Von Krise keine Spur: Kreuzfahrt-Rekord erwartet

Von: Joachim Mangler, dpa
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Mit dem Einlaufen der erst im Februar getauften AIDAblu beginnt am Mittwoch in Rostock die Kreuzfahrtsaison 2010. Foto: dpa

Rostock. Auch wenn die Weltwirtschaft vor sich hinkriselt, wollen die Menschen Urlaub machen und dabei nicht den Euro zweimal umdrehen. Nur so ist der anhaltende Boom der Kreuzfahrtbranche zu erklären, der dem Rostocker Hafen 2010 aller Voraussicht nach einen weiteren Passagierrekord bescheren wird.

„Wir erwarten 113 Anläufe von 33 unterschiedlichen Schiffen. Sie werden 200.000 Gäste an Bord haben”, sagt Christian Hardt, Leiter des

Bereichs Kreuzfahrt. Am kommenden Mittwoch startet die Saison mit dem Einlaufen der brandneuen AIDAblu.

Ein Ende des Kreuzfahrt-Booms ist nicht in Sicht, das Potenzial in Europa scheint noch nicht ausgeschöpft. „Die Reedereien investieren in Schiffe und erschließen neue Fahrtgebiete”, berichtet Hardt. Die Kapazitäten in Rostock seien für die rund fünf Monate dauernde Saison ausreichend, weitere Schiffe fänden im Hafen genügend Platz.

Für den Geschäftsführer des Landes-Tourismusverbands, Bernd Fischer, ist wichtig, dass immer mehr Passagiere auf ihrem Landausflug Mecklenburg-Vorpommern entdecken. Vor wenigen Jahren noch fuhren die meisten Leute nach Berlin oder Hamburg, heute wollen sich zwei Drittel der Gäste den Nordosten anschauen, sagt er.

Eine positive Stimmung ist auch beim größten deutschen Kreuzfahrt- Anbieter, der AIDA Cruises in Rostock, auszumachen. „Wir sind sehr zufrieden mit den Buchungen”, sagt AIDA-Sprecher Hansjörg Kunze. Schon 2009 war der Umsatz um 27,6 Prozent auf 722 Millionen Euro im Vergleich zu 2008 gestiegen. 414.000 Gäste waren mit den Kussmund- Schiffen unterwegs. Die Nachfrage sei riesig, sagt Kunze. Für AIDA sind sieben Schiffe auf den Weltmeeren unterwegs, im April 2011 wird in Kiel das achte Schiff getauft.

Die prächtig anzuschauenden Kreuzfahrtschiffe sind für die Rostocker und andere Gäste des Landes eine große Attraktion. Zahllose Schaulustige stehen früh morgens beziehungsweise abends an der Mole. Spektakulär sind die Tage, an denen drei Schiffe gleichzeitig einlaufen. „Wir erwarten auch zwei Vierfach-Anläufe”, sagt Hardt. Das Besondere dabei ist, dass am 7. Juni erstmals vier Schiffe in Warnemünde gleichzeitig zu sehen sind. Bei früheren Vierfach-Anläufen musste ein Schiff immer in den Seehafen ausweichen.

Der Hafen trägt der Begeisterung der Rostocker Rechnung und wird in diesem Jahr fünf Port Partys ausrichten. Sie ziehen regelmäßig Tausende Gäste an. Die erste Party steigt gleich an diesem Mittwoch mit dem Erstanlauf von AIDAblu.

„Acht Schiffe werden erstmals zu sehen sein”, berichtet Hardt. Dazu gehört am 15. Juni die „Celebrity Eclipse”, mit 315 Metern Länge das größte Schiff, das jemals in Rostock angelegt hat. „Das wird schon sehr auffällig sein.”

Neu ist in diesem Jahr, dass Schiffe schwefelarmen Treibstoff verwenden müssen, wenn sie im Hafen liegen. Der Kraftstoff darf höchstens 0,1 Prozent Schwefel enthalten, zuvor waren es 1,5 Prozent. Immer wieder hatten Anwohner von Kreuzfahrthäfen weltweit die Luftbelastung beklagt. Nun hoffen die Hafenbetreiber, dass sich die Situation spürbar verbessert.
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