Lokales / Aachen

Aachen winkt ein ganz «neuer Branchenmix»

Von Oliver Schmetz | 15.03.2010, 21:26

Aachen. Marcel Philipp spricht von einem «großen Schritt» für die Kaiserplatz-Galerie und freut sich, der Öffentlichkeit «etwas Positives darstellen» zu können. Doch der Oberbürgermeister und Baudezernentin Gisela Nacken sind die einzigen, die die frohe Kunde an diesem Montagmittag im Ratssaal auch mit einem strahlenden Lächeln unterstreichen.

Umgeben sind sie von eher ernsten Gesichtern: Prof. Hans Kahlen als Ideengeber und Bauherr des 240-Millionen-Projekts, Herbert Diercke als Projektmanager und ECE-Geschäftsführer Gerd Wilhelmus, dessen Unternehmen für die Vermietung der Handelsflächen zuständig ist und später nach der Eröffnung der Mega-Mall auch fürs Center-Management verantwortlich zeichnen wird.

Schlägt sich die Anspannung der vergangenen Tage in ihren Mienen nieder? Zumal man ja am Freitag erst die letzte Frist zur Einreichung des Bauantrages nutzte? «Eine gewisse Dramaturgie war auch dabei», räumt Kahlen später ein, dass man auf stressige Tage und Wochen zurückblickt.

Doch lieber will er nach vorne schauen: Ins Frühjahr 2013, wenn die Kaiserplatz-Galerie öffnen soll, «falls jetzt alles wie am Schnürchen läuft». Zumindest aber auf den kommenden Mai. Dann sei mit ersten Genehmigungen zu rechnen, versichert Nacken: «Denn wir haben prüffähige Unterlagen erhalten, die bis auf ein paar technische Kleinigkeiten komplett sind.»

Und dann sollen schnell die Abbruchbagger rollen und das vollenden, was vor bald drei Jahren mit dem Abriss des Gloria-Kinos begonnen wurde. Danach folgt der «Verbau», die Baugrubensicherung, zu der 90 Zentimeter dicke Betonstreben ins Erdreich gebohrt werden, wie Diercke erklärt. Die Grundsteinlegung ist für April 2011 geplant.

Auf die Anwohner kommen allerdings drei harte Jahre zu. Zwar wolle man mit einem stark verschachtelten Baustellen-Zeitplan Lärm und Dreck «auf ein Minimum reduzieren» und mit einem neuen Bürgerbüro und einer Hotline über alle Bauschritte auch umfassend informieren, betonen Diercke und Kahlen. Eine «starke Belastung» werde es aber dennoch geben. Bloß: «Schneller geht es kaum.»

Bereits ab Oktober dieses Jahres wird sich das Großprojekt auch auf den Busverkehr am Kaiserplatz auswirken, weil sich die Baumaßnahmen auf den öffentlichen Straßenraum ausweiten. «Alle Haltestellen werden dann für eineinhalb Jahre an die Heinrichsallee verlegt», kündigt Diercke an.

Verzögerungen im Zeitplan könnten höchstens eintreten, so Kahlen, wenn archäologische Großfunde die Baustelle lahmlegten. «Für Unvorhergesehenes haben wir knapp zwei Monate Puffer eingeplant.» Am Geld dagegen soll es nicht mehr scheitern. «Die Finanzierung steht», sagt der Bauherr, und das sei trotz globaler Finanzkrise gelungen. Eine niederländische Bank stehe hinter dem Finanzkonzept. Weitere Investoren stünden bereit, heißt es.

Bereits in diesem Herbst, kündigt der ECE-Manager an, wolle man bei der Vermietungsquote die wichtige 50-Prozent-Marke knacken. Und sollte dies gelingen und der Bau bis dahin Fortschritte machen, könnten sich demnächst vielleicht auch die Mienen der Beteiligten entspannen.



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