Weniger Frühbuchungen für den Sommerurlaub

Von: Karoline von Graevenitz, ddp
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Flughafen/ Kontrolle
Angesichts der Wirtschaftskrise zeigen sich viele Menschen in Nordrhein-Westfalen beim Buchen des Sommerurlaubs noch vorsichtig. Einer ddp-Umfrage zufolge registrieren Reisebüros in vielen Städten eine deutliche Zurückhaltung bei den Frühbuchungen in den sonst buchungsstärksten Monaten Dezember bis Februar. Große Reiseunternehmen gehen gar von einem Rückgang von etwa zehn Prozent im Vergleich zu den Vorjahren aus. Foto: ddp

Düsseldorf. Angesichts der Wirtschaftskrise zeigen sich viele Menschen in Nordrhein-Westfalen beim Buchen des Sommerurlaubs noch vorsichtig. Frühbuchungsangebote vor allem nach Spanien und in die Türkei liefen weiterhin gut.

Einer ddp-Umfrage zufolge registrieren Reisebüros in vielen Städten eine deutliche Zurückhaltung bei den Frühbuchungen in den sonst buchungsstärksten Monaten Dezember bis Februar. Große Reiseunternehmen gehen gar von einem Rückgang von etwa zehn Prozent im Vergleich zu den Vorjahren aus. Insbesondere Familien halten sich demnach noch zurück. Paare, Singles und Luxusreisende scheint die Krise dagegen weniger vom Reisen abzuhalten. In einzelnen Städten und Regionen wird indes unvermindert früh gebucht.

„Wir stellen einen großen Einbruch fest”, sagt etwa Martin Tascioglu, Inhaber der Reise-Galerie in Siegen. Familien würden derzeit gar nicht buchen. Lediglich die Nachfrage nach Luxusreisen sei noch ungetrübt. Fast 50 Prozent des Jahresumsatzes würden sonst in der Zeit zwischen November und Februar mit Frühbuchungen gemacht. „Dieses Jahr fehlen uns 15 Prozent." Noch sei er aber guter Hoffnung. Im Vergleich zum Vorjahr erwarte er deshalb deutlich günstigere Last-Minute-Angebote, etwa eine Woche auf Mallorca für weit unter 500 Euro.

Ähnliches berichtet Martin Nonn, Inhaber des Reisebüros Weitmar Nonn GmbH in Bochum. Um 10 bis 15 Prozent sei der Buchungsumsatz bislang zurückgegangen. „Viele Familien haben offenbar noch nicht ihre Heizkostenabrechnung bekommen und warten ab”, vermutet er. Lediglich Paare und Singles würden derzeit Kreuzfahrten, Studienreisen und Clubtouren buchen. Einen Rückgang von bis zu 30 Prozent meldet sogar das Reisebüro Dr. Walter Friedrich in Gelsenkirchen.

„Wir haben im Januar zwar von Woche zu Woche zugelegt. Wir rechnen aber nicht damit, dass wir das Ergebnis des Vorjahres erreichen werden, sondern bundesweit etwa zehn Prozent darunter bleiben”, befürchtet auch Jörg Manthei, Pressesprecher von Alltours Flugreisen GmbH mit Sitz in Duisburg. Inzwischen würden deshalb Angebote für Frühbucherrabatte deutlich verlängert.

Seit zwei Wochen gehe es mit den Buchungen langsam aufwärts, heißt es aus dem Aktuell Reisebüro Bonn. Derzeit würden insbesondere Pauschalreisen für den Sommer in die Türkei sowie nach Bulgarien und Tunesien gebucht. Um die acht Prozent könnten durch den Frühbucherrabatt gespart werden. Dennoch richte sich das Reisebüro verstärkt auf Lastminute-Anfragen ein. „Möglicherweise kommen die meisten Anfragen doch spontan, wenn sich die Leute sicher sind, dass sie Geld haben”, vermutet ein Mitarbeiter.

Ein gemischtes Echo zur Reiselust gibt es auch aus Dortmund, Düsseldorf und Münster. In den Alltours-Filialen in Düsseldorf seien die Buchungsnachfragen sehr unterschiedlich, berichten Mitarbeiter. Das First Reisebüro Central GmbH in Dortmund registriert nach Mitarbeiterangaben dagegen keine großen Veränderungen zum Vorjahr. Ähnlich zufrieden ist man im First Reisebüro Lückertz in Münster. Viele Paare und Familien hätten bereits über die Weihnachtsfeiertage ihren Sommerurlaub gemeinsam geplant, erklärt Touristik-Leiterin Heike Pander.

Uneindeutig fallen auch die Aussagen der Experten aus. Nach einer Prognose der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen, die unlängst veröffentlicht wurde, sehen nur 13 Prozent der Deutschen ihre Urlaubsplanung von der Finanzkrise betroffen. Eine Untersuchung des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK registriert zwar, dass verstärkt Frühbucherangebote wahrgenommen werden. Dennoch müsse mit Einbußen gerechnet werden, heißt es. Wie stark die Sommersaison unter der Krise leiden werde, lasse sich noch nicht sagen.

Einen allgemeinen Trend im Reiseverhalten gebe es noch nicht, bekräftigt Torsten Schäfer, Sprecher des Deutschen Reiseverbands. Die Wintersaison sei nach wie vor im Plus. Die Zahlen für Januar lägen jedoch noch nicht vor. Die Ergebnisse könnten regional sehr unterschiedlich ausfallen. Einen Preiskampf um das Sommergeschäft wird es laut Schäfer jedoch nicht geben.
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