Winter pur im Großen Walsertal

Von: ddp
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Walsertal
Der Miniclub in Faschina im Großen Walsertal. Foto: ddp

Bludenz. Sonnenschein, Pulverschnee, herrliche Sicht - bei solchen Verhältnissen passiert auch im Vorarlberger Skigebiet Sonntag/Stein, was Skifahrer weltweit nervt: Am Lift bildet sich eine Schlange.

„So ein Trubel heute, am Sessellift musste ich ein ganze Minute lang warten”, schimpft Andy Wehrmann aus Baden-Württemberg augenzwinkernd und wohlwissend, dass Wintersportler in anderen Skiregionen von solch kurzen Wartezeiten nur träumen können. Das im Großen Walsertal in Österreich gelegene Gebiet unweit der bekannteren Skiorte Faschina und Damüls ist zwar klein, aber gerade für Familien ein Geheimtipp.

Wer in Sonntag/Stein den Hang hinunterwedeln will, ist über die schmale Bergstraße von Bludenz gekommen und muss nun erst einmal das Walsertal überqueren. Doch das geht in luftiger Höhe schnell: Nach rund siebenminütiger Gondel-Fahrt ist der Sprung in die pure Winterwelt geschafft. Jetzt gibt es keine Straßen mehr, keine Autos, auch keine großen Hotels. Nur noch Schnee, Lift, Wanderwege und gemütliche Hütten.

Gruppen, die sich in einer der Selbstversorgerhütten mit Aussicht über das Tal einquartiert haben, tun gut dran, den Pisten-Bully vorbestellt zu haben, der das große Gepäck übernimmt. Für die Wintersportler selbst gibt es nun nur noch den schwungvollen Weg über die Piste oder den wohl etwas mühevolleren zu Fuß bergauf.

Die UNESCO hat das Große Walsertal im Jahr 2000 zum Biosphärenpark und damit zur Modellregion für naturverträgliches Leben und Wirtschaften gekürt. Mit den Parks, zu denen berühmte Reiseziele wie die Rocky Mountains, die Galápagos-Inseln und die Serengeti gehören, sollen besonders schützenswerte Lebensräume für zukünftige Generationen erhalten werden. Die Natur zu nutzen, ohne ihr zu schaden, ist das Motto des Biosphärenparks.

Zugegeben, in Sonntag/Stein gibt es nur zwei Liftanlagen und sieben Kilometer Piste - vier Kilometer davon sind blau (leicht) markiert, drei Kilometer rot (mittelschwer). Das mag manchem wenig abwechslungsreich erscheinen. Doch die Piste ist vielseitig und lädt auch zu Varianten ein. Und so finden Kinder oder Anfänger einen sicheren Weg ins Tal, und geübtere Skifahrer können sich trotzdem an der einen oder anderen kniffligen Stelle ausprobieren.

Für Kleinkinder gibt es an einem Übungshang zusätzlich einen Babylift. Und wochenends sind auf Anmeldung auch Abendfahrten möglich.

„Wir sind jedes Jahr mit mehreren befreundeten Familien hier im Urlaub”, erzählt Annette Stehle. „Das Schöne ist, dass man die Kinder einfach losschicken kann, ohne sich Sorgen machen zu müssen.” Wenn es einmal ein Problem gebe, träfen sie in dem überschaubaren Gebiet immer schnell jemanden aus der Gruppe, und auch kleinere Kinder könnten sich zwischen Talstation, Jausenstation und der Selbstversorgerhütte, die die Familien gemietet haben, gut orientieren.

Wer dann doch einmal Abwechslung braucht oder sowieso auf der anderen Talseite in einem der Hotels, einer Pension oder auf dem Wintercampingplatz in Raggal-Plazera wohnt, kann auch die nahe gelegenen Skigebiete in Raggal oder Faschina erkunden. In Faschina gibt es einen Mini-Club mit Kleinkinderbetreuung. Und auch Damüls, das für sich als „das schneereichste Dorf der Welt” wirbt, ist mit seinen 52 Pistenkilometern schnell und gut zu erreichen.

Der zehnjährige Fidelis Stehle ist an diesem sonnigen Wintertag mit seinem Vater in Sonntag/Stein bis ins Tal gerodelt. Auf dem langen Rückweg zu Fuß gibt es natürlich eine Rast und einen Vesperteller im „Seilbahnstüble”. „1000 Höhenmeter legen wir heute zurück”, erzählt der Papa stolz und stibitzt Fidelis ein Stück „Walserstolz” vom Teller.

Der würzige Bergkäse wird in drei Sennereien im Tal hergestellt. Die Walser Bauern haben sich zusammengetan, um ihre Produkte gemeinsam zu vermarkten. Dadurch, so hoffen sie, können sie Preise erzielen, die es ihnen ermöglichen, die traditionelle Art der Landwirtschaft beizubehalten.

Vater und Sohn machen sich gestärkt auf den Weg bergan, sie wollen es bis Sonnenuntergang noch bis zur etwas oberhalb ihres Quartiers gelegenen Breithornhütte schaffen, um den Schneetag dann mit einer weiteren rasanten Schlittenfahrt abschließen zu können. Außerdem, findet Fidelis, schmeckt auf der Breithornhütte die heiße Schokolade am allerbesten. Er hat jetzt nur noch ein Problem: Will er morgen wieder rodeln oder mit der Mama auf die Piste?

Skifahren im Großen Walsertal - Weiterführende Informationen= Bludenz (ddp). Das Große Walsertal ist ein dünn besiedeltes, bäuerlich geprägtes Tal nordöstlich von Bludenz in der österreichischen Region Vorarlberg. Auf einer Fläche von knapp 200 Quadratkilometern leben in sechs Gemeinden circa 3500 Menschen. Im Jahr 2000 wurde das Tal zum UNESCO-Biosphärenpark ernannt.

Folgende Skigebiete gehören zum Großen Walsertal, ein gratis Skibus fährt direkt zu den Talstationen:

Skigebiet Sonntag/Stein: - 2 Liftanlagen - 7 Pistenkilometer http://www.seilbahnen-sonntag.at

Skigebiet Raggal: - 3 Liftanlagen - 7 Pistenkilometer skilifte-http://www.raggal.com

Skigebiet Faschina: - 5 Liftanlagen - 15 Pistenkilometer http://www.seilbahnen-faschina.at

Skigebiet Damüls: - 12 Liftanlagen - 52 Pistenkilometer - Internet: http://www.seilbahnendamuels.at

Langlaufloipen: Loipen gibt es in Raggal, Sonntag und Damüls. Angeboten werden in der Region auch geführte Schneeschuhwanderungen.

Unterkunft: Es gibt Hotels, Pensionen, Ferienhäuser und auch Selbstversorgerhütten, von denen einige direkt an der Piste liegen, so etwa in Sonntag/Stein die „Duckdihütte”.

Verein Großes Walsertal Tourismus, Kirchberg 25, 6733 Fontanella, Österreich, Telefon: +43 (0)5554/5150, E-Mail: info@walsertal.at
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