Schalkes Bentaleb beendet Gladbachs Europatour

Von: Bernd Schneiders
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Sie entschieden die Partie: Erst traf Mahmoud Dahoud zum 2:0 für die Borussia, dann sah Schiedsrichter Mark Clattenburg aus England ein vermeintliches Handspiel des Gladbachers, das zum Strafstoß für Schalke und den 2:2-Ausgleich führte. Foto: imago/Reviersport

Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach gegen Schalke 04 – und die Ordner tragen auf ihren Leibchen gehobene Ansprüche spazieren: Steward! Keine Schiffsreise, es ist Europa League, nicht Bundesliga. Und Gladbachs europäisches Traumschiff wurde am Donnerstag versenkt. Sie werden anders als ihre Gäste in dieser Saison keine Stewards mehr zu sehen bekommen: Borussia schied durch ein 2:2 im Achtelfinal-Rückspiel aus dem Wettbewerb aus.

Man kennt sich – nach zwei Spielen innerhalb von fünf Tagen.Für das dritte Duell mit Schalke innerhalb von 12 Tagen hat Dieter Hecking es geschafft, einen Spieler in die Startelf zu hieven, der im Jahr 2017 noch keinen sportlichen Kontakt zu den Gelsenkirchenern hatte: Josip Drmic.

Die Entscheidung für den Schweizer und gegen Jonas Hofmann oder André Hahn ist auch ein Beleg dafür, dass sein Vertrauen in Drmic noch nicht so erschüttert ist, ihn quasi abstrafend auf die Bank zu setzen: Immerhin verdaddelte der Stürmer vier Tage zuvor in der Bundesliga beim Hamburger SV eine Chance der Marke 150-prozentig. Trotzdem durfte er die Rolle als Sturmpartner von Raffael übernehmen, da Kapitän Lars Stindl (muskuläre Probleme) nicht rechtzeitig fit geworden war.

Eine der beliebtesten Floskeln von Fußballprofis ist die. dass sie so gerne das Vertrauen ihres Trainers zurückzahlen. Die Möglichkeit erhielt Drmic bereits in der 18. Minute. Perfekt setzte der Stürmer nach einem Solo von Raffael mit anschließender Zuckerflanke zum Kopfball an, gegen die Laufrichtung von Schalke-Keeper Ralf Fährmann – perfekt, aber knapp daneben. Die Vorbereitung aber bewies: Raffael war gut drauf gegen den Klub, für den er 2013 ein halbes Jahr als Leiharbeiter aktiv war. Nur wenig später zischte ein Schuss des Brasilianers am Winkel des Schalker Tores vorbei.

Für die Führung aber sorgte ein Abwehrspieler – ohne jeden Anflug von Ra(f)finesse. Ein Freistoß von Oscar Wendt landete abgefälscht vor Andreas Christensen. Und der Schuss des Dänen landete ebenfalls abgefälscht (Höwedes) zum 1:0 im Tor (27.).

Spätestens jetzt war die Handbremse bei Schalke gelöst – sie mussten zum Weiterkommen mindestens zwei Tore schießen. Und die Behauptung von Trainer Markus Weinzierl schien sich zu bestätigen: „Wir haben unsere Lehren aus dem 2:4 gezogen.“ Seine Mannschaft war nicht mehr die von der fast deklassierenden Niederlage. Geschickt spielten sie die langen Bälle immer wieder in den Rücken der Gladbacher Abwehr. Nachdem Guido Burgstaller etliche Male Vestergaard & Co. das Fürchten gelehrt hatte, scheiterte der für Max Meyer in die Startelf gekommene Leon Goretzka an Gladbach-Torhüter Yann Sommer, dessen Hand im letzten Moment hochzuckte (29.).

Borussia blieb kaum noch Luft zum Atmen. Und den hielten die Gladbacher Fans in der Nachspielzeit vor der Pause an, als Eric Maxim Choupo-Moting gen Sommer sprintete und den Ball erbärmlich vertändelte. Christensen leitete den Gegenangriff ein, bei dem sich auf der linken Seite eine Riesenloch auftat. Doch statt den einsamen Wendt anzuspielen, wuchtete Mo Dahoud den Ball aus 23 Metern fast zentral aufs Tor: allgemeine Überraschung, auch für Fährmann – die Kugel senkte sich über ihn zum 2:0 in die Maschen (45.).

Gladbach gnadenlos effektiv, doch Schalke kann auch „krumm“ treffen, nach der Pause: Goretzkas Schuss landete dank eines Platzfehlers hinter Sommer zum 1:2 im Netz (54.). Weiterhin verdiente sich die Weinzierl-Elf das Glück, wie auch beim 2:2: ein Kopfball des eingewechselten Tobias Strobl prallt Dahoud an den Oberarm, für Schiedsrichter Mark Clattenburg ausreichend, um Strafstoß zu geben, den Nabil Bentaleb zum 2:2 versenkt (68.). Mit einem fragwürdigen Elfmeter auszuscheiden – extrem bitter für Mönchengladbach.

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