Wandern spielt wichtige Rolle in der Tourismuswirtschaft

Von: Katharina Wiechers, dapd
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Wandern Senioren
Wandern kann schwache Herzen stärken. Foto: ddp

Berlin. Wanderer in Deutschland lassen sich ihre Freizeitaktivität jährlich rund elf Milliarden Euro kosten. Laut einer am Dienstag in Berlin vorgestellten Studie des deutschen Wanderverbandes werden rund sechs Milliarden Euro von Tagestouristen und 1,7 Milliarden Euro von übernachtenden Wanderern ausgegeben.

Weitere rund 3,7 Milliarden fließen in die Ausrüstung. „Das Wandern nimmt eine wichtige Rolle in der Tourismuswirtschaft ein”, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Peter Hintze (CDU). Ein erfreulicher Trend sei, dass Deutsche vermehrt in der Heimat wandern gingen.

Jährlich würden in Deutschland 370 Millionen Tageswanderungen unternommen, sagte Heinz-Dieter Quack vom Europäischen Tourismus Institut (ETI), das vom Wanderband mit der Studie beauftragt worden war. Hinzu kämen 30,3 Millionen Übernachtungen bei „wanderbezogenen Urlauben”.

Laut der Studie bezeichnen sich 56 Prozent der Deutschen als aktive Wanderer. 15 Prozent der Befragten gaben an, regelmäßig zu wandern. 23 Prozent gehen eigenen Angaben zufolge gelegentlich, 18 Prozent „eher selten” wandern. 44 Prozent gaben an, nie Wanderungen zu unternehmen.

Fast drei Viertel der Wanderer sind zwischen 45 und 54 Jahre alt. Von den Menschen über 75 Jahre geht ein Viertel dieser Freizeitbeschäftigung nach, bei den 16- bis 24-Jährigen ist es gut die Hälfte.

Wer nicht wandert, macht das vor allem wegen gesundheitlicher Probleme. Ein Drittel der „Wander-Muffel” nannte diesen Grund. Dabei handele es sich vor allem um ältere Menschen, sagte die Geschäftsführerin des deutschen Wanderverbandes, Ute Dicks. Denn mit Wandern werde oft alpines Gelände verbunden. „Erhebliches Potenzial” stecke deshalb in Angeboten, die kürzere und weniger anspruchsvollere Strecken beinhalteten, sagte Dicks.

Laut Quack wird der Markt für Wandertourismus wegen der immer älter werdenden Bevölkerung in den kommenden Jahren deutlich anwachsen. „Wegen der demografischen Entwicklung steigt die Zahl der wanderaffinen Gruppen bis 2040 an”, sagte er. Aber auch für junge Leute müsse der Wandertourismus attraktiver gestaltet werden, etwa durch eine erhöhte Erlebnisorientierung.

Die Grundlagenuntersuchung ist nach Angaben der Verfasser die erste nationale Studie dieser Art. Befragt wurden laut ETI 3.000 Bürger zu ihrem Freizeitverhalten. Weitere 4.500 Menschen wurden auf Wanderwegen interviewt. Wandern bezeichnet laut Studie ein mindestens einstündiges Gehen in der Landschaft, dem eine gewisse Vorbereitung vorausgeht. Ein weiteres Kriterium ist den Angaben zufolge die Definition als Freizeitaktivität und das Verwenden einer entsprechenden Ausrüstung.
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