi trägt sich dann vielleicht mit dem Gedanken, alles hinzuschmeißen. Das sollte aber immer nur die letzte Möglichkeit sein, sagt Michael Schmitzer, Ressortleiter der Jungen IG Metall. „Die Ausbildung abzubrechen, ist ein harter Schnitt. Denn die investierte Zeit ist dann weg.“

Besser ist es, zunächst nach der Ursache des Problems zu fahnden und dann eine Lösung zu finden. Wer in der Berufsschule nicht mitkommt, kann Nachhilfeunterricht beantragen. Dafür gibt es zum Beispiel die Ausbildungsbegleitenden Hilfen (ABH) der Arbeitsagentur.

Und wer sich umgekehrt unterfordert fühlt, kann zusätzliche Aufgaben und Projekte übernehmen – oder seine Ausbildung gleich um ein ganzes oder halbes Jahr verkürzen.

Liegt das Problem dagegen im Ausbildungsbetrieb, kommt vielleicht ein Wechsel des Unternehmens in Frage. Etwa dann, wenn es menschlich nicht passt oder der Azubi nachweisbar zu wenig lernt. Feststellen lässt sich das mit einem Blick auf die zeitliche Gliederung der Ausbildung, erklärt Schmitzer: Damit können Auszubildende überprüfen, ob ihre Ausbildung so wie vorgesehen verläuft. „Wenn man dann deutlich hinter dem Plan zurückhängt, sollte man aktiv werden – sonst ist vielleicht der Abschluss gefährdet“, rät der Experte.

Einen neuen Betrieb suchen sich Azubis entweder selbst, alternativ können sie ihre Gewerkschaft oder die zuständige Kammer kontaktieren. „Die kennen oft Betriebe, die gerade Azubis suchen, weil sie Plätze nicht besetzen können“, sagt Schmitzer.