Wenn der Urlaub ausfällt: Eine Reise lässt sich oft problemlos verschenken oder verkaufen

Von: dapd
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Wiesbaden. Es gibt viele Gründe, einen Urlaub nicht anzutreten: Eine kurzfristige Erkrankung, ein unvorhergesehener Termin, ein Trauerfall - und schon fällt der lange geplante Urlaub aus. Eine Pauschalreise kann man aber verschenken oder gar verkaufen.

Beides funktioniert in den meisten Fällen problemlos. Allerdings kann es beim Übertragen von Flügen Probleme geben. „Grundsätzlich hat ein Reisender Anspruch darauf, dass an seiner Stelle ein Dritter in seine Rechte und Pflichten eintritt. Das ist gesetzlich klar geregelt”, sagt Holger Hopperdietzel, Anwalt für Reiserecht in Wiesbaden. Einen bestimmten Verhinderungsgrund müsse man dafür nicht angeben.

Widersprechen dürfe der Reiseveranstalter nur, wenn der neue Reisende den Anforderungen des Urlaubs nicht gerecht werde: Zum Beispiel, wenn er kein Visum erhalte oder es um eine Abenteuerreise gehe und der Reisende dafür zu gebrechlich sei.

Darüber hinaus dürfe der Veranstalter aber keinen Einfluss nehmen auf die Besetzung der Reise: Der neue Urlauber könne ebenso gut ein Verwandter sein, dem man die Reise geschenkt habe wie ein Nachbar, dem man sie verkauft habe.

Ändert sich die Besetzung der Reise, ist man verpflichtet, dem Veranstalter dies mitzuteilen. Das sei telefonisch möglich. „Aus Sicherheitsgründen sollte man aber besser die Schriftform wählen”, rät Hopperdietzel. Habe man den Reiseveranstalter informiert, sei dieser seinerseits verpflichtet, die geänderten Unterlagen an den neuen Teilnehmer zu verschicken: Dazu gehören der Reisevertrag sowie der Sicherungsschein, mit dem der Organisator nachweist, dass er gegen Insolvenz und Zahlungsausfälle versichert ist. Flugtickets und Transfergutscheine könnten noch hinzukommen.

Entstehen dem Veranstalter Mehrkosten, darf er diese dem neuen Urlauber auch aufbürden. Im Normalfall seien dies kaum mehr als 30 Euro, sagt Hopperdietzel - ein Problem könne sich allerdings bei bestimmten Flügen ergeben, wenn der Reiseveranstalter kein komplettes Flugzeug gechartert hat, sondern flexibel einzelne Sitzplätze in Linienmaschinen. Flugtickets in Linienmaschinen seien aber personalisiert, der Veranstalter müsse für einen neuen Passagier also komplett neu buchen. Das kann im Extremfall einen enormen Kostensprung bedeuten.

Ob ein Veranstalter tatsächlich dazu berechtigt sei, diese Kosten in Rechnung zu stellen, ist gegenwärtig Streitpunkt vieler gerichtlicher Auseinandersetzungen. Wer einen Pauschalurlaub mit Flug übertragen wolle, sollte sich zuvor beim Veranstalter über anfallende Mehrkosten erkundigen, rät Hopperdietzel: Oft fielen diese gering aus oder entstünden gar nicht.

Man könne auch anbieten, auf den Flug zu verzichten und stattdessen zum Beispiel mit dem Auto anreisen. Verkauft ein verhinderter Urlauber eine Reise, ist er nicht an einen bestimmten Preis gebunden. Theoretisch könnte er den Trip sogar gewinnbringend verkaufen, sagt der Anwalt. Allerdings sei der Normalfall ein anderer: ”Wenn man vor der Wahl steht, die Reise für 75 Prozent des Preises weiterzuverkaufen oder 75 Prozent Stornogebühren zu zahlen, hat man beim Verkauf der Reise einen wesentlich geringeren Verlust.„
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